Hunderte Islamisten in Mali eingetroffen

Kämpfer wollen Ansar Dine unterstützen

Bamako - Im westafrikanischen Krisenstaat Mali sind am Wochenende offenbar zahlreiche islamistische Kämpfer aus dem Ausland eingetroffen. Hunderte Jihadisten seien in den Städten Timbuktu und Gao im Norden des Landes angekommen und stammten teilweise aus dem Sudan und aus dem von Marokko beanspruchten Gebiet Westsahara, hieß es aus malischen Sicherheitskreisen.

Sie wollten den von islamistischen Milizen kontrollierten Norden Malis gegen eine geplante Offensive malischer und internationaler Truppen verteidigen. Mehrere Augenzeugen bestätigten das Eintreffen der Kämpfer.

Militäreinsatz

Mali ist seit dem Frühjahr de facto geteilt, im Norden des Landes haben islamistische Milizen die Macht übernommen. Vor gut einer Woche hatte der UN-Sicherheitsrat auf Bitten Malis deshalb einen Militäreinsatz in dem Land gebilligt. Die Mitgliedsstaaten der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS) sollen rund 3000 Soldaten für den Einsatz stellen, der von der UNO unterstützt werden soll.

Ein Bewohner der Stadt Timbuktu sagte am Sonntag, in den vergangenen 48 Stunden seien mindestens 150 islamistische Kämpfer aus dem Sudan eingetroffen. "Sie sind bewaffnet und haben erklärt, dass sie ihren muslimischen Brüdern gegen die Ungläubigen helfen wollen."

Eine andere Quelle, die einer Nichtregierungsorganisation nahesteht, bestätigte das Eintreffen der Sudanesen in Timbuktu und Umgebung. Es seien aber auch Islamisten "anderer Nationalität" unter ihnen. Auch aus der Stadt Gao berichteten Augenzeugen über die Anreise von Kämpfern. (APA, 21.10.2012)

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