Mediziner drängen auf Lebendspender-Register

22. Oktober 2012, 18:58
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Gesundheitsministerium hält Register nicht für notwendig

Wien - Wer eines seiner Organe - etwa eine Niere für einen Verwandten - spendet, wird vom Gesetzgeber künftig im Stich gelassen. Das fürchten Transplantationsmediziner nach Lektüre der Regierungsvorlage zum Organtransplantationsgesetz, die diese Woche im Gesundheitsausschuss des Nationalrats behandelt wird.

Die Kritik der Experten zielt auf die nach ihrer einhelligen Ansicht unzureichende Nachsorge der Lebendspender ab, die in der derzeitigen Vorlage an die einzelnen Transplantationszentren delegiert wird. Geht es nach dem derzeitigen Gesetzestext, werden Organspender lediglich einmal nach drei Monaten zu einer kurzfristigen Nachkontrolle eingeladen. Der Transplantationschirurg Andreas Zuckermann, Präsident von Austrotransplant, erklärt dem STANDARD: "Die Langzeitsicherheit der Lebendspender kann nur durch wissenschaftlich fundierte Nachsorgeprogramme gewährleistet werden. Diese können nur auf Basis eines offiziellen Registers gewonnen werden."

Die Einrichtung eines solchen Registers war in der ursprünglichen Gesetzesvorlage vorgesehen. Das Gesundheitsministerium hält das Register aber nicht für notwendig, weil es pro Jahr nur 50 bis 70 Lebendspender gibt. (cs, DER STANDARD, 23.10.2012)

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