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Wien - Julius Deutschbauer geißelt in seinen Plakaten oft die Politik. Und auch seine Performances sind in der Regel politische Statements. Die Scheu, Grenzen des guten Geschmacks zu überschreiten, kennt er nicht. Mit der Aktion Suche die unpolitischste Theaterproduktion Wiens schien er wieder einmal über die Stränge zu hauen. Doch Deutschbauer gelang die Gratwanderung zwischen Nestroypreis-Verarschung und ernsthafter Auseinandersetzung mit misslungenen Versuchen, politisches Theater machen zu wollen.
Der Samstagabend in der restlos ausverkauften Garage X war einerseits eine typische Deutschbauer-Show voll Absurditäten und schlechter Witze. Aber der Künstler hatte sich der Mitarbeit einer Jury versichert, die durchaus Seriosität versprach. Sie bestand aus Eva Blimlinger, Amina Handke, Julya Rabinowich (krankheitshalber ersetzt durch Barbi Markovic) sowie den Garage-X-Chefs Ali M. Abdullah und Harald Posch.
Die für die sechs Preise nominierten Personen blieben daher, bis auf wenige Ausnahmen, der Veranstaltung fern. Deutschbauer aber verstand sich zu helfen: Jemand aus dem Publikum hatte als Stellvertreter zu fungieren. Dieser durfte den Preis - eine Dornenkrone aus Stacheldraht, umwickelt mit Fetzen einer Schnürlsamthose - in Empfang nehmen, Dankesworte sprechen und vor der Wand mit den Sponsorenlogos posieren.
Keine Scheu hatte Burgschauspieler Fabian Krüger, obwohl die in der Kategorie "Der große Gönner" nominierte Produktion Krieg und Frieden leer ausging: Er bereicherte den Abend mit einer Sponti-Aktion. Der Preis ging an Jacqueline Kornmüller und Peter Wolf für Die Reise. Das Volkstheater war der große Gewinner des Abends. Denn auch Die Dreigroschenoper wurde ausgezeichnet.
In der Kategorie "Der längste Zeigefinger" waren Robert Palfrader, der mit einer SMS an Deutschbauer keinen Sinn für Humor erkennen ließ, und die Staatskünstlerkollegen Thomas Maurer und Florian Scheuba erfolgreich; der Preis "Die besten Nachwuchs-Weltverbesserer" ging an die Wiener Festwochen für Österreicher integriert Euch. Siegreich in der Kategorie "Die größte Scheinheiligkeit" war die Wiener Theaterreform. Das Publikum goutierte die Entscheidung mit langem Applaus.
Und Peter Turrini wurde für seine wehleidige Rede bei der Nestroypreisverleihung 2011 mit dem Spezialpreis "Die größte politische Drama Queen" bedacht: In seiner Laudatio gab Regisseur Nicolas Steman ordentlich Konter. (Thomas Trenkler, DER STANDARD, 22.10.2012)
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Peter Turrini gibt den Menschen, die um ihre Existenz kämpfen, eine Plattform. In "Aus Liebe" dürfen sie ihre Wut und ihre Ängste artikulieren.
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... hat dieses Fake nun der geistreiche Einsager(Referent) des Stadtrates für Eröffnungen - und Ordensvergaben oder "nur" dessen PR-Lady entwickelt. Wie auch immer, der Sieg in der Kategorie "Die größte Scheinheiligkeit" ist wohlverdient, allemal.
Zeit für die Piraten
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und dann gab es noch die einen oder anderen highlights.
den preis für die größte scheinheiligkeit hätte sich aber auch die garage X verdient. oder zumindest eine nominierung in dieser kategorie.
... was ich weiß, war die GarageX ohnehin nominiert. Genau mit der Preis Verleihung nämlich. Zeugt von Bewusstsein. Peinlicher als Palfrader sms war aber fürjenes von Hubsi Kramar und der Brief von Matthias Hartmann. Offenbar hat der seinen Schauspieler da extra hingeschickt zur "Sponti Aktion". Spricht aber für die Relevanz der Garage X.
aber nicht explizit die Garage X.
Aber sei's drum.
Und nur weil die Garage - Leitung mit allen Mitteln versucht, sich in irgend einer Form öffentliche Aufmkerksamkeit zu sichern, heißt das noch lange nicht, das sie in irgend einer Form relevant sind.
Gibt halt genug, die auf das gepushte Image reinfallen.
Und der Schauspieler war sicher nicht von Hartmann geschickt.
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