Märchen, Märchen, Märchen

Rezension |
  • "Eine Geschichte, bitteee!"
    foto: loewe verlag

    "Eine Geschichte, bitteee!"

Viele Erwachsene können diese Geschichten aus dem Stegreif erzählen

Diese Geschichten begleiten Kinder seit Jahr und Tag, Erwachsene können viele von ihnen meist sogar noch aus dem Stegreif erzählen. Dornröschen, Rumpelstilzchen, Schneeweißchen und Rosenrot, das tapfere Schneiderlein, Hans im Glück - die von den Gebrüdern Grimm aufgezeichneten Volksmärchen zählen bis heute zum Standard-Vorleserepertoire.

Der Loewe Verlag hat heuer ihre Geschichten zu einer Sammlung zusammengestellt. "Grimms Märchen" ist eine Art Werkschau und in seiner Form ideal zum Mitnehmen etwa auf Reisen. Das Kinderbuch setzt ganz auf die Märchen und ist erfrischend unspektakulär aufgemacht: Auf ein einführendes Vorwort wurde ganz verzichtet, und die Illustrationen sind mehr oder weniger nur eine nette Behübschung. Insgesamt herrscht eine Art Retrostil. Warum auch nicht, Kinder ab dem siebten Lebensjahr werden die Ohren spitzen und gebannt den Geschichten folgen.

Ein kleiner Hinweis für die vorlesenden Erwachsenen: Die Märchen haben unterschiedliche Textlängen. Dass das ganz nützlich sein kann, zeigen die eigenen Erfahrungen beim Kinder-ins-Bett-Bringen. Wenn es dann "Eine Geschichte, bitteee!" heißt, kann mit Blick auf die Uhr unauffällig ein bisschen reguliert werden. Das darauf folgende "Noch bitteee!" muss man so oder so überstehen. (Peter Mayr, Album, DER STANDARD, 20.10.2012)

Jacob und Wilhelm Grimm
Grimms Märchen

Loewe Verlag 2012 
220 Seiten, 10,30 Euro

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