Schweiz will Deutschland für Studenten zur Kasse bitten

22. Oktober 2012, 12:00
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Berlin bei Abgeltungsvereinbarung offenbar zögerlich - 35.000 deutsche Studenten in der Schweiz

Zürich/Berlin - Die Schweiz will künftig von der Bundesrepublik für deutsche Studenten an ihren Universitäten bezahlt werden. Bern strebe dafür eine Abgeltungsvereinbarung mit der Regierung in Berlin an, berichtet die "Neue Zürcher Zeitung" am Sonntag. Im Gegenzug sei die Schweiz bereit, finanzielle Beiträge für ihre Studenten an deutschen Unis zu leisten. Deutschland würde aber deutlich mehr Geld überweisen müssen, da mehr Deutsche in der Schweiz studieren als umgekehrt.

Über die Vorstellungen der Schweiz habe es bisher nur "informelle exploratorische Gespräche" mit Berlin gegeben, sagte Mauro Dell'Ambrogio, Staatssekretär für Bildung und Forschung in Bern. Das Interesse Deutschlands an einer Einigung sei gering, "da es derzeit vornehmlich Studenten exportiere und daher Nettozahler einer solchen Lösung wäre", heißt es in der "Neuen Zürcher Zeitung" unter Berufung auf den Staatssekretär.

Schweiz will Angeltungsabkommen

Angesichtes steigender Kosten durch immer mehr ausländische Studenten, will die Schweiz auch mit anderen Ländern entsprechende Abgeltungsabkommen erreichen. Als vordringlich gilt jedoch eine Lösung mit der Bundesrepublik, da Deutsche mit knapp 29 Prozent den weitaus größten Teil der mehr als 35.000 ausländischen Studierenden in der Schweiz ausmachen.

Auch in Österreich hat es mit Blick insbesondere auf sogenannte Numerus-Clausus-Flüchtlinge aus Deutschland Stimmen gegeben, wonach Herkunftsländer für ihre Studenten an den heimischen Hochschulen bezahlen sollten - etwa vonseiten der Salzburger Landeshauptfrau Gabi Burgstaller oder dem BZÖ. Die Zahl der deutschen Studenten an den österreichischen Universitäten hat sich seit 2001 auf rund 24.400 verfünffacht. (APA, 22.10.2012)

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