Neue Hilfe für Irland: Notwendiges Risiko

Kommentar22. Oktober 2012, 18:38
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Europas Steuerzahler sollen Irland einen Teil der Kosten für die Rettung seiner Banken abnehmen

Auf den ersten Blick klingt die Idee verrückt. Die deutsche und französische Regierung deuten an, dass der Eurorettungsschirm den irischen Banken nachträglich unter die Arme greifen könnte. Europas Steuerzahler sollen Irland einen Teil der Kosten für die Rettung seiner Banken abnehmen. Eine riskante Aktion, schließlich waren die irischen Kreditinstitute bisher ein Fass ohne Boden. Und doch ein Risiko, das eingegangen werden muss.

Während Europa gebannt auf Griechenland und Spanien starrt, steht Irland in Wahrheit nicht besser da. Dank der üppigen Bankenhilfen wird die irische Schuldenlast im kommenden Jahr auf 120 Prozent der Wirtschaftsleistung anwachsen. Als Folge der geplatzten Immobilienblase und der Sparpolitik ist die Arbeitslosigkeit auf einem Rekordstand, das Wachstum stagniert. Ohne Hilfe wird Irland aus diesem Schlamassel wahrscheinlich nicht herauskommen.

Die Eurozone kann aber keine weiteren Staatspleiten brauchen. Eine Rekapitalisierung der irischen Banken durch den Rettungsschirm könnte die Schuldenlast des Inselstaates auf ein erträgliches Niveau reduzieren. Der Schirm müsste dafür Anteile an den Geldhäusern erwerben. Weil aus den Instituten ein großer Teil der faulen Kredite bereits ausgelagert wurde, stehen die Chancen gut, dass der Schirm seine Anteile später gewinnbringend verkaufen kann. Ökonomisch wäre die Aktion sinnvoll - trauen müssen sich das die Politiker. (András Szigetvari, DER STANDARD, 23.10.2012)

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