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vergrößern 700x198Die Anzahl österreichischer Klubs in der höchsten Spielklasse seit der Bundesliga-Gründung 1965.

Dieser Artikel ist eine überarbeitete und stark gekürzte Version eines Beitrags des Autors im von Schneider/Tomanek herausgegebenen Buch "Eishockey".
Seit Weihnachten 1899 wird in Österreich Eishockey gespielt (siehe "Gebogene Haselnussprügel und Korkbälle"), 13 Jahre später wurde die erste vom Verband ausgeschriebene Meisterschaft ausgetragen. Bis zur Errichtung einer landesweiten, einheitlichen Liga vergingen in der Folge ganze 44 Jahre, die Bundesliga wurde überhaupt erst 1965 gegründet. Der folgende Text skizziert die Entwicklung der Organisationsstruktur österreichischer Meisterschaften.
Nach der im Jänner 1912 erfolgten Gründung des Österreichischen Eishockey Verbandes (ÖEHV) wurde im folgenden Winter erstmals eine Meisterschaft ausgeschrieben, die jedoch noch im Bandy ausgespielt wurde und an der sich lediglich fünf Klubs aus Wien beteiligten. Der Erste Weltkrieg und seine Folgen (vorübergehender Ausschluss aus dem Weltverband, Betriebsverbot für Kunsteisbahnen) behinderten die Weiterentwicklung des Sports, erst 1922/23 - und damit deutlich später als in den meisten anderen europäischen Staaten - wurde in der Liga kanadisches Eishockey mit der Scheibe und nicht mehr im Bandy gespielt.
Jedoch blieb der organisierte Eishockeysport für lange Zeit eine auf Wien und sein nächstes geographisches Umfeld beschränkte Angelegenheit: Erst 1932 wurde vom ÖEHV zum ersten Mal eine sogenannte "Provinzmeisterschaft" organisiert, deren Sieger am Saisonende gegen den Wiener Meister zum Duell um den nationalen Titel antreten durfte. Am Ligaspielbetrieb, allerdings in regionalen Gruppen, konnten sich die Klubs aus den Bundesländern ab 1946 beteiligen, die Errichtung einer landesweiten, einheitlichen Meisterschaft gelang allerdings erst 1956.
Sportliche Unausgeglichenheit und wirtschaftliche Überlegungen führten dazu, dass der ÖEHV 1965 eine neue Liga, die Bundesliga, gründete. Ihr gehörten anfangs nur vier Vereine an (WEV, KAC, Innsbruck, Kitzbühel), mit dem Aufstieg des jeweiligen Zweitligameisters sollte sie jedoch bis 1969 auf acht Klubs anwachsen. Das erste Bundesligaspiel der Geschichte bestritten am 13.November 1965 Innsbruck und Wien, für den Premierentreffer beim 7:2-Sieg der Tiroler zeichnete Hermann Erhart verantwortlich.
Obwohl der neue Bewerb in den ersten Jahren seiner Existenz vom Klagenfurter AC dominiert wurde (neun Meistertitel in Serie), verlief die Aufbauphase der neuen Bundesliga erfolgreich: Mit dem ATSE Graz, Feldkirch, Zell am See und dem EC Innsbruck-Pradl stiegen bis 1969 wie geplant vier Zweitligisten in die höchste Spielklasse auf.
Die schrittweise Erweiterung der Liga läutete eine knapp eineinhalb Dekaden andauernde Periode der Stabilität im Ligasystem ein. Trotz vielseitiger Meinungsverschiedenheiten zwischen den Vereinen und dem Verband (Kunsteis-Pflicht ab 1973, Einführung der Play-offs 1974, Legionärsbeschränkungen, Überdachungs-Vorschrift ab 1980 etc.) blieb die Anzahl der Teilnehmer am Spielbetrieb mit Ausnahme einer Saison konstant bei acht. Zudem begann die Dominanz der KAC zu bröckeln, zwischen 1975 und 1984 gingen sechs der zehn Meistertitel nicht nach Klagenfurt, sondern nach Graz, Villach oder Feldkirch.
