Im Westen, wo der Glaube wächst und ein Werkl rennt

  • Roland Kirchler herzt seinen Goalie Szabolcs Safar nach dem lang ersehnten Sieg.
    apa-foto: robert parigger

    Roland Kirchler herzt seinen Goalie Szabolcs Safar nach dem lang ersehnten Sieg.

Innsbruck bleibt mit Neo-Trainer Kirchler hinten dran, Salzburg marschiert vorne weg

Salzburg/Innsbruck - Als Spieler war Roland Kirchler der Typ torgefährlicher Gestalter. In 490 Bundesligapartien gelangen dem Internationalen 99 Treffer. Und in seiner Hochblüte wurde er zuweilen nur halbironisch "Rolandinho" gerufen. Weil aber der FC Wacker brasilianisch nicht zu retten sein wird, freute sich Kirchler am Samstag nach seinem Trainerdebüt über die Kampfkraft, dank deren sein Team den SV Ried daheim mit 1:0 niedergerungen und den ersten Sieg nach sieben Niederlagen en suite gefeiert hatte.

Wie Kirchler wirkt

Der erste Zu-null-Erfolg nach 16 Ligaspielen nährt den Glauben an den Klassenerhalt, auch wenn Konkurrent Wiener Neustadt das Niederösterreich-Derby gegen die Admira überraschend mit 2:1 gewann und also weiter vier Punkte vor dem Schlusslicht aus Tirol liegt. Gestärkt hatte ihn Kirchler vor dem Spiel durch einen Kirchenbesuch mit seiner Mannschaft. "Nicht, weil ich so ein brutaler Katholik bin. Aber vielleicht hat er uns oben geholfen", sagte der 42-jährige Nachfolger von Walter Kogler, dem ehemaligen Teamkollegen in Innsbruck, der in der Vorwoche entlassen worden war. Selbst könnten sich die Tiroler in den kommenden beiden Runde helfen - mit den ersten Auswärtspunkten dieser Saison in den Duellen mit Mattersburg und Wiener Neustadt.

Was Rapid droht

Am besseren Ende der Tabelle hat sich standesgemäß der Meister etabliert. Nach dem 4:1 gegen Aufsteiger WAC, dem vierten Sieg infolge, stehen die Salzburger mit 27 Punkten und also so gut wie noch nie nach zwölf Runden da, seitdem Red Bull für die Finanzen sorgt. Erst ein Mal hat Salzburg in dieser Saison verloren, Mitte August daheim gegen Rapid. Danach wurde nochmals investiert, wenig später hat Coach Roger Schmidt das Werkl derart ins Laufen gebracht, dass es schon eine Überraschung wäre, wenn am Sonntag in Hütteldorf nicht die Revanche für die seinerzeitige Heimpleite gelänge. "Wir können uns nur selbst stoppen", sagte Teamspieler Christoph Leitgeb, der gegen die Wolfsberger brillierte und sein erstes Saisontor erzielte. (red, DER STANDARD 22.10.2012)

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