Weg zur Trainer-Profilizenz wird für Ex-Kicker steiniger

23. Oktober 2012, 12:17
  • Für Austria-Trainer Peter Stöger (li.) und Wr.-Neustadt-Coach Heimo Pfeifenberger war der Weg zum Profitrainer noch einfacher.
    foto: apa/ neubauer

    Für Austria-Trainer Peter Stöger (li.) und Wr.-Neustadt-Coach Heimo Pfeifenberger war der Weg zum Profitrainer noch einfacher.

Nach ÖFB-Reform wird die Trainerausbildung für ehemalige Teamspieler und routinierte Bundesligakicker erschwert

Wien - Der ÖFB hat seine Trainerausbildung reformiert und dadurch ehemaligen Spitzenfußballern den Weg zur begehrten UEFA-Profilizenz erschwert. Zuletzt durften Kicker mit zehn Länderspieleinsätzen und/oder 150 Bundesliga-Spielen direkt in den Kurs für die A-Lizenz einsteigen, das höchste Trainerdiplom unter der Profilizenz. Sie ersparten sich damit manche Lehrgänge, die für Personen ohne glanzvolle Karriere verpflichtend sind.

Damit ist jetzt Schluss - Spieler mit großem Namen können zwar zwei Nachwuchskurse für den Breitenfußball überspringen, müssen aber seit 1. Juli mit dem B-Schein beginnen und sich dann über die A-Lizenz zur Profilizenz hocharbeiten. Schulungen für das höchste Trainerzertifikat, das Voraussetzung für ein Traineramt in den beiden höchsten Ligen und für den Posten eines Akademieleiters ist, gibt es alle zwei Jahre für 14 Personen, je zwei davon werden von ÖFB und Bundesliga vorgeschlagen.

Aufnahmekriterien

Die restlichen zehn Plätze werden nach festgelegten Kriterien vergeben. Die Anwärter müssen bei einer Potenzialanalyse des Sportpsychologen Günter Amesberger überzeugen, ein gutes A-Lizenz-Zeugnis vorlegen und mit Trainererfahrung in einer vorzugsweise hohen Spielklasse sowie mit einer möglichst erfolgreichen Spielerkarriere aufwarten.

Die beiden letzten Punkte begünstigen Ex-Stars. Thomas Janeschitz, Chef der ÖFB-Trainerausbildung, ist aber dennoch von der Sinnhaftigkeit der Regelung überzeugt. "Diese Personen haben so viel Erfahrung, die andere gar nicht haben können. Und wenn Vereine lieber bekannte Ex-Spieler als Trainer holen, liegt das an den Klubs, nicht am ÖFB", meinte der Assistent von Teamchef Marcel Koller.

Teilnehmerbeschränkung

Dass der um 150 Unterrichtseinheiten erweiterte Profilizenz-Kurs auf 14 Teilnehmer beschränkt ist, bietet laut Janeschitz den Vorteil, die Anwärter besser individuell und somit qualitativer betreuen zu können. Zudem gebe es in Österreich derzeit schon 150 Profilizenz-Trainer, und das bei 20 Profiklubs und zwölf Akademien. Weiters spielen organisatorische und finanzielle Gründe eine Rolle.

Erhöhen wird sich zumindest die Anzahl der B-Lizenz-Coaches, weil dieser - künftig mehr Praxis und weniger Theorie beinhaltende - Lehrgang nun auch auf Landesverbands-Ebene angeboten wird. Absolventen des B-Kurses dürfen allerdings nur noch Teams von der fünften Leistungsstufe abwärts trainieren, Inhaber des "alten" B-Scheins sind weiterhin auch für Landesliga-Mannschaften zugelassen.

Neu sind außerdem eine Junioren-Lizenz und eine Profi-Tormanntrainer-Lizenz, eine eigene Ausbildung für Coaches von Frauen-Teams wird es hingegen auf absehbare Zeit nicht geben. "Dazu ist derzeit der Bedarf noch nicht gegeben", sagte Janeschitz.

Dies ändere jedoch nichts am stetig wachsenden Stellenwert des Frauen-Fußballs in Österreich, betonte ÖFB-Sportdirektor Willi Ruttensteiner. "Unser Ziel ist es, die Liga, den Nachwuchs und das Image des Frauen-Fußballs zu verbessern." 

Für ÖFB-Präsident Leo Windtner befindet sich die österreichische Trainerausbildung auf "Top-Niveau", auch wenn derzeit kein heimischer Trainer bei einem namhaften ausländischen Klub unter Vertrag ist. "Aber das hängt nicht mit der Ausbildung zusammen, sondern mit der Reputation", sagte Ruttensteiner mit Hinweis auf den geringen internationalen Stellenwert des österreichischen Fußballs. Der jungen österreichischen Trainergarde, die derzeit in der Bundesliga engagiert ist, sei jedoch der Sprung ins Ausland zuzutrauen.
(APA, 23.10.2012)

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Ach, wie einfach unsere Welt doch sein kann:

"..... eine eigene Ausbildung für Coaches von Frauen-Teams wird es hingegen auf absehbare Zeit nicht geben. "Dazu ist derzeit der Bedarf noch nicht gegeben", sagte Janeschitz." derstandard.at
Eigenartige Sichtweise, Herr Janeschitz! Es dürfte Ihnen möglicherweise noch gar nicht aufgefallen sein, dass under Frauennationalteam mehr erreicht, als die Herren. Aber in Ausbildung von deren Coaches ist natürlich nicht nötig:-(((((((((((

Da braucht man doch eh keine eigene Ausbildung.

