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Vergangene Woche war von einem 70-jährigen Pensionisten zu lesen, der jenen Parkplatz aufsuchte, auf dem die Stadt Wien abgeschleppte Fahrzeuge abladen lässt - dummerweise halt nachts und mithilfe eines Bolzenschneiders. Als er dabei ertappt wurde, versteckte er sich im Gebüsch. Bei der Einvernahme gab der Mann treuherzig an, "nur das Moped abholen" zu wollen, das ihm abgeschleppt worden sei.
Vordergründig mag die Episode bloß amüsant erscheinen. Wer seine Gedanken etwas wandern lässt, wird aber erkennen, dass sie ins Herz der Pensionsdebatte zielt. Gesetzt den Fall, der Mann erwiese sich als Bezieher einer Mindestpension: Das würde hoffentlich als Milderungsgrund geltend gemacht werden können. Schließlich können die 439 Euro, die samt Abschleppungsgebühr fällig wurden, so ein unwürdiges Minimalbudget ganz schnell in ein existenzgefährdendes Defizit verwandeln.
Ganz eindeutig aber ist der Täter ein agiler Zeitgenosse, der Initiative zeigt, effektiv mit Werkzeug umzugehen weiß und noch lange nicht zum alten Eisen gehört. Menschen wie diese in die Pension zu schicken - wo sie am Ende auf dumme Gedanken kommen und ihre Fähigkeiten mit krimineller Energie aufladen - kann doch unmöglich im Interesse des Staates sein. In diesem Sinne: Statt einbrechen zu gehen, sollten Leistungsträger wie dieser bitte gar schön bis 70 und dar über hinaus zu hackeln haben! (Severin Corti, DER STANDARD, 22.10.2012)
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Ahemm, warum sollten Gesetze nicht für Bezieher von Mindestpensionen gelten?
Darf ich, sollte ich eine solche beziehen, dann strafmildernd Rauben, Morden und Vergewaltigen?
Oder gleich straffrei?
So wegen der "Gerechtigkeit"?
Was eine schwachsinninge Aussage Hr. Corti.
Der Einbrecher ist und bleibt ein Einbrecher ungeachtet seines Einkommens.
Und auch für ihn gilt die StVO, wie für alle anderen.
... die Gebühren den Einkommen angepasst werden. Jemand, der 10000 € Steuern hinterzieht, wird doch sicher anders bestraft, als jemand, der eine Million hinterzieht. Obwohl, ... in Österreich ist alles möglich ...
mundraub bzw. entwendung wird ja auch anders bestraft als raub. die unmittelbare not gilt als strafmildernd. zum glück, würde ich sagen. wenn sie der meinung sind, dass auch da die volle härte des gesetzes zuschlagen muss, sei ihnen das unbenommen - würde mir nicht einfallen, sie darob gleich als schwachsinnig zu bezeichnen. unbesonnen, das ja.
Soweit mir bekannt ist, schützt niedriges Einkommen nicht vor Strafverfolgung.
Oder gibt es einen Paragraphen im StGB, der es einem Einbrecher mit niedrigem Einkommen erlaubt zuerst eine StVO Übertretung zu begehen, dann einen Einbruch zu begehen um sein Fahrzeug zu stehlen?
Es ist die Grundlage eines funktionierenden Rechtsstaates, daß Recht für alle gilt, ungeachtet des Standes, der Bildung, der sozialen Stufe und des Einkommens.
Wenn Sie den Rechtsstaat beschädigen wollen, dann geht das mit falsch verstandener Sozialromantik der Marke "Die Armen sollen ruhig über dem Gesetz stehen" ganz gut tun.
Dann geben Sie uns eben Ihre Adresse, wir schicken Ihnen mal ein paar einkommenslose Einbrecher vorbei.
Sie werden dafür Verständnis haben.
sowas kann auch nur von einem mitglied der geistigen leistungs und körperlichen nichtleistungselite kommen.
der herr feinspitz kann gerne mal 25 jahre lang einen schlecht bezahlten drecksjob machen und sich dann überlegen ob er dass bis 70 gerne weiter machen will nur weil er sich in einer verzweifelten situation beim überklettern eines zauns keinen hüftbruch geholt hat wie es seinem alter angemessen gewesen wäre.
otternasen in aspik mit trüffel teste ich auch bis ich 100 bin.
mahlzeit herr kollege
man muss nicht mal bis 70 denken, um die dummdreistigkeit dieser pensionsdebatte zu verstehen:
der 67 jährige fluglotse
die 64 jährige supermarktkassiererin
die 69 jährige automechanikerin
etc.
was soll das? das kann niemand von uns wollen. die mittlere lebenserwartung als indikator heranzuziehen ist ein witz. gerade die lebenserwartung derjenigen mit unterem einkommen geht momentan sogar zurück! grausiger und zynischer gehts nimmer.
wenn man schon eine derartige kackmeinung basierend auf schasinformation hat, dann sollte man diese wenigstens hinterm berg halten. obiges, widerwärtigstes geschmiere kann nur durch das fehlen jedes fünkchens an anstand zustande kommen.
sind Sie dann nicht auf die Ironie eingegangen, statt auf den wörtlichen Inhalt?
Im Übrigen ist Ironie immer angebracht. Es ist ein ganz normale rhetorische Methode.
Was den Inhalt selbst angeht:
Dass wir ein Problem haben (werden), die Pensionen zu zahlen, angesichts steigender Lebenserwartung - auch bei den unteren Einkommen, und im Vergleich zur nicht-arbeitenden Bevölkerung sinkender arbeitenden, dürfte auch Ihnen klar sein.
Daher muss man sehr wohl über Lösungen nachdenken.
Diese zu diskutieren ist nicht zynisch.
Wenn Sie bessere Vorschläge haben, lassen Sie diese hören, statt zu schimpfen - denn ich für meinen Teil arbeite lieber ein paar Jahre länger, als gar keine Pension zu bekommen.
Zumindest nicht für alle. Denn manche arbeiten gerne.
Aber die Frage ist hier weniger, was angenehm ist, sondern eher was möglich und was zur Wahl steht:
Ab heute für alle, bei denen es möglich ist (ich würde etwa Menschen die körperlich schwer arbeiten ausschließen) vielleicht 2 bis 4 Jahre länger arbeiten, dafür aber das System bis auf weiteres retten - oder ab in ein paar Jahren von Jahr zu Jahr schrumpfende Pensionen, bis es gar keine mehr gibt.
Ist vielleicht ein wenig extrem ausgemalt - aber um diese Fragen geht es.
sprich der Sozialversicherung gesammelt werden, retten sind keine Rettung für das Pensionssystem sondern einfach neue Steuern. Steuern die, da haben Sie natürlich Recht, auch für die Rettung der Pensionen verwendet werden können.
Das Pensionssystem ist dann allerdings in sich selbst nicht mehr tragfähig.
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