Hoeneß kritisiert Magath

23. Oktober 2012, 19:32
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Bayern-Präsident prangert Arbeit und Teamführung des Wolfsburg-Trainers an - Pogatetz: "Blödsinn"

Düsseldorf - Bayern Münchens Präsident Uli Hoeneß hat für die Krise bei deutschen Fußball-Bundesligisten VfL Wolfsburg Trainer Felix Magath als Hauptschuldigen ausgemacht. Auf einer Veranstaltung am Montagabend vor Vertretern aus Politik und Wirtschaft kritisierte Hoeneß den früheren Bayern-Coach für dessen Arbeit und Teamführung.

"Wenn eine Mannschaft, die so gut besetzt ist wie nie, plötzlich nicht mehr laufen will, sind die Spieler entweder vom Training kaputt oder sie spielen gegen den Trainer", sagte Hoeneß in Düsseldorf.

Auch in Magaths Zeit beim Rekordmeister der Fußball-Bundesliga habe es trotz der Erfolge beim FC Bayern Probleme im zwischenmenschlichen Bereich gegeben. "Wenn du es mit zwei Titeln in Folge schaffst 80 Prozent der Spieler gegen dich zu kriegen, dann muss da etwas nicht stimmen. Das scheint auch das Problem in Wolfsburg zu sein", meinte Hoeneß.

Magath hatte in seiner Zeit in München zwischen 2004 und 2007 zweimal das Double aus Meisterschaft und Cup errungen, war aber trotzdem 2007 beurlaubt worden. Aktuell ist der 59-Jährige mit dem VfL trotz Investitionen in Höhe von 71 Millionen Euro für neue Spieler binnen eines Jahres Tabellenletzter der Bundesliga.

VfL-Abwehrspieler Emanuel Pogatetz konnte mit den Äußerungen wenig anfangen. "Wir beschäftigen uns nicht mit den Geschehnissen beim FC Bayern, und so sollte es andersherum auch sein", sagte der Österreicher, der die Ansichten des Bayern-Präsidenten nach dem Training am Dienstag als "Blödsinn" bezeichnete.

Krisensitzung

Doch nicht nur von außen wächst die Kritik. Auch die Klubführung sieht Gesprächsbedarf. Deswegen soll sich der Aufsichtsrat der Wolfsburger am Mittwoch oder Donnerstag mit Magath zu einer Krisensitzung treffen, "in der wir die sportliche Situation erörtern werden", wie Aufsichtsratschef Garcia Sanz der Wolfsburger Allgemeinen sagte: "Wir machen das zusammen mit dem Trainer. Er ist ja derjenige, der ganz nah an der Mannschaft dran ist."

Fünf Punkte aus acht Spielen, dazu 15 Gegentore bei nur zwei eigenen Treffern - viel zu wenig für die millionenschwere Mannschaft, die eigentlich um die Europapokalplätze mitspielen wollte. Beim 0:2 am Samstag gegen Freiburg gingen sogar die eigenen Fans auf die Barrikaden und forderten lautstark: "Magath raus!" - doch der Coach bleibt gelassen: "Unsere ganze Konzentration gilt dem Spiel bei Fortuna Düsseldorf."

Das Experiment, Spielmacher Diego 90 Minuten auf der Bank sitzen zu lassen, ist am Wochenende jedenfalls grandios gescheitert, mit einer Rückkehr des Brasilianers im Schaltzentrum ist zu rechnen. Unklar ist hingegen, wie es mit dem vor der Saison für knapp fünf Millionen Euro von Werder Bremen verpflichteten Naldo weitergeht. Zu Berichten über eine angebliche Verbannung des Innenverteidigers aus der Startelf nach zuletzt schwachen Leistungen wollte der Coach "nichts sagen". (sid/APA, 23.10.2012)

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    Hoeneß glaubt zu wissen, wo in Wolfsburg der Hund begraben liegt.

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