Erkältungen: Österreicher sind Antibiotika-skeptisch

23. Oktober 2012, 15:00
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Die Antibiotika-Skepsis bei viralen Erkältungen steigt mit höherer Schulbildung - Eine Alternative liegt in amtlich registrierten Phythotherapeutika

Die Österreicher stehen der Verwendung von Antibiotika, die bei viralen Erkältungen nicht notwendig sind, dementsprechend skeptisch gegenüber. Bei banalen Erkältungen können rezeptfreie Arzneimittel helfen, wie zum Beispiel registrierte Phytotherapeutika. Das wurde am 23. Oktober im Rahmen einer Pressekonferenz in Wien kommuniziert.

"Die Österreicher sind gegenüber Antibiotika eher distanziert bis kritisch eingestellt", sagt Walter Wintersberger von der Spectra-Marktforschung in Linz, "71 Prozent der Österreicher verwendeten im vergangenen Jahr rezeptfreie Arzneimittel. In diesem Segment benutzten 67 Prozent rezeptfreie Arzneimittel gegen Erkältungsbeschwerden." Die Antibiotika-Skepsis steigt mit höherer Schulbildung und ist bei Müttern von Babys und Kleinkindern stärker ausgeprägt. Bei Mitteln gegen banale Erkältungen sind den Befragten gute Verträglichkeit und schnelle Wirksamkeit am wichtigsten. 

Phytotherapie als Alternative

Neuere Studien weisen darauf hin, dass ein früher Antibiotika-Gebrauch bei Babys und Kleinkindern das Allergie-Risiko eher steigen lässt. Dies gilt, laut der Allergologin und Kinderärztin Waltraud Emminger, für die typischen diesbezüglichen Erkrankungen wie atopische Dermatitis und Asthma. Die allergischen Reaktionen dürften durch die Effekte bedingt sein, die die hoch wirksamen Medikamente gegen bakterielle Infekten auf die Darmflora haben. Der Darmflora wird eine große Auswirkung auf die Entwicklung des kindlichen Immunsystems zugeschrieben.

Bei banalen grippalen Infekten können auch pflanzliche Heilmittel helfen. "Phytotherapie im engeren Sinn verwendet pflanzliche Heilmittel nach naturwissenschaftlich-medizinischen Grundsätzen", sagt Wolfgang Kubelka vom Department für Pharmakognosie der Universität Wien. "Phytotherapeutika haben eine gute Wirksamkeit und Verträglichkeit, ein breites Wirkspektrum und geringe bis fehlende unerwünschte Nebenwirkungen."

Allerdings sollte der Konsument zu Phythotherapeutika mit amtlicher Registrierung greifen, um auf der sicheren Seite zu sein. "Viele Erzeuger weichen in den Bereich der Nahrungsergänzungsmittel aus. Es gibt ausgezeichnete Nahrungsergänzungsmittel, aber auch solche, die an Betrug grenzen", so Kubelka. (APA/red, 23.10.2012)

  • Neuere Studien weisen darauf hin, dass ein früher Antibiotika-Gebrauch 
bei Babys und Kleinkindern das Allergie-Risiko steigen lässt.
    foto: apa/dpa/frank may

    Neuere Studien weisen darauf hin, dass ein früher Antibiotika-Gebrauch bei Babys und Kleinkindern das Allergie-Risiko steigen lässt.

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