Uni Salzburg übernimmt drei Institute der Akademie der Wissenschaften

Institut für Realienkunde des Mittelalters und der frühen Neuzeit, Kommission zur Herausgabe des Corpus der lateinischen Kirchenväter und Institut Geographic Information Science abgegeben

Salzburg - Die seit 2011 laufende Restrukturierung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) geht weiter: Die Universität Salzburg übernimmt drei Akademie-Einrichtungen, nämlich das Institut für Realienkunde des Mittelalters und der frühen Neuzeit/Zentrum Mittelalterforschung, die Kommission zur Herausgabe des Corpus der lateinischen Kirchenväter (CSEL) sowie das Institut Geographic Information Science, teilte die Uni am Dienstag mit. Die drei Institute haben schon bisher eng mit Salzburger Einrichtungen zusammengearbeitet.

Das Institut für Realienkunde mit Sitz in Krems steht seit Jahren in enger Beziehung zum "Interdisziplinären Zentrum für Mittelalter-Studien" der Universität Salzburg. Derzeit sind dort 13 Mitarbeiter beschäftigt. Die Wissenschaftler analysieren die Herstellung und Nutzung von Kunst- und Alltagsgegenständen. Das Corpus Scriptorum Ecclesiasticorum Latinorum (CSEL) ist eine kritische Edition der lateinischen kirchlichen Schriftsteller der ersten Jahrhunderte. Die Kommission wurde 1864 gegründet, ihre Reihe erscheint seit 1866 und umfasst bisher 95 Bände.

Neuer Fachbereich Geoinformatik

Mit der Übernahme des bisherigen Geographic Information Science Instituts von der Akademie hat der neue Fachbereich Geoinformatik an der Uni Salzburg insgesamt 75 Mitarbeiter - zwölf davon kommen von der Akademie. Die Geoinformatiker der Universität Salzburg entwickeln Grundlagen und liefern Basisdaten für Entscheidungen etwa bei internationalen Hilfseinsätzen.

Budgetlücke

Der Transfer der Institute an die Universität Salzburg ist Teil des laufenden Reform- und Restrukturierungsplans der ÖAW. Hintergrund ist die im Herbst vergangenen Jahres abgeschlossene Leistungsvereinbarung zwischen ÖAW und Wissenschaftsministerium für die Jahre 2012 bis 2014, aus der sich eine Budgetlücke von rund 40 Millionen Euro ergibt. Deshalb setzt die ÖAW auf den Transfer von Forschungseinheiten an Universitäten und die Zusammenlegung kleinerer verwandter Einheiten zu größeren Instituten innerhalb der Akademie. Der Prozess soll zu Jahresende weitgehend abgeschlossen sein. (APA, 23.10.2012)

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