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Facebook-App "Commit to Mitt" soll republikanische Sympathisanten in den Swing States an die Wahlurnen führen.
Der aktuellen CNN-Hochrechnung zufolge kann der amtierende US-Präsident Barack Obama bei den Wahlen am 6. November mit 237 Wahlmänner-Stimmen rechnen. Für den Seig notwendig sind 270, also mehr als die Hälfte der insgesamt 538 "Electoral College votes".
Sein Herausforderer, der Republikaner Mitt Romney, liegt demnach bei 191. 110 Stimmen verbleiben noch in Bundesstaaten mit ausgeglichenem Wählerprofil und vielen Unentschlossenen. Diese will Romney nun auch mit Hilfe seiner Facebook-App erreichen.
Das Facebook als Kampagnenplattform genutzt wird, ist nichts neues. Obama selbst setzte 2008 mit seiner Grassroots-Bewegung stark auf das sogenannte "Web 2.0". Politische Diskussionen sind in dem Social Network jedoch heikel und nicht jeder freut sich darüber, entsprechende Botschaften seiner Freunde im eigenen Stream oder gar der eigenen Pinnwand zu finden. Noch schwerer ist es, unentschiedene Wähler in den Swing States auf diesem Wege gezielt zu erreichen.
Ein Problem, welches Romneys Kampagnenteam mit einer Facebook-App namens "Commit to Mitt" lösen will. Diese erkennt den Wohnort und analysiert die Einträge der eigenen Freunde auf politische Inhalte. Wer in einem der heiß umkämpften Bundesstaaten wohnt, an den Republikanern bzw. Romney interessiert scheint und sich zudem oft an politischen Diskussionen beteiligt, wird als "Einflussnehmer" anschließend von dem Tool vorgeschlagen. Die App erlaubt dann die Übermittlung einer Pro-Romney-Botschaft entweder per Pinnwandeintrag oder privater Nachricht, so TechCrunch.
Erhöhen soll dies nicht nur die Zahl jener, die sich in Debatten auf die Seite des Herausforderers schlagen, sondern auch den Anteil jener innerhalb der republikanischen Sympathisanten erhöhen, die am ersten Dienstag im November tatsächlich zur Urne schreiten.
Eine im September veröffentlichte Studie hat ergeben, dass alleine Facebook-Interaktion die Anzahl der gültigen Stimmen bei den Midterm Elections 2010 um 2,2 Prozent erhöht hat. Den meisten "Drive", 80 Prozent dieses Anteils, erwirkten dabei von Freunden geteilte Nachrichten. Eine MIT-Studie legt nahe, so ein Artikel von FastCompany, dass persönliche Nachrichten noch besser wirken. Am effektivsten diesbezüglich bleiben aber Face-to-Face-Kampagnen, die einen Impact von acht Prozent aufweisen.
Technisch greift das Programm auf Facebooks "Open Graph" zurück. Sie kommt auch jenem Fünftel der Facebook-User zugute, die Freunde blockieren, welche sich auf Facebook politisch betätigen. Für diesen Zweck gibt es mit "Nopple" (No Politics Please) sogar ein eigenes Tool, welches gezielt politische Postings ausblendet und somit den Abbruch virtueller Freundschaften verhindert. (red, derStandard.at, 22.12.2012)
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