Semper und überall Wagner

  • Die ÖBB bieten Tickets ab 29 Euro für die Reise im Nachtzug von Wien 
nach Dresden. In den Tageszügen reist man ab 59 Euro, Fahrzeit rund 7 
Stunden. Direkte Flugverbindungen nach Dresden gibt es derzeit nicht. 
Alternativ fliegen Austrian Airlines bis zu zweimal täglich in die 
Nachbarstadt Leipzig. Vom Flughafen Leipzig/Halle fährt der 
Intercity-Zug direkt zum Dresdner Hauptbahnhof (Fahrzeit 1:20). 
Roundtrip ab € 149 inkl. Steuern und Gebühren. Neu ist die Verbindung 
Wien-Dresden mit dem Westbus um € 48. Täglich außer Mittwoch ab 
Wien-Erdberg um 21.00 Uhr, die Retourfahrt startet in Dresden um 
Mitternacht. Fahrzeit: 6 Stunden.
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    Die ÖBB bieten Tickets ab 29 Euro für die Reise im Nachtzug von Wien nach Dresden. In den Tageszügen reist man ab 59 Euro, Fahrzeit rund 7 Stunden. Direkte Flugverbindungen nach Dresden gibt es derzeit nicht. Alternativ fliegen Austrian Airlines bis zu zweimal täglich in die Nachbarstadt Leipzig. Vom Flughafen Leipzig/Halle fährt der Intercity-Zug direkt zum Dresdner Hauptbahnhof (Fahrzeit 1:20). Roundtrip ab € 149 inkl. Steuern und Gebühren. Neu ist die Verbindung Wien-Dresden mit dem Westbus um € 48. Täglich außer Mittwoch ab Wien-Erdberg um 21.00 Uhr, die Retourfahrt startet in Dresden um Mitternacht. Fahrzeit: 6 Stunden.

  • Das Angebot an Unterkünften reicht von kleinen Pensionen in 
Fachwerkshäusern bis zum Grand Hotel am Theaterplatz. Empfehlung: QF 
Hotel - Chopin und Dostojewski haben hier einst logiert,
 und auch heute beherbergt das 2007 wiederaufgebaute Haus Prominenz. Die
 Lage direkt neben der Frauenkirche gehört zu den besonderen Vorzügen. 
Klassische Küche: Augustiner an der Frauenkirche. In einem der schönsten
 Biergärten der Stadt (bei Schlechtwetter oder im Winter im barocken 
Bürgerhaus) serviert man wunderbaren Sauerbraten mit Kartoffelknödel und
 Blaukraut, dazu gepflegtes Bier.

    Das Angebot an Unterkünften reicht von kleinen Pensionen in Fachwerkshäusern bis zum Grand Hotel am Theaterplatz. Empfehlung: QF Hotel - Chopin und Dostojewski haben hier einst logiert, und auch heute beherbergt das 2007 wiederaufgebaute Haus Prominenz. Die Lage direkt neben der Frauenkirche gehört zu den besonderen Vorzügen. Klassische Küche: Augustiner an der Frauenkirche. In einem der schönsten Biergärten der Stadt (bei Schlechtwetter oder im Winter im barocken Bürgerhaus) serviert man wunderbaren Sauerbraten mit Kartoffelknödel und Blaukraut, dazu gepflegtes Bier.

  • Freie Besichtigung des Innenraums der Frauenkirche in der Regel Mo. 
bis Fr., 10-12 und 13-18 Uhr, an Wochenenden wechselnde Zeiten. 
Gemäldegalerie Alte Meister: Im Rahmen der Sonderausstellung "Die 
Sixtinische Madonna - Raffaels Kultbild wird 500" hat das Museum täglich
 10 bis 18 Uhr geöffnet. Achtung: Ab 15. 1. 2013 finden Umbauten statt. 
Ab 27. 3. 2013 werden die Meisterwerke der Sammlung wieder gezeigt. 
Info: www.skd.museum
Details zum Wagner-Jahr in Dresden: www.marketing.dresden.de
Deutsche Zentrale für Tourismus e.V.: www.germany.travel
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    Freie Besichtigung des Innenraums der Frauenkirche in der Regel Mo. bis Fr., 10-12 und 13-18 Uhr, an Wochenenden wechselnde Zeiten. Gemäldegalerie Alte Meister: Im Rahmen der Sonderausstellung "Die Sixtinische Madonna - Raffaels Kultbild wird 500" hat das Museum täglich 10 bis 18 Uhr geöffnet. Achtung: Ab 15. 1. 2013 finden Umbauten statt. Ab 27. 3. 2013 werden die Meisterwerke der Sammlung wieder gezeigt. Info: www.skd.museum

    Details zum Wagner-Jahr in Dresden: www.marketing.dresden.de

    Deutsche Zentrale für Tourismus e.V.: www.germany.travel

Dresden feiert - einen Komponisten und seinen Bezug zu den symbolträchtigen Bauwerken der Stadt

2013 würdigt die Hauptstadt von Sachsen den 200. Geburtstag von Richard Wagner. Der Komponist war Königlich-Sächsischer Hofkapellmeister und leitete die noch bestehende Sächsische Staatskapelle Dresden, die er als seine "Wunderharfe" bezeichnete.

