BZÖ taugt nun nicht mehr als Beschaffer einer Zweidrittelmehrheit

BZÖ verliert Mandatare am laufenden Band

Wien - Der außergewöhnliche Schrumpfungsprozess des BZÖ in dieser Legislaturperiode setzt sich fort. Nach dem Abgang von Stefan Markowitz zur Stronach-Partei ist schon mehr als ein Drittel der orangen Sitze abhandengekommen, es sind gerade einmal noch 13. Weiterer Schritt hin zum Bedeutungsverlust: Das BZÖ ist im Nationalrat zu klein geworden, um den Regierungsparteien zu einer Zweidrittelmehrheit zu verhelfen.

122 Stimmen braucht eine Zweidrittelmehrheit, seit 2008 sind die Regierungsparteien jedenfalls auf die Stimmen einer Oppositionspartei angewiesen, um eine solche Materie durchzubringen. Da SPÖ und ÖVP gemeinsam 107 Mandate haben, reichen die 13 des BZÖ dafür nicht.

Früher waren es noch 21

Nach dem sensationellen Wahlerfolg unter Spitzenkandidat Jörg Haider im Jahr 2008 hatte der Klub des Bündnisses 21 Mitglieder. 2009 begann der Schrumpfungsprozess mit dem Exodus der Kärntner Freiheitlichen, die sich im Dezember 2009 wieder der FPÖ anschlossen. Martin Strutz, Maximilian Linder und Josef Jury verließen im Zuge dessen den BZÖ-Klub und sind mittlerweile in die freiheitliche Fraktion integriert. Immerhin konnte man sich damals freuen, dass die Kärntner Josef Bucher, Sigisbert Dolinschek, Stefan Markowitz und Stefan Petzner erhalten blieben. Doch das war es noch lange nicht.

Erich Tadler wurde im Jänner 2010 rausgeschmissen, nachdem er angeblich finanzielle Wünsche für seinen Verbleib im orangen Nationalratsklub geäußert hatte, was vom mittlerweile zum Stronach-Mandatar gewordenen Abgeordneten stets bestritten wurde. Im September 2011 war dann Robert Lugar an der Reihe. Er ging, als er nicht BZÖ-Generalsekretär wurde, und ist mittlerweile quasi zum Stronach-Sprachrohr mutiert. Auch Elisabeth Kaufmann-Bruckberger, die ihr Mandat erst seit vergangenen Dezember als Ersatz für den nunmehrigen EU-Abgeordneten Ewald Stadler innehat, wechselte zu Stronach. Als nächster verabschiedete sich der Vorarlberger Christoph Hagen, und nun hat wenig überraschend auch Markowitz das Bündnis verlassen.

Heute sind es nur mehr 12 bis 13

Die Gruppe der Orangen im Parlament ist somit auf 13 geschrumpft, und hätte man den zwischendurch wegen staatsanwaltlicher Ermittlungen aus dem Klub gebetenen Gerhard Huber nicht mittlerweile wieder aufgenommen, wären es gar nur noch 12. (APA, 22.10.2012)

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Ich lese da, Herr gerhard huber, sei trotz staatsanwaltlicher Ermittlungen wieder aufgenommen worden - in der Not lässt der Parteiobmann die vollmundig angekündigten Grundsätze wieder fallen ....

...noch einer und wir haben das "dreckige Dutzend"...

bzw. Die 12 Gesch(w)orenen.

mal eine kleine abtsimmung zw. den postern: rot heißt BZÖ überlebt die kommenden NR wahlen, grün heißt: BZÖ löst sich bei den kommenden wahlen in luft auf.

und genau wegen dem zu erwartenden Ergebnis Ihrer kleinen Standardumfrage verlassen viele Angsthaserl das sinkende Schiff in Richtung sicherer Hafen Stronach.

..pecunia non olet? wahrscheinlich schon, oder?

Kein Wunder auf dieser Welt

(und damit meine ich: nichteinmal eine Wiederauferstehung vom Haider) würde das BZÖ vor dem Verschwinden in die Bedeutungslosigkeit bewahren.

glaube dass es auch Stronach nicht schaffen wird.

ziemlich viele Österreicher lassen sich leider nur allzugerne blenden (siehe Haider, ehemalige Buberlpartie etc...)

Buberlpartie ehemalig?

Sind doch alle noch da.

Nur der Kopf fehlt.

