Heike Curtze hat Brus-Zyklus rechtens verkauft

Der Kläger, Reinhardt Diethardt, muss aufgrund des Urteils auch Gerichts- und Verfahrenskosten bezahlen

Wien - Ein jahrelanger Rechtsstreit wurde vom Oberlandesgericht Graz entschieden. Die Vorgeschichte dazu klingt verwickelt: Im Jahr 2008 wurde die Wiener Galeristin Heike Curtze von dem Grazer Sammler Reinhard Diethardt und dem Wiener Kunsthändler Philipp Konzett beschuldigt, einen 64-teiligen Werkzyklus von Günter Brus widerrechtlich verkauft zu haben. Die beiden brachten bei der Staatsanwaltschaft Wien Strafanzeige gegen Curtze wegen schweren gewerbsmäßigen Betrugs ein.

Diese Anzeige wurde von der Staatsanwaltschaft zurückgewiesen. Woraufhin Curtze ihrerseits Diethardt und Konzett auf Unterlassung und Rücknahme ihrer Anschuldigungen klagte sowie gegen die Behauptung, sie schulde Diethardt 680.000 Euro Schadensersatz. Der Klage wurde stattgegeben. Konzett zog seine Behauptungen zurück und entschuldigte sich noch im Gerichtssaal bei Curtze und den Eheleuten Brus, die als Zeugen involviert waren.

Diethardt legte Berufung ein, die aber zurückgewiesen wurde. Das Oberlandesgericht hat das erstinstanzliche Urteil bestätigt, wonach sich Heike Curtze korrekt verhalten habe, Diethardt daher keinen Schadensersatz geltend machen könne. Der Kläger, Reinhardt Diethardt, muss aufgrund des Urteils auch die Gerichts- und Verfahrenskosten bezahlen. Die Entscheidung, dass die Vorwürfe gegenüber Heike Curtze haltlos sind, ist rechtskräftig. (asch, DER STANDARD, 23.10.2012)

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