Dabei hatte das wohl berühmteste Bauwerk Dresdens, die Frauenkirche, für Wagners Leben und Werk eine besondere Bedeutung. Hier erlebte er als Knabe, wie der Kreuzchor vom Kuppelrund in die Kirche hinabsang. Diese "Engelsmusik" beeindruckte ihn dermaßen, dass er deren Klänge in seine letzte Oper Parsifal einbaute. 1843 dirigierte er in der Frauenkirche sein Oratorium Das Liebesmahl der Apostel - es gilt als der Höhepunkt des von ihm initiierten Sängerfestes. Viele Besucher der Stadt erleben die Frauenkirche vor diesem Hintergrund bis heute als Konzertsaal. Auf der neugebauten Orgel erklingen hauptsächlich Werke von Johann Sebastian Bach und Felix Mendelssohn Bartholdy, die hier in Sachsen ebenfalls bedeutende Kompositionen schufen.

Goldschmied Smith

Alan Smith möchte in nächster Zeit unbedingt wieder nach Dresden kommen - allerdings aus einem anderen Grund: Smith war 2004 bei der Zeremonie dabei, als die neue Turmhaube mit dem Kuppelkreuz auf die rekonstruierte Frauenirche aufgesetzt wurde. Sein Kuppelkreuz, denn der Londoner Goldschmied hat es angefertigt. "Als bekannt wurde, dass England das neue Kreuz der Frauenkirche spenden wolle, habe ich mich sofort gemeldet, um es getreu dem zerstörten Original nachzubauen. Es war mir ein Herzensanliegen wegen der Beteiligung meines Vaters am Zweiten Weltkrieg als Bomberpilot. Er sprach nur ganz wenig und sehr selten darüber, aber er erzählte, wie stark es ihn betroffen gemacht hat, als er das zerstörte Dresden sah", erinnert sich Smith.

Im Jahr 2000 wurde das Kreuz, eine exakte Kopie des zerstörten Turmkreuzes, durch den Herzog von Kent als Geschenk des britischen Volkes an Dresden übergeben. Fünf Meter hoch, dreieinhalb Tonnen schwer und mit drei Schichten Blattgold überzogen. Vierzehn Millionen Touristen aus aller Welt haben den einzigartigen barocken Kirchenbau seit der Wiedereröffnung besucht.

"Für jeden Dresden-Besucher schwingt die symbolische Bedeutung der Frauenkirche mit: das Brückenbauen, die Versöhnung zu leben; also die Überwindung der Feindschaften aus dem Zweiten Weltkrieg, aber auch die Zusammenführung der beiden deutschen Staaten", sagt Holger Treutmann, Pfarrer in der Frauenkirche. "Ich treffe immer wieder Menschen, die aus einer besonderen Beziehung hierherkommen. Etwa weil sie während der Kriegswirren auf der Flucht durch Dresden mussten."

Alter Palast, neuer Barock

Das älteste Bauwerk auf dem Neumarkt, auf diesem frisch gepflasterten Platz mit der alles überragenden Frauenkirche, ist dennoch keines der prächtigen Barockhäuser. Es ist der Kulturpalast aus der DDR-Zeit, der 1969 eröffnet wurde und dessen Inneres in den nächsten Jahren einer umfangreichen Renovierung unterzogen wird. Alle Bauten im Zentrum von Dresden wurden bekanntermaßern 1945 zerstört, und die historische Altstadt aus dem 18. Jahrhundert erst schrittweise rekonstruiert. Heute warten nur noch wenige Baulücken darauf, geschlossen zu werden.

Wenn man den Platz quert, steht man vor dem wiederaufgebauten Dresdner Schloss, der Residenz der sächsischen Kurfürsten und Könige. Das größte Interesse gilt dem historischen Grünen Gewölbe, das als eine der reichsten Schatzkammern Europas Weltruf genießt.

