Steirische Isovoltaic streicht mehr als 90 Jobs

23. Oktober 2012, 11:41
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Standort Eisenstadt mit 20 Mitarbeitern wird geschlossen, in Lebring 72 Jobs weniger

Lebring - Dem steirischen Produzenten von Rückseitenfolien von Photovoltaikmodulen, Isovoltaik AG, macht die angespannte Situation am weltweiten Photovoltaikmarkt zu schaffen: Am Firmensitz in Lebring südlich von Graz werden 72 Mitarbeiter abgebaut, der zweite Produktionsstandort in Eisenstadt wird mit Jahresende 2012 überhaupt geschlossen, meldete das Unternehmen.

"Das Unternehmen hat am Montag seine Mitarbeiter vorweg darüber informiert, dass eine Anpassung der Kostenstruktur an die aktuelle Marktentwicklung notwendig ist und eine Meldung an das AMS gegeben", so Pressesprecherin Klaudia Schober. Konkret sei die Freisetzung von 72 Mitarbeitern im steirischen Headquarter (mit zuletzt 232 Beschäftigten) und die Schließung der Produktion in Eisenstadt (20 Mitarbeiter) noch in diesem Jahr geplant. Die 100-Prozent-Tochter des Unternehmens mit 15 Mitarbeitern im chinesischen Changzhou mit Endfertigung und Sales und Service bleibt vom Stellenabbau unberührt.

Deutlich eingeschränkte Förderbedingungen in den bisherigen Hauptmärkten für Modulinstallationen hätten in Europa zu "teils stark rückläufiger Nachfrage" und einem weltweiten Überangebot an Solarmodulen geführt, begründet das Unternehmen die geplanten Maßnahmen. Der Schwerpunkt der Branche wandere zunehmend in Richtung China, für europäische Hersteller werde es immer schwerer, sich zu behaupten. "Selbst die asiatischen Kunden produzieren zurzeit nur reduziert", so Schober. Im Jahr 2010 kam Isovoltaic mit etwa 200 Mitarbeitern auf einen Umsatz von 201 Mio. Euro, 2011 waren es 191,5 Mio., "heuer wird es eklatant weniger sein", so Schober. Klares Ziel des Unternehmen sei es jetzt, den Hauptsitz und die Produktion in Lebring abzusichern.

Isovoltaic in Lebring ist laut Unternehmensangaben Weltmarktführer für die Entwicklung und Produktion von Rückseitenfolien - einer Kernkomponente von Photovoltaikmodulen. Die Erzeugnisse werden hauptsächlich an große Modulhersteller in Europa und Asien, insbesondere China, verkauft. Eigentümer ist der österreichische Industrielle Stanislaus Turnauer über die TIBAG bzw. CIAG Beteiligungen GmbH. (APA, 23.10.2012)

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