Man muss nur alles langsamer machen... viel langsamer.

so behalten sie wenigstens den Überblick

Ich verstehe nicht, warum zur Betreuung einer Damenmannschaft eine spezielle Ausbildung nötig sein sollte. Aber da bin ich fachlich scheinbar zu sehr Laie...

Er meint wahrscheinlich, dass man auf die doch andere Psyche von Frauen anders eingehen muss. Auch mit Zickenkriegen können männliche Betreuer bald mal überfordert sein. Und auch im männlichen Fussballbetrieb gängige Ausdrucksweisen wie "Heast Du Beitl" oder "Du bist a richtiger Lulu" oder "Du spüst wie a Woarmer" sind beim Damenfussball unangebracht.

Vielleicht baut man ja ein entsprechendes Zusatzmodul in die Ausbildung ein. ;-)

Der ÖFB ist wie die Politik ein Abbild unserer Gesellschaft:

Freunderlwirtschaft, Populismus, Anbiederung an die Krone, Intellektuellenfeindlich, Reaktionär und die Raiffeisen hat überall ihre Finger drin.

Jeder der einmal bei einem Kleinverein war, weiß wie die Funktionäre dort sind, warum sollten die ganz oben anders sein?

...eine eigene Ausbildung für Coaches von Frauen-Teams wird es hingegen auf absehbare Zeit nicht geben...

Tja das ist wieder so typisch ÖFB. Den Frauen Vereinen der höchsten Spielklasse wird vorgeschrieben, dass sie einen Trainer benötigen der mindestens die B-Lizenz hat, aber eigene Trainer dafür ausbilden wollen sie nicht.
Dies wäre ja eine Erleichterung für die Vereine, wenn sie einen Trainer suchen...
Abgesehen davon geht mir diese verlogene "Schönrederei" seitens der ÖFB Spitze - wie toll der Frauenfussball ist - schon auf die Nerven. Bis vor dem Dänemark Spiel war das Interesse gleich Null. Und jetzt tun alle so, als ob sie die größten Förderer des Frauenfussballs sind. Die Vereine erhalten Null Unterstützung!

test

....

Don't feed the troll! ;-)

immerhin..

...Ralph Hasenhüttl ist Trainer bei VfR AALEN, und hat den Aufstieg in die 2.Liga geschafft!Ehre, wem Ehre gebürt!

Gutes Beispiel!

Der hat zwei Jahre die Hachinger Amateure gecoacht, war dann Co von Lorant, dann Cheftrainer (drei Jahre). Und dann zu Ahlen.
Der hat ganz unten begonnen und arbeitet sich nach oben. So, wie's in Deutschland (oder der Schweiz, damit wir im österreichischen Rahmen bleiben) bei jetzigen Spitzentrainern üblich war/ist.

Der Unterschied zu Österreich liegt auf der Hand. Schöttel, Stöger, Vastic, Krankl & Co haben nicht jahrelang Unterliga-Klubs betreut, um zu lernen und sich eben raufzuarbeiten.

Ich FASSE es nicht, dass viele hier so tun als wäre ein Nobody...die Lösung aller Probleme !

Das sind dann genau DIEJENIGEN wenns schief geht, die zuerst schreien...WIESOOOO habts den als Trainer genommen !!

Protektion ist ein Teil des Lebens...als hätte hier noch NIE jemand einem Bakannten einen Job irgendwo verschafft...einen günstigen Installateur den man kennt etc.
So funktionierts auch im Fußball.

Logisch, dass ein ehemaliger Rapidkapazunder irgendwann mal Trainer wird..als würde bei Barca noch NIE ein Spieler Trainer geworden sein.

Der Unterschied liegt im Spielermaterial dass dann einem Guardiola zur Verfügung steht...!

Mit den Spielern, wär Daxbacher auch Meister in Spanien geworden !!

Ich hab den Verdacht, dass hier einige einen Handaufleger, und keinen Trainer suchen....und JAAA
es kann auch schief gehen ..Vastic!

nur weil jemand kein exprofi ist, muss er im trainergeschäft ja kein nobody sein.

ich denke du verrennst dich hier in etwas. normalerweise kannst du sowas sehr nüchtern beurteilen. hier wirkt dein posting sehr naiv und unüberlegt. sorry.

die handaufleger waren bisher modern

war ja ´ne aberwitzige regelung - was hat denn z.b. andreas reisinger an internationaler erfahrung zu bieten?

