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Paris/Madrid - Ein internationales Forschungsteam hat nach eigenen Angaben neue Anhaltspunkte dafür gefunden, dass Erdbeben zumindest teilweise auch vom Menschen beeinflusst werden könnten. Die Wissenschafter um Pablo González von der kanadischen University of Western Ontario untersuchten das Erdbeben nahe der südostspanischen Stadt Lorca, bei dem im Mai vergangenen Jahres neun Menschen starben und mindestens hundert weitere verletzt wurden. Laut der nun im britischen Fachmagazin "Nature Geoscience" veröffentlichten Studie könnte das massenhafte Abpumpen von Grundwasser mitverantwortlich für das Beben gewesen sein.
Erdbeben-Experten waren damals überrascht, dass das Beben so gewaltige Schäden verursachte, obwohl es mit einer Stärke von 5,1 nicht besonders heftig ausfiel. Die Forscher fanden nun heraus, dass das Beben sich in nur drei Kilometern Tiefe an einer bereits existierenden seismischen Bruchlinie ereignete. Nahe dieser Bruchlinie war aus einer Grundwasserschicht in großem Stil Wasser abgepumpt worden. Dadurch entstanden Risse in der Erdkruste, was zu neuen Spannungen an der Bruchlinie selbst führte, die bei dem Beben dann viel leichter aufbrach.
Die Forscher stützen sich auf Satellitenaufnahmen aus der Zeit vor und nach dem Erdbeben. Sie fanden zudem heraus, dass der Grundwasserspiegel in dem Gebiet zwischen 1960 und 2010 um mindestens 250 Meter absank. "Unsere Ergebnisse zeigen, dass Aktivitäten des Menschen einen Einfluss darauf haben könnten, wie und wann sich Erdbeben ereignen", heißt es in der Studie.
In einem Begleitkommentar schreibt der Geologe Jean-Philippe Avouac vom California Institute of Technology (Caltech), das Abpumpen von Grundwasser habe vermutlich natürliche Prozesse beschleunigt und nicht das Beben selbst ausgelöst. Die Ergebnisse der Studie hätten aber weitreichende Folgen: So stelle sich die Frage nach dem Risiko der unterirdischen Speicherung von Kohlenstoffdioxid im Kampf gegen den Klimawandel. (APA/red, derStandard.at, 22.10.2012)
Links (Nature Geoscience)
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Umgekehrt war es bei einem Geothermie Kraftwerk in der Schweiz: da wurde Wasser zugepumpt und - Erdbeben. Bei manchen Wissengschaftler und Inschenören fragt man sich dann doch, an was die so den ganzen Tag denken. Für viele wird es dann auch eine große Überraschung sein, wenn man erkennen kann, das durch den Klimawandel auch mehr Erdbeben enstehen werden weil z.B der Permafrostboden zu tauen beginnt. In der Arktis beginnt der Trend sich schon abzuzeichnen, wenn auch etwas anders.
Ob durch die geänderten statischen Verhältnisse durch das Abpumpen von Wasser, ob durch Druck bei HDR-Geothermie oder beim Kohlebergbau.
Wenn der Druck da ist und ein paar Bruchstellen dazukommen, dann kann sich was bewegen.
Bei den "Permafrost-Beben" würde ich aber eher davon ausgehen, daß diese im Vergleich zum Freisetzen von Methan beim Auftauen ein sehr geringes Problem darstellen. Aufgrund der Oberflächlichkeit der Brüche sollten die ja sehr lokal begrentzt sein und bei der geringen Bevölkerungsdichte in Sibirien scheint mir das Schadenspotential doch recht gering zu sein.
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