Schulden in EU und Eurozone steigen weiter

22. Oktober 2012, 11:06
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Defizite gingen in 25 EU-Staaten in absoluten Zahlen und im Vergleich zur Wirtschaftsleistung zurück

Brüssel - Die Verschuldung in der Eurozone und in der EU ist 2011 weiter gestiegen. Und das, obwohl die Defizite sowohl in absoluten Zahlen als auch im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung zurückgegangen sind.

Im Euroraum ist der Schuldenstand von 85,4 Prozent im Jahr 2010 auf 87,3 Prozent gewachsen, in der EU von 80,0 Prozent auf 82,5 Prozent. Das geht aus am Montag veröffentlichten Zahlen des EU-Statistikamts Eurostat hervor. In Österreich nahm die Verschuldung gegenüber 2010 von 71,0 Prozent auf 72,4 Prozent zu, obwohl sich das Defizit von 4,5 Prozent des BIP auf 2,5 Prozent verringerte.

Neuverschuldung deutlich über Maastricht-Grenze

Die Neuverschuldung lag auch 2011 in der Eurozone und in der EU im Schnitt noch deutlich über der Maastricht-Grenze von 3 Prozent. So verzeichnete der Euroraum ein Defizit von 4,1 Prozent (2010: 6,2 Prozent), die gesamte EU hatte im Schnitt eine Neuverschuldung von 4,4 Prozent (2010: 6,5 Prozent).

17 EU-Staaten wiesen 2011 ein Defizit von mehr als 3 Prozent des BIP auf. Es sind dies Irland (13,4 Prozent), Griechenland und Spanien (je 9,4 Prozent), Großbritannien (7,8 Prozent), Slowenien (6,4 Prozent), Zypern (6,3 Prozent), Litauen und Rumänien (je 5,5 Prozent), Frankreich (5,2 Prozent), Polen (5,0 Prozent), die Slowakei (4,9 Prozent), die Niederlande (4,5 Prozent), Portugal (4,4 Prozent), Italien (3,9 Prozent), Belgien (3,7 Prozent), Lettland (3,4 Prozent) und Tschechien (3,3 Prozent). Die niedrigsten Defizite verzeichneten Luxemburg (0,3 Prozent), Finnland, (0,6 Prozent) und Deutschland (0,8 Prozent). Überschüsse vermeldeten Ungarn (4,3 Prozent), Estland (1,1 Prozent) und Schweden (0,4 Prozent). Eine Verschlechterung ihrer Salden gegenüber 2010 vermeldeten nur Zypern und Slowenien, alle anderen EU-Staaten verbesserten ihre budgetäre Situation.

Eine Verschuldungsquote über dem Maastricht-Referenzwert von 60 Prozent des Bruttoinlandsprodukts verzeichneten 14 EU-Staaten: Es sind dies Griechenland (170,6 Prozent), Italien (120,7 Prozent), Portugal (108,1 Prozent), Irland (106,4 Prozent), Belgien (97,8 Prozent), Frankreich (86,0 Prozent), Großbritannien (85,0 Prozent), Ungarn (81,4 Prozent), Deutschland (80,5 Prozent), Österreich (72,4 Prozent), Zypern (71,1 Prozent), Malta (70,9 Prozent), Spanien (69,3 Prozent) und die Niederlande (65,5 Prozent). Die niedrigsten Verschuldungsquoten verzeichneten Estland (6,1 Prozent), Bulgarien (16,3 Prozent), Luxemburg (18,3 Prozent), Rumänien (33,4 Prozent), Schweden (38,4 Prozent) und Litauen (38,5 Prozent). (APA, 22.10.2012)

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