Kuriose Nachbarschaftsstreits mit WLAN

  • Nachbarschaftsstreits enden nicht am Gartenzaun oder an der Haustüre, laut der BBC werden sie immer öfter über WLAN-Namen ausgetragen.
    foto: apa/dpa

    Nachbarschaftsstreits enden nicht am Gartenzaun oder an der Haustüre, laut der BBC werden sie immer öfter über WLAN-Namen ausgetragen.

Von Zurechtweisungen, nicht die Zeitung zu stehlen, bis zu politischen Statements

Wer Computer, Tablet oder Smartphone mit WLAN-Verbindungen nutzt, wird sich sicher schon über den einen oder anderen Namen der nachbarschaftlichen Netzwerke gewundert haben. Neben simplen Benennungen wie "Home" oder Router-Namen finden sich oft kreative bis bizarre Namen. Die BBC erkennt darin einen Trend: Nachbarn werden zunehmend mit frechen WLAN-Namen geärgert oder zurechtgewiesen.

Kleine Neckereien

Nachbarschaftliche Beziehungen sind nicht selten durch das Klauen von Zeitungen oder Milch, laute Haustiere, über Zaun wachsende Büsche oder tagelang vor der Türe abgestellte Müllsäcke belastet. Reddit-User haben einige Namen zusammengetragen. So finden sich Nachbarsnetzwerke mit Namen wie "Stop Stealing My Paper!" ("Hör' auf meine Zeitung zu stehlen") neben der Antwort: "FYI, I Don't Read It I Just Throw It Away!" ("Zu ihrer Information, ich lese sie nicht, ich schmeiß sie nur weg!). Auf den Namen "Meat is Murder" ("Fleisch ist Mord") wird geantwortet mit "Meat is delicious!!!" ("Fleisch ist köstlich!").

Streitigkeiten

Auch wird den Nachbarn gerne über die Netzwerkinfo mitgeteilt, dass ihr Hund zu laut bellt, sie die Türen zu laut zuknallen oder andere (intimere) Aktivitäten zu laut vollziehen. Natürlich gibt es auch noch den Hinweis, dass sich andere nicht in fremde Netzwerke einwählen sollen (wobei hier ein sicheres Passwort wohl bessere Dienste leistet.) Dennoch finden sich immer wieder Namen wie "Thou shalt not steal!" ("Du sollst nicht stehlen!") oder (inhaltlich etwas zweifelhafte) Bezeichnungen wie "Quit stealing my internet" ("Hör auch mein Internet zu stehlen").

Strafrechtlich relevant

Narrenfreiheit haben Nutzer bei der Benennung ihres Netzwerks aber nicht. So wurden im Jänner Ermittlungen in New Jersey gegen einen Nutzer eingeleitet, der als WLAN-Namen eine antisemitische und rassistische Formulierung gewählt hatte.

Freundliche und politische Botschaften

Die Fundstücke zeigen aber auch freundlichere Botschaften. So gibt es auch Nutzer, die ihre Internetverbindung teilen und das mit "Free Wifi For Neighbours" ("Freies WLAN für Nachbarn") bekannt geben. Auch "I like my neighbours" ("Ich mag meine Nachbarn") wurde schon gesichtet. Laut OpenSignal sind sogar politische Botschaften nicht selten. So würden in den USA etwa viele Nutzer auf diese Art ihre Unterstützung für US-Präsident Barack Obama zeigen.

UserInnen gefragt

Welche verrückten WLAN-Namen sind Ihnen schon untergekommen? Posten Sie ihre besten Fundstücke hier unter dem Artikel oder auf unserer Google+ oder Facebook-Seite! (red, derStandard.at, 22.10.2012)

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