Alois-Vogel-Literaturpreis an Carolina Schutti

21. Oktober 2012, 17:02
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Eingereichter Text eine "bis ins Detail durchgestaltete, sehr reflektierte Prosa, die nachhaltig gefangen nimmt"

Pulkau - Carolina Schutti erhält den ersten vom Literaturkreis Podium ausgeschriebenen Alois-Vogel-Literaturpreis. Der mit 7.000 Euro dotierte Preis soll in der Folge alle zwei Jahre ausgelobt werden. Die Jury wählte ihren unveröffentlichten Text "Eulen fliegen lautlos" aus 83 Einreichungen zum ausgeschriebenen Thema "Schlagschatten". Die Verleihung erfolgt am 24. November in Pulkau im Weinviertel.

Die Geschichte einer kindlichen Verstörung überzeugte die Jury: "Eigenwillig und souverän gebaut, hintersinnig im Umgang mit Leitmotiven und Bildern, subtil darin, wie sie die Lesenden in die rätselhafte Atmosphäre einer seltsam fremden und beklemmenden Welt hineinzieht. Schuttis Text ist eine bis ins Detail durchgestaltete, sehr reflektierte Prosa, die nachhaltig gefangen nimmt", so die Begründung.

Bereits mehrfach ausgezeichnet

Carolina Schutti wurde 1976 in Innsbruck geboren, wo sie als freie Schriftstellerin lebt. Sie studierte Germanistik (Promotion über Elias Canetti), Anglistik und Amerikanistik sowie Konzertgitarre und absolvierte danach eine Gesangsausbildung. Nach einigen Jahren Lehrtätigkeit, u.a. als Lektorin an der Universität Florenz, kehrte sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Literaturhaus am Inn nach Innsbruck zurück. Sie veröffentlichte seit 2006 Erzählungen sowie zwei Romane im Otto Müller Verlag und hat bereits literarische Auszeichnungen wie die Nominierung für den Rauriser Literaturpreis 2011, das Literaturförderstipendium der Stadt Innsbruck 2010 und eine Autorenprämie des Kunstministeriums erhalten. Außerdem wurde sie ins Mentoringprojekt des Ministeriums 2011 eingeladen.

Die Fachjury setzte sich aus Bernhard Fetz, (Direktor des Literaturarchivs der Österreichischen Nationalbibliothek, wo sich der literarische Nachlass Alois Vogels befindet), Susanne Schaber (Autorin und Kulturredakteurin) und Barbara Neuwirth (Schriftstellerin und stellvertretende Vorsitzende des Literaturkreises Podium) zusammen. Alois Vogel, der durch den Preisnamen für seine literarischen und gesellschaftlichen Leistungen gewürdigt bleiben soll, wurde 1922 in Wien geboren. Er veröffentlichte zahlreiche Lyrik- und Prosabände, von denen einige in mehrere Sprachen übersetzt wurden. Der Mitbegründer des Literaturkreises Podium wurde für sein Schaffen mehrfach ausgezeichnet. Er lebte bis zu seinem Tod 2005 in Pulkau (Bezirk Hollabrunn), wo nun am 24. November im Stadtsaal der Preis verliehen wird. (APA, 21.10.2012)

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