Öffentliches Gesamtkunstwerk

Ausgestattet mit Audioguides, betritt man durch eine Sicherheitsschleuse die prächtig rekonstruierten Räume mit ihren Kostbarkeiten. Mit der Schatzkammer realisierte August der Starke von 1723 bis 1730 seine Vision vom barocken Gesamtkunstwerk als Ausdruck von Reichtum und absolutistischer Macht. Allerdings präsentierte er seine Schätze immerhin einer ausgewählten Öffentlichkeit. Dadurch begründete er gewissermaßen eines der ältesten öffentlichen Museen Europas.

Nur wenige Gehminuten weiter trifft man auf das nächste Bauwerk, das auf August den Starken zurückgeht, den Dresdner Zwinger. Das bedeutendste Bauwerk des Spätbarocks in Deutschland wurde ausschließlich als höfischer Festspielplatz geplant. Der ungewöhnliche Name leitet sich von den früheren Festungsanlagen an dieser Stelle ab, als zwischen den Wehrmauern Bären gehalten wurden.

Heute befindet sich im Zwinger die Gemäldegalerie Alte Meister. Berühmtestes Bild ist die Sixtinische Madonna von Raffael, Dresden feiert heuer ihren 500. Geburtstag. Ausgelöst durch die damalige Geldnot der Kirche in Italien und die Kunstliebe von August III., kam die Madonna 1753 nach Deutschland. Noch bekannter sind allerdings die zwei Engeln zu ihren Füßen, die zu Weihnachten weltweit von Geschenkpapier und Grußkarten lächeln.

Als Wiener denkt man beim Anblick der Semperoper sofort an das Burgtheater. Der geschwungene Pausenraum und die Ausgestaltung des Treppenhauses in seiner klassizistischen Art erinnern stark an das Gebäude am Ring. Was logisch erscheint, hat doch der deutsche Architekt Gottfried Semper die beiden Häuser beinahe zur gleichen Zeit geschaffen.

Semper und immer Neues

Gottfried Semper war übrigens auch ein enger Freund Richard Wagners, der hier in Dresden seine größte Schaffensperiode hatte. Gleich mehrere seiner Werke sind daher eng mit Dresden verbunden und werden im Jubiläumsjahr in der Semperoper aufgeführt. Eine Neuinszenierung gibt es am 15. Juni 2013 für die Oper Der fliegende Holländer, das Werk wurde 1843 in Dresden von Wagner selbst uraufgeführt.

Richard Wagner schätzte aber vor allem die Umgebung von Dresden, das Elbtal mit seinen Weinbergen, wo in Graupa die Entwürfe zu seinem Lohengrin entstanden. Stilgerecht kann man mit dem Raddampfer auf der Elbe stromaufwärts fahren, vorbei an einigen kleineren Elbschlössern. Und auch hier stößt man wieder auf imposante Spuren von August dem Starken: das Schloss Pillnitz, erbaut 1720 als Lustschloss.

Neben der chinoisen Architektur der Gebäude sind vor allem die barocken Gartenanlagen des Schlossparks eine wahre Augenweide. Seit nunmehr 270 Jahren gedeiht hier die älteste Kamelie Europas nördlich der Alpen. Eine ausgeklügelte fahrbare Glaskonstruktion schützt die haushohe Pflanze während des Winters vor Frostschäden. Doch diese grüne Fährte führt eindeutig hinaus aus Dresden ...

Einen interessanten Kontrast zur herausgeputzten Altstadt bietet die Äußere Neustadt mit ihren Gründerzeitbauten und dem studentisch dominierten Publikum am anderen Elbufer. Eine Entdeckungsreise durch die Kunsthofpassage mit ihren thematisch gestalteten Höfen und fantasievollen Details, Ateliers und kleinen Restaurants kann hier allerdings lange dauern: Das Szeneviertel um die Louisen- und Alaunstraße hat angeblich mehr Kneipen, Bistros, Bars und Galerien als der gesamte Rest der 530.000-Einwohner-Stadt.

Ein Keil gegen die Zerstörung

Daniel Libeskind, prägend für die Architektur der Gegenwart, hat mit seiner Gestaltung des Militärhistorischen Museums am Stadtrand von Dresden ebenfalls einen symbolträchtigen Bau geschaffen. Ein keilförmiger, asymmetrischer Neubau mit einer transparenten Fassade aus Metallteilen durchdringt den massiven, klassisch gegliederten Altbau.

Die Spitze des Keils verweist auf die Stelle, an der in der Nacht vom 13. Februar 1945 die ersten Bomben der alliierten Luftangriffe einschlugen und die komplette Zerstörung des historischen Stadtkerns von Dresden begann. Das neue Dresden scheint sich auch hier zum Ziel gesetzt zu haben, ein ewiges Mahnmal gegen Krieg und Zerstörung zu sein. (Manfred Ruthner, DER STANDARD, Album, 20.10.2012)

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