In der ersten Hälfte der 1980er-Jahre sahen sich jedoch zunehmend mehr Vereine mit wirtschaftlichen Problemen konfrontiert, überbordende Personalkosten trieben einige Klubs in den Bankrott oder zumindest an dessen Rand. In den zehn Spielzeiten zwischen 1982 und 1991 gab es nur eine Saison, in der das Teilnehmerfeld im Vergleich zum vorangegangenen Jahr unverändert blieb.
Diese Fluktuation unter den Mitgliedern der Bundesliga und auch die maßgeblichen politischen Veränderungen im Europa des ausklingenden Ost/West-Konflikts sorgten zu Beginn der 1990er-Jahre für eine Internationalisierung des Spielbetriebs. Gemeinsam mit Vereinen aus Italien und Slowenien wurde die Alpenliga ins Leben gerufen, die dem folgenden Jahrzehnt ihren Stempel aufdrücken sollte. Damit einher ging eine Marginalisierung der jede Saison im Anschluss an die Alpenliga ausgespielten österreichischen Meisterschaft: Die nationalen Titelträger der Jahre 1992 bis 1994 bestritten auf ihrem Weg durch Grunddurchgang und Play-offs jeweils deutlich weniger als 30 Bundesliga-Spiele.
Da an der Meisterschaft 1993/94 nur noch vier Klubs teilnahmen und in deren Kadern zudem teilweise eine zweistellige Anzahl an Legionären bzw. eingebürgerten Spielern stand, fürchtete der ÖEHV eine fortschreitende Verkleinerung des Pools an nationalteamtauglichen österreichischen Spielern. Daher wurde die Alpenliga für die Saison 1994/95 ausgesetzt, an der nationalen Meisterschaft nahmen nun zehn Vereine teil, so viele wie noch nie seit der Bundesligagründung. Das eklatante Leistungsgefälle zwischen den Klubs führte nach nur einer Spielzeit zur Wiederbelebung des grenzübergreifenden Wettbewerbs mit italienischen und slowenischen Teams.
Doch an den wirtschaftlichen Problemen an der Mehrzahl der Bundesliga-Standorte änderte sich wenig. Ihren Tiefpunkt erreichte die Liga schließlich im Jahr 2000, als sich mit Klagenfurt und Villach nur noch zwei Klubs im Stande sahen, ein Profiteam zu stellen. Dieser Ligacrash resultierte de-facto in einer Nivellierung des Niveaus nach unten, indem die beiden Kärntner Vereine gemeinsam mit acht unterklassigen Klubs eine neue Bundesliga formierten.
Ausgestattet mit einem eigenen Ligasponsor und einem neuen (Pay-)TV-Vertrag starteten im September 2000 zehn Vereine in die erste Spielzeit nach dem großen Umbruch. Die Folgejahre waren von einer zunehmenden Professionalisierung des Bewerbs und der teilnehmenden Klubs gekennzeichnet, unter dem Druck des stetig steigenden Ressourcenbedarfs zogen sich kleinere Vereine wieder aus der Bundesliga zurück.
Einen deutlichen Einschnitt in die Organisationsstruktur des österreichischen Eishockeys kennzeichnete das Jahr 2005, als sich die nunmehrige Erste Bank Eishockey Liga aus dem Verband löste und als eigener Verein konstituierte. Damit einher ging eine Konzentration des Profi-Eishockeys auf Ballungszentren, Bundesliga wurde zur Mitte der Dekade nur noch in den sieben bevölkerungsreichsten Städten des Landes gespielt.
Das Expansionsstreben der sich fortan selbst verwaltenden Liga war im nationalen Rahmen an seine Grenzen gestoßen, was den Weg zur internationalen Öffnung der EBEL ebnete. Mit dem Traditionsklub HK Jesenice stieg im Jahr 2006 ein slowenischer Klub in den Bewerb ein, 2007 folgten mit Olimpija Ljubljana und Székesfehérvár zwei weitere internationale Teams. Neben der Steigerung der sportlichen Qualität gelang es der Liga mit der Grenzöffnung auch, eine neue Phase der Stabilität einzuleiten.
