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Wenn Telemedizin die medizinische Versorgung und Überwachung von Patienten aus der Ferne übernimmt, könnte die persönliche, vertrauensvolle Beziehung zwischen Arzt und Patient auf der Strecke bleiben. Diese Vermutung widerlegt jetzt eine aktuelle Studie des Instituts Arbeit und Technik (IAT) an der Westfälischen Hochschule. Anhand einer Befragung von Patienten und Ärzten, die ein Jahr lang an einem telemedizinischen Monitoring-Programm teilgenommen haben, konnte gezeigt werden, dass eine ergänzende telemedizinische Betreuung keinen negativen Einfluss auf die Beziehung der Patienten zu ihren niedergelassenen Haus- und Fachärzten hatte.
Denise Kluska vom IAT-Forschungsschwerpunkt Gesundheitswirtschaft und Lebensqualität befragte für die Studie 228 telemedizinisch betreute Patienten, jeweils zwei niedergelassene Haus- und Fachärzte sowie zwei telemedizinisch tätige Ärzte. Dabei wurde deutlich, dass der Hausarzt seine Rolle als erster Ansprechpartner für die meisten gesundheitlichen Belange seiner Patienten auch bei zusätzlicher telemedizinischer Betreuung keineswegs eingebüßt hat. Die Beziehungen der Patienten zu ihren Fachärzten hatten sich, auch infolge einer Patientenschulung, zum Teil intensiviert, was sich in einer Verbesserung der Kommunikation und einem beidseitig empfundenen Vertrauenszuwachs äußerte.
Für die Teilnehmer am Telemonitoring-Programm ergab sich als wichtigste Errungenschaft die Sicherheit, dass im Bedarfs- und Notfall ein medizinischer Ansprechpartner rund um die Uhr kontaktiert werden kann, wenn herkömmliche Anlaufstellen des Gesundheitswesens nicht erreichbar sind.
Darüber hinaus lernten sie durch die Selbststeuerung der Messungen, den Umgang mit den verschiedenen Messwerten und ihrer Bedeutung sowie einer Anpassung des Lebensstils eine aktive und selbstbewusste Rolle im Krankheitsmanagement einzunehmen. Denise Kluska: "Indem Patienten - auch mit der Hilfe von Telemedizin - zu kompetenten Partnern werden, können sich das Verhältnis und die Verhältnismäßigkeit zwischen Ärzten und Patienten zum Positiven entwickeln". (red, derStandard.at, 23.10.2012)
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