Austria hat eine Hetz mit den Grünen

21. Oktober 2012, 18:54
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Gorgon beim 2:0 mit zwei Toren Matchwinner gegen indisponierte Rapid, Gelb-Rot für Prager - Vermummte Rapid-Randalier zettelten vor dem Stadion Ausschreitungen an

Wien - Es gibt vor nahezu jedem Wiener Derby kniffligere und auch deutlich wichtigere Fragen als zur Einsetz- bzw. Ersetzbarkeit dieses oder jenes Spielers oder zur Chancenverteilung zu klären. Zum Beispiel, wie Gewalttätigkeiten zu verhindern, friedliche Matchbesucher vor Randalierern zu beschützen sind. Am Sonntag ist das wieder einmal nicht gelungen, obwohl 780 Sicherheitskräfte aufgeboten worden waren.

Rund 100 schwar zgekleidete und zum Teil vermummte Rapid-Anhänger zettelten vor der Generali Arena eine Massenschlägerei an und schossen Raketen in eine Gruppe von Familien. Die Ausschreitungen forderten drei Verletzte. Entgegen erster Informationen wurde jedoch kein Kind verletzt, wie die Polizei am Montag berichtigte. Mehr als 20 Personen wurden zur Identitätsfeststellung angehalten, vier anschließend festgenommen. Die Aggression soll nicht zuletzt von einem Rudel mit Stadionverboten belegter Rapid-Hooligans ausgegangen sein.

Rapidler rutschen reihenweise aus

Im durch 12.500 Menschen nahezu ausverkauften Stadion blieb es dann wie zumeist bei verbaler Aggression auf den Rängen. Auf dem Rasen dominierte von Beginn an die gastgebende Austria. Nach etwas mehr als einer Minute vergab Derby-Debütant Philipp Hosiner nach Flanke von Tomas Jun per Kopf die erste große Chance.

Die Rapidler, zum Teil wohl mit falschem Schuhwerk ausgestattet, schlitterten eher peinlich durch die Gegend. Coach Peter Schöttel versuchte den wegen einer Augenverletzung fehlenden Kapitän Steffen Hofmann durch ein Trio zu ersetzen, hinter Solospitze Deni Alar versuchte sich Guido Burgstaller an der Spielgestaltung, Lukas Grozurek und Debütant Louis Schaub sollten unterstützend wirken.

Jun überragt sie alle

Wirkung erzielte aber fast nur die Offensive der Austria rund um den überragenden Jun, der es schießend selbst versuchte (11.,), Hosiners Kopf nochmals ins Spiel brachte (18.) und den etwas kuriosen Führungstreffer einleitete: Er bedient Hosiner, dessen Schuss Rapid-Goalie Lukas Königshofer hält, Katzer will klären, trifft aber aus Kurzdistanz die eigene Stange. Den Abpraller verwertet Alexander Gorgon zu seinem zweiten Saisontor (29.).

Danach hätte die Austria den Sack zumachen müssen (11:0-Torschüsse), zielte Rapid durch Schaub erstmals aufs gegnerische Tor (37.), vergab durch Christopher Trimmel so etwas wie eine Chance (39.) und ging ob des nur geringen Rückstandes beglückt in die Pause.

Drazan und Boyd für Schaub und Alar

Schaub und Grozurek kehrten aus ihr nicht mehr zurück, Christopher Drazan und Terrence Boyd sollten mithelfen, Rapids siebentes siegloses Derby in Folge zu verhindern. Allein, ausgerechnet Goalie Königshofer, fast der einzige nicht unterirdische Rapidler vor der Pause, schlief recht bald bei einem Eckball durch Austrias Tomas Simkovic, weshalb Gorgon per Kopf zur Vorentscheidung netzten konnte (52.).

Mehr als Härte hatte Rapid in der Folge nicht mehr entgegenzusetzen. Referee Harald Lechner griff fast zu spät energischer durch und schloss den vorbelasteten Thomas Prager nach Attacke an Gorgon aus. Schon davor hätte Burgstaller Rot sehen können (74.). Als Boyd wenig später die größte Chance für Rapid vergeben hatte, standen Austrias erster Derby-Heimsieg seit zweieinhalb Jahren und ein torloses Derby-Jahr 2012 für die Hütteldorfer fest. (lü, DER STANDARD. 22.10.2012)

FK Austria Wien - SK Rapid Wien 2:0 (1:0)
Generali Arena, 12.500 Zuschauer (ausverkauft), SR Lechner

Tore: 1:0 (29.) Gorgon, 2:0 (52.) Gorgon

Austria: Lindner - Koch, Rogulj, Ortlechner, Suttner - Holland - Gorgon, Simkovic (90. Spiridonovic), Mader, Jun (82. A. Grünwald) - Hosiner (86. Kienast)

Rapid: Königshofer - Trimmel, Sonnleitner, Gerson, Katzer - Prager, Ildiz - Schaub (46. Drazan), Burgstaller, Grozurek (46. Boyd) - Alar (76. Kulovits)

Gelb-Rote Karte: Prager (74., wiederholtes Foulspiel)

Gelbe Karten: Holland, Hosiner bzw. Trimmel, Prager, Boyd, Burgstaller, Ildiz

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    Alexander Gorgon, ein glücklicher Mensch an einem trüben Wiener Sonntagnachmittag.

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