Dummschwätzer

wahrlich ein konstruktiver Beitrag !
Wie lang hast du dazu gebraucht?

Bsp. Installateur

Nur weil jemand in einem Sanitärbertrieb z.b. im Büto gearbeitet hat, werden sie ihn auch nicht daheim an ihren Sanitäreinrichtungen werken lassen. Da werden sie sicher auch zuerst schauen, ob sie nicht einen ausgebildeten Installateur bekommen.

Die Gleichung guter Fussballer = guter Trainer geht eben nicht auf. Ebenso wie guter Fussballer = guter Sportmanager.

Steh ich im Wald???

Ich behaupte NICHT...dass ein guter Fussballer ein guter Trainer werden MUSS !!!
Ich behaupte auch nicht, dass ein schlechter Fußballer kein guter Trainer sein kann.
Mir geht nur das EX-Kickergebashe auf die Nerven !

Dass er MEHR Erfahrung mitbringt (EL, CL, Team) sollte eigentlich klar sein !!!

Aber Sie vergleichen Äpfel mit Birnen!

Das Installateur-Beispiel kommt nun mal von Ihnen (so wie das Formel-1-Beispiel weiter unten). Und da legen Sie immer wert auf Erfahrung bzw. Profis im jeweiligen Job. Und das sind eben viele Ex-Internationale nicht - was das Trainergeschäft betrifft. Ihr Vergleich ist also schon richtig, nur müssten Sie damit eigentlich jenen recht geben, die GEGEN Kicker-Privilegien bei der Trainer-Ausbildung sind.

Ich weiß auch nicht, warum Tatsachen "Gebashe" sein sollte, hier wird maximal der ÖFB gebasht, weil er die Verhaberung und die "Macht" der Ex-Kicker zulässt bzw. fördert.
Dass die früheren Internationalen verhabert sind, können Sie ja nicht bestreiten ( siehe TV-Diskuusion im ORF einst zu Teamchef Koller).

an der Stelle geb ich´s einfach auf !

Was simpleres gibts ja gar nicht...als was ich angeführt habe !

Ich rede die ganze Zeit davon...wem ich eher vertrauen WÜRDE !!!!....eine Noname...oder jemandem der viele Trainer ...internationale Trainer...andere Ligen...erlebt hat...und am ANFANG als Trainer steht !

Dass er nichts bewiesen hat als Trainer wäre mir klar...aber der andere auch NICHT !
Harrgottsack...was gibts denn hier nicht zu verstehen !

Wenn Alaba jemals aufhört...hat er Van Gaal, und Heynckes ....und wen weiss noch aller erlebt....der Noname...den Trainer Kurti Hinterzipfler von Tullnerbach (als Spieler) erlebt...na wer hat nun mehr in den Job von Haus aus einzubringen???

Ob das Erfolg hat oder nicht...dafür gibts keine Garantie....aber eine Annahme

ps...pardon meiner Aufgebrachtheit

...dein Post war eh der beste Response...aber da entgegnet wer falsch auf einen Vergleich ...und der Rest hupft genau da drauf !
Natürlich lasse ich nur einen Installateur ins Haus der einer ist !....aber preiswert im Pfusch...und genauso war das bsp gemeint !

Und was daran falsch sein soll, dass ein Trainer eine Persönlichkeit haben muss...(abseits des Platzes)...sollte wohl auch klar sein...bestes Bsp....KLOPP !
Ein Typ...mit dem jeder Spieler befreundet sein möchte...der sich für IHN den Arsch aufreisst...
DAS ist das Geheimnis von "Kloppo"...
Dass er fachlich auch was kann...ist klar...nur das hätte Magath auch....allerdings...den will kaum wer !

Wie bereits öfter erwähnt:

Egal, ob ein Kicker (Sie haben Alaba erwähnt) von den besten Trainern gelernt hat, das bringt ihm so gut wie gar nichts, wenn er selbst Trainer wird.

Noch einmal: Wären Sie ein guter/besserer Lehrer, nur weil Sie in der Schule von guten Lehrern unterrichtet wurden? Wohl kaum.

???na das hoff ich doch! Was oder besser gesagt, wie sonst. Vom brueten ueber fachbuecher im stillen kaemmerlein?

Nein.

Aber von den pädagogischen Fähigkeiten; der Erfahrung in seinem Beruf (und zwar als Lehrer, nicht als Schüler); von seinem Können, Wissen zu vermitteln; von seinem Einfühlungsvermögen; von seinem Willen, sich laufend fortzubilden; von seiner eigenen Lernfähigkeit; von seinem taktischen Verständnis (um wieder zum Fußball zu switchen); von seiner Intelligenz, Cleverness, etc.

Noch mehr Beispiele gefällig?

Und genau gegen diese Verneinung trete ich auf !

Wir kommen halt auf keinen grünen Zweig, aber macht nix...

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