Hugo Boss mag keinen "Hugo"-Drink dulden

Wirte und Getränkeabfüller sind alarmiert: Der Modekonzern macht ihnen den Namen Hugo streitig. Der In-Drink dürfte aber bestehen

Man nehme Prosecco, Mineralwasser, Holundersirup sowie ein wenig Zitrone und frische Minze und genieße - den "Hugo". Seine Beliebtheit hat den Wirten diesen Sommer gute Umsätze beschert. Nun haben sie aber Angst vor dem Boss, genauer gesagt dem Modekonzern Hugo Boss. Der hat den Namen markenrechtlich geschützt und dem Namenklau den Kampf angesagt.

Drink könnte Namen verlieren

Dem Modekonzern geht es aber ohnehin weniger um die Cafés und Bars, sondern um die Verbreitung des Getränks in Dosen- und Flaschenform in Supermärkten. Aus der Wirtschaftskammer heißt es jetzt sogar, dass österreichische Unternehmen ihre Produkte umbenennen oder eine Vereinbarung mit Hugo Boss finden müssten.

Gelassen reagiert man bei der Villacher Brauerei auf den markenrechtlichen Rüffel durch Hugo Boss. Man habe den Namen "Villacher Hugo" als Wort- sowie als Wort-Bild-Marke schützen lassen, bekundete Unternehmensvorstand Josef Pacher der "Kleinen Zeitung". Probleme für die Zukunft bestünden keine, meint der Manager, der dabei auch an eine halbe Million verkaufter Flaschen im Sommer denken dürfte.

Wirte atmen vorerst auf

Den alarmierten Gastronomen empfiehlt die Wirtschaftskammer einstweilen, dem Aperitif einen anderen Namen zu geben, zumindest aber nicht einen Hugo-Boss-ähnlichen Schriftzug auf ihren Karten zu verwenden. Wenn das Erscheinungsbild nicht dem eines Boss-Schriftzugs gleicht, dann seien keine Klagen zu befürchten, meint Wilhelm Turecek, der der Wiener Fachgruppe Gastronomie vorsteht, zu "diepresse.com". Der Modekonzern habe ihm das versichert.

Für die konsumierenden Österreicher wird sich freilich nicht viel ändern. Auch im nächsten Jahr werden Millionen Hugos ihren Weg in die Gläser finden. (sos, derStandard.at, 23.10.2012)

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