Nokia will sich mit Wandelanleihe finanziellen Spielraum verschaffen

Kriselnder Handyhersteller plant 750-Mio.-Euro-Bond - Ankündigung drückte Aktien sechs Prozent nach unten

Der kriselnde Handyhersteller Nokia will seine schrumpfenden Geldreserven mit einer Wandelanleihe um 750 Mio. Euro aufstocken. Die Anleihe mit einer Laufzeit bis zum Jahr 2017 soll institutionellen Anlegern angeboten werden, wie der ehemalige Marktführer am Dienstag im finnischen Espoo mitteilte. Nokia hatte allein in diesem Jahr Verluste von rund 3,3 Mrd. Euro angehäuft. Die Bargeldreserven schrumpften binnen eines Jahres um ein Drittel auf zuletzt knapp 3,56 Mrd. Euro.

Aktienkurs gesunken

Die Nokia-Ankündigung der Convertible Bond drückte am Dienstag die Nokia-Aktien tief ins Minus gedrückt. Die Titel verloren in Helsinki bis nach 10.30 Uhr um 6,1 Prozent auf 2,028 Euro. Im dritten Vierteljahr fuhr Nokia mit einem Minus von 969 Mio. Euro den sechsten Quartalsverlust in Folge ein. Die internationalen Ratingagenturen haben in den vergangenen Monaten ihre Nokia-Bewertungen auf Ramschniveau herabgestuft. Das macht es für das Unternehmen unter anderem teurer, sich neu zu verschulden.

Windows Phone

Nokia setzt nun die Hoffnungen vor allem auf die Modelle Lumia 820 und 920, die mit dem neuen Microsoft-Betriebssystem Windows Phone 8 im November auf den Markt kommen. Zugleich kündigte Nokia am Dienstag das günstigere Lumia 510 an, das etwa in Indien, China oder Lateinamerika für rund 200 Dollar (153,10 Euro) verkauft werden soll. Es läuft allerdings noch mit Windows Phone 7.5, der Vorgänger-Version der Windows-Plattform. (APA/dpa/Reuters, 23.10.2012)

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