Alpine bewarb Anleihe im Frühjahr als "solide"

  • Artikelbild
    foto: apa/barbara gindl

Zum Zeitpunkt der Bewerbung des 100 Millionen Euro schweren Bonds ortete Kreditversicherer Prisma bereits gravierende Probleme

Wien/Wals/Madrid - Der angeschlagene Baukonzern Alpine, der zur Stunde mit Verbindlichkeiten von rund 1 Mrd. Euro ringt und um Stundungen durch die Banken verhandelt, dürfte seine 100 Mio. Euro schwere Anleihe im Mai trotz Kenntnis der problematischen finanziellen Situation als "solide" und "zukunftsorientiert" beworben haben. Zumindest habe der Kreditversicherer Prisma schon damals die Versicherungssumme für den Bauriesen mit Sitz in Salzburg herabgesetzt, berichtet das "WirtschaftsBlatt".

Einem Geschäftspartner der Alpine flatterte dem Bericht zufolge bereits im Mai eine Polizzenänderung des Versicherers ins Haus, mit der die Haftungssumme für die Alpine reduziert wurde. Ein Alarmsignal.

Rechtsstreit

Als Grund seien ein millionenschwerer Rechtsstreit in Polen, ein niedrigeres Eigenkapital und eine erhöhte Nettoverschuldung angeführt worden. Zudem habe sich die Bonität nicht so positiv wie erwartet entwickelt. Das Schreiben, das der Zeitung laut Eigenangaben vorliegt, sei mit dem 22. Mai datiert - dem Tag der Erstnotiz der Alpine-Anleihe.

Damals sei auch bereits von Refinanzierungsproblemen der spanischen Konzernmutter FCC zu hören gewesen, die heuer tatsächlich Milliarden refinanzieren muss. Der Wirtschaftsprüfer der Alpine, Deloitte, habe der Bilanz des Baukonzerns zwar einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt, im Kleingedruckten aber auf Risiken in dreistelliger Millionenhöhe hingewiesen.

Im Werbeprospekt für die Alpine-Anleihe stand lediglich: "Entwicklungen der Vergangenheit lassen keine verlässlichen Rückschlüsse auf zukünftige Entwicklungen zu", im Langprospekt finden der Zeitung zufolge nicht näher bezifferte Risiken Erwähnung. "Der Prospekt wurde von der luxemburgischen Aufsichtsbehörde CSSF gebilligt", sagte FMA-Sprecherin Annemarie Bauer zum "WirtschaftsBlatt".

Im Frühjahr wurde der Corporate Bond mit dem Slogan "Gemeinsam bauen wir am Erfolg" beworben, nun müssen Unternehmensteile verkauft werden - darunter auch die Alpine Energie, im Mai noch als "wesentliche strategische und wirtschaftliche Säule" bezeichnet. (APA, 23.10.2012)

Share if you care
12 Postings
vielleicht fehlte nur ein weiteres Wort

schlecht
unsicher

zinsen ansehen

das zinsversprechen der alpine anleihe war damals schon höher als marktüblich; also die entsprechende warnung war da.

falls das so ist,

gehört sofort das die Emmision des Bonds begleitende Institut, die Wirtschaftsprüfer und die FMA auf Schadenersatz geklagt. Ich habe auch den Bond gekauft (gott sei dank nur im niedrigen 2stelligen tausend € bereich), der sich jetzt als wahres Hasardeurpapier bzw. Junk Bond herausstellt. Wenn man dieses Risiko liebt, könnte man ja gleich griechische Staatsanleihen kaufen. die wären zumindest besser verzinst, bei nunmehr offensichtlich gleichem Risiko.

fma - wenn ich von denen nur höre, weiß ich dass alles bereits gelaufen ist - diese..........

Die FMA kann ja nicht ueberall sein

Die muss sich doch um den Heini Staudinger im Waldviertel kuemmern.

FMA

hätte hier nicht die Finanzmarktaufsicht besser prüfen sollen? oder hatte die anderes zu tun (Sparvereinen das Leben schwermachen ...)

Foreign Money Aquisition?

die waren grad im waldviertel auf prüftournee - wapplertour?

wenn ich von jemandem Geld borge

dann versprech ich auch immer, dass ich es ganz bestimmt zurückzahlen werde.

Würde ich das nicht tun, gäbs auch kein Geld auf Pump, alles klaro?

Deloitte, habe der Bilanz des Baukonzerns zwar einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt, im Kleingedruckten aber auf Risiken in dreistelliger Millionenhöhe hingewiesen

dann sollte deloitte doch auch einen beitrag leisten, oder nicht?

bäh die hatten wir letztens auch im Haus

Alle geschädigten Zusamenschließen und den den Verein

den letzten Euro rausziehen..zuerst werben es sei solide und ein paar Monate nachher krachen gehen..das kann nicht rechtens sein..und wenn doch..ist wohl allen klar wo es harkt..

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.