Del Potro holte ersten Wien-Titel

Argentinier bei Zweisatzsieg zu stark für slowenischen Überraschungsmann Zemlja

Wien - Juan Martin Del Potro ist am Sonntag seiner Favoritenrolle gerecht geworden und hat erstmals das Erste Bank Open in Wien gewonnen. Der topgesetzte Argentinier bezwang im Endspiel des 550.000-Euro-Turniers in der Stadthalle Überraschungsfinalist Grega Zemlja aus Slowenien nach 1:41 Stunden mit 7:5,6:3. Für den 24-jährigen Del Potro war es beim dritten Antreten der erste Triumph in Wien und der insgesamt zwölfte Titel seiner Karriere.

Del Potro holte damit 250 wichtige Punkte im Kampf um einen Platz beim ATP-World-Tour-Finale in London sowie einen Scheck in Höhe von 87.870 Euro, Qualifikant Zemlja musste sich mit 46.280 Euro trösten. Der 26-Jährige hat dennoch mit dem ersten ATP-Endspiel für Slowenien überhaupt ein bisschen Tennis-Geschichte geschrieben. Zemlja hatte auf dem Weg ins Finale mit Xavier Malisse (BEL-8), Tommy Haas (GER-3) und Janko Tipsarevic (SRB-2) gleich drei Gesetzte ausgeschaltet.

Geschenk an die Frau Mama

"Ich bin so glücklich. Ein Turnier zu gewinnen, bedeutet für jeden Spieler sehr viel", sagte Del Potro, der nach einer vierwöchigen Pause wegen einer Handgelenksverletzung in Wien sein Comeback feierte. Del Potro widmete den Erfolg seiner Mutter, immerhin feiert Argentinien am Finaltag Muttertag. "Es ist heute mein kleines Geschenk an meine Mama."

Sensationsmann Zemlja hatte den 1,98-m-Mann zuvor vor allem im ersten Satz ordentlich gefordert. "Ich bin nicht sehr gut gestartet, habe viele Fehler gemacht und war auch nervös", gestand Del Potro. Mit 4:2 führte die Nummer 70 der Welt bereits und hatte bei 4:4 dann auch noch drei Breakbälle zum 5:4. Mit einem Break zum 7:5 stellte der Favorit aber die Weichen zum dritten Titel in diesem Jahr nach Marseille und Estoril.

Qualifikant Zemlja musste sich mit 46.280 Euro trösten. Der 26-Jährige hat dennoch mit dem ersten ATP-Endspiel eines slowenischen Spielers ein bisschen Tennis-Geschichte geschrieben. Darum überwogen bei Zemlja nach der ersten Enttäuschung auch schnell die positiven Aspekte. "Ich hatte eine Traumwoche. Ich hoffe, dass ich auch in den nächsten Turnieren so gut spielen kann."

Während Del Potro nun mit Auftritten in Basel und Paris sein London-Ticket endgültig fixieren will, muss Zemlja wieder zurück auf die ATP-Challenger-Ebene. Doch mit seiner Annäherung an die Top 50 kann der Slowene auch in Sachen Turnierplanung spätestens 2013 größere Brötchen backen. 

Zuschauerschwund

Im Vergleich zum Vorjahr gab es in der Stadthalle eine Einbuße von rund zehn Prozent der Zuschauer. Für Turnierdirektor Herwig Straka ist dies allerdings kein Grund zur Besorgnis, zumal es in den vergangenen drei Jahren durch zwei Turniersiege von Jürgen Melzer und die beiden Auftritte von Thomas Muster günstige Konstellationen gegeben habe.

Durch das heuer frühe Ausscheiden der Österreicher war das diesmal anders. "Aber das ist eher ein Einmalereignis und kein Trend, trotzdem werden wir es ernst nehmen", sagte der Steirer am Sonntag. Etwa 42.000 Zuschauer erwartete man in der Endabrechnung, wobei durch den überraschenden Finaleinzug von Grega Zemlja sehr viele Anfragen aus Slowenien gekommen sind.

Straka möchte das Turnier weiter modernisieren, die mehrjährigen Sponsorenverträge geben ihm Luft für die Weiterentwicklung. "Wir werden sicher beibehalten, dass wir versuchen, zwei Top-Ten-Spieler nach Wien zu holen. Tsonga möchte 2013 wieder in Wien spielen. Ziel ist es, eines der Top-Events auf dem 250er-Level zu bleiben", erklärte Straka. "Wir wollen aus dem Teich zwischen der Nummer 5 und 15 drei bis vier Spieler fischen." (APA/red - 21.10. 2012)

  • Del Potro bleibt im Rennen um einen Platz beim  ATP-World-Tour-Finale.
    foto: apa/epa/pucher

    Del Potro bleibt im Rennen um einen Platz beim ATP-World-Tour-Finale.

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