Das gut zwei Jahrzehnte hindurch stets vom Einsturz bedrohte Konstrukt Eishockeyliga steht heute - als Bewerb von zwölf Klubs aus Österreich, Slowenien, Ungarn, Kroatien und Tschechien - auf einem solideren Fundament als je zuvor. Die EBEL avancierte nicht nur zu einem Paradebeispiel für eine funktionierende internationale Meisterschaft, auf Basis der kontinuierlichen wirtschaftlichen und strukturellen Weiterentwicklung gelang ihr auch der Sprung unter die sieben stärksten Ligen des Kontinents. (Hannes Biedermann, derStandard.at, 22.10.2012)
Dieser Artikel entspricht einer überarbeiteten und stark gekürzten Fassung des Kapitels "Verband und Liga - Wer organisiert das Eishockey?" in dem Buch "Eishockey. Von Walter Znenahlik bis Michael Grabner", das im Oktober 2012 von Felix Schneider und Alexander Tomanek herausgegeben wurde.
Hannes Biedermann bloggt zum nationalen und internationalen Eishockey. Der gelernte Politikwissenschafter hat sein Hobby mittlerweile zum Beruf gemacht und arbeitet als Scout und Berater für in- und ausländische Klubs.
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Ausgenommen natürlich die Kärntner Derby-Statistik. Da hat der KAC, als man zurück lag, mal kurzerhand 24 Spiele - natürlich alle von den Klagenfurtern gewonnen bzw. unentschieden - aus der Prä-Bundesliga-Zeit in die Statistik mit aufgenommen. Aber das ist eine andere Geschichte...
... Gespielt wurde auf einer Eisfläche mit den Ausmaßen eines Fußballfeldes, jedes Team bestand aus sieben Spielern, das Spielgerät war ein mit Spagat umwickelter Korkball und die Schläger waren - in der damals gebräuchlichen Sprache gesprochen - „am Ende gebogene Haselnussprügel". ...
Die Grenzen Richtung Slowakei öffnen. Weiter Tschechen holen und auch wenn ich persönlich kein Fan davon bin, Südtiroler einladen. Eine Liga mit 16, 18, 20 Mannschaften etablieren, Divisions gründen und dann haben wir die interessanteste Liga Mitteleuropas.
Aber in den 90er Jahren waren in der Alpenliga 16 Vertreter, wovon mehr als die Hälfte Italiener waren. Das war unattraktiv, da gebe ich dir. Gröden, Alleghe, Meran und weiß der Teufel wie die alle geheißen haben. Deswegen 1,2 Italiener (eher zwei wegen Derbys) und auch andere Länder miteinbeziehen. Dann könnte dies schon Früchte tragen......
Soooooo schlecht habe ich das nicht in Erinnerung. Ich erinnere mich noch sehr gut an das Finalturnier in Villach mit dem Finale zwischen Mailand (Berlusconi-Truppe) und Alleghe, das als krasser Underdog mit einem überragenden Mario Chitarroni siegreich blieb. War eine der lässigten Partien ohne VSV-Bezug, die ich je auf Villacher Eis gesehen habe.
Denke du denkst da 2-3 Schritte zuweit schon :)
Ich denke kurz und mittelfristig heissts mal auf 14 Teams expandieren (1 Südtiroler und 1 Slowake?) und dieses Konstrukt stabil halten.
Weitere Schritte kann man glaub ich erst dann richtig ins Auge fassen sollten die Ligen in Italien, Tschechien oder der Slowakei implodieren (gerade die letzteren beiden sind ja relativ bedroht was das angeht)
...von Slovan in Richtung KHL ziemlich getroffen, es gibt - abgesehen vom slowakischen U20-Team, das außer Konkurrenz in Bratislava in der Liga mitspielen darf - keinen Hauptstadtklub mehr, und man sieht sich jetzt auch sportlich auf einem Level mit der EBEL (d.h. eine Ebene unter tschechischer Extraliga, NLA, DEL, Elitserien, SM-Liga).
Ich hab nichts offizielles gefunden, aber dieser Blogeintrag scheint die Stimmung (Slovan ist weg, die Tschechen wollen uns nicht, was tun?) einigermaßen wiederzuspiegeln:
http://www.webhokej24.sk/extraliga... nsky-hokej
"Eine Mitteleuropäische Hockeyliga - die Rettung fürs slowakische Hockey"
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