Das BZÖ wird wohl nicht mehr im NR sein, die opportunistischsten BZÖler werden aber für Stronach dort sitzen - als Exempel dafür, daß man in der Politik alles kaufen kann. Das Parlament ist schon länger nicht mehr der Hort der Demokratie, sondern Österreichs teuerstes Bordell - und die Prostituierten heißen Abgeordnete, jederzeit Bereit ihre Meinung zu verkaufen.

bislang ist wohl das bzö/fpö gefüge "nicht mehr der Hort der Demokratie, sondern Österreichs teuerstes Bordell"
von der fpö zum bzö oder vom bzö zum teamstronach ...

Sensationeller Wahlerfolg...

... unter Spitzenkandidat Jörg Haider im Jahr 2008?

Die Sensation war der Unfalltod, DANACH waren die Wahlen, und auf dieser sentimentalen Basis hat es den Ausschlag nach oben im Ergebnis gegeben. Vor dem Umfall hatten die Werte ganz anders ausgesehen.

Durchaus interessant, welche Folgen solche Anekdoten nach sich ziehen. Durch den unfallbedingt überraschend hohen Erfolg damals sind Leute ins Parlament gerutscht, die sich jetzt wieder verhältnismäßig billig durch Stronach einsacken ließen.

?

Die Wahlen waren am 28. September, der Unfall am 11. Oktober 2008. Der postume Wahlsieg mit dem Trauereffekt war in Kärnten, aber 2009, der ist hier nicht gemeint, sondern der Platz 4 vor den Grünen im NR.

Natürliche Selektion.

es steht einem jedem frei einen partei zu gründen,

diese aufzupalten bis in die atome und wieder neue zusammenzubauen und das ganze wieder von vorn.
aber eines muss man schon ganz ehrlich bei vollem verstand sich fragen. wie dumm gehts eigenltich noch? und dabei meine ich die österreicher - die kärtner ganz besonders. bei dieser ganzen rechten braunen truppe, gehört das mit sich selbst beschäftigt sein, abspalten, streiten, etc... sofern man nicht mit korruptionsklaagen und hausdurchsuchungen der staatsanwalt beschäftigt ist zum poltitischen altag. hier ist es schon so gut wie sicher wenige tage nach der wahl wieder eine andere gruppierung als vor der wahl vorzufinden.
also wie dumm muss man sein wenn man für diese ganzen kasperln seine stimme verschwendet?

bald heißts dann

10 kleine BZÖlein

Mir ist der bucher lieber, als der stronach, nach dieser diskussion was ich gestern gesehe habe

Eines ist klar: Ohne Jörg ist das BZÖ tot.

Nach den nächsten Wahlen wird dieses Gebilde von der Polit-Bühne verschwinden, wie weiland das LiF. Die Abgeordneten bringen sich schon mal in Sicherheit.

Der Unterschied ist nur: um das LIF war es schade, um das BZÖ ist es das nicht.

Obwohl man über Details natürlich diskutieren kann, würde ich mir eine ECHTE liberale Partei für Österreich wünschen. Und zwar nicht nur wirtschaftsliberal.

Wer bezahlt eigentlich die Schulden des LIV?

Doch nicht etwa die Heide oder der H.F.?

zuviel schispringen geschaut?

V wie Vorum.

Nur dass Stronach eine trügerische Sicherheit bietet.

Auch HP Martin war Umfragen-Kaiser vor der Auszählung.

Das stimmt und Dinkhauser auch. Sicher ist der Einzug keineswegs. Ich war auch lange ihrer Meinung, aber ich finde das Stronachs Team besser aufgestellt ist, als Dinkhauser oder HPM.

Sie sollten die Aufstellung Stronachs heute mit der 2008

tirolweiten Kandidatur Dinkhausers vergleichen, Dinkhauser wurde bei der LTW 08 zweitstärkste Fraktion:-((

Heute vielleicht.

In einem Jahr bei den Wahlen?
Stronach ist ein 'Stro-feuer', je mehr öffentliche Auftritte er absolviert, desto weniger Stimmen wird er kriegen.

Ach! Das, was der Frank an Stimmen nicht bekommt, kauft er zu! ;-)

Jedenfalls wird es spannend und Frank wäre ein weitere Chance, Strukturen aufzubrechen. Er ist auch ohne rechtem Einschlag, ganz im Gegensatz zu Strache und Haider.

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