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Washington - Der frühere US-Senator und demokratische Präsidentschaftskandidat George McGovern ist tot. McGovern starb am Sonntag im Kreis seiner Angehörigen und Freunde in einem Hospiz in Sioux Falls im Staat South Dakota, wie seine Familie mitteilte. Der Politiker, der im Präsidentschaftswahlkampf 1972 dem republikanischen Amtsinhaber Richard Nixon unterlegen war, wurde 90 Jahre alt.
Ihr Vater habe "ein langes, erfolgreiches und produktives Leben" gehabt, erklärten McGoverns Kinder. Er habe sich für die Hungernden und für Frieden eingesetzt, und sei "eine Stimme des Fortschritts für Millionen" gewesen. Auch noch nach seinem 90. Geburtstag im Sommer haber er geschrieben und Reden gehalten.
McGovern wird unter anderem das Verdienst zugeschrieben, durch seinen Wahlkampf 1972 viele Frauen, junge Menschen und Angehörige von Minderheiten für die Demokratische Partei begeistert zu haben. Dennoch scheiterte er mit seinen Präsidentschaftsambitionen, nachdem über seinen zunächst aufgestellten Vize-Kandidaten Thomas Eagleton enthüllt wurde, dass dieser mehrmals in psychiatrischer Behandlung gewesen war.
McGoverns Niederlage war für die Demokraten verheerend: Nur in Massachusetts und im Hauptstadtbezirk gewann er. Nixon blieb wegen des Watergate-Skandals allerdings nur noch bis 1974 im Amt; er zog mit seinem Rücktritt die Konsequenzen aus einem Einbruch in die Wahlkampf-Zentrale der Demokratischen Partei während McGoverns Präsidentschaftskandidatur.
Nach seiner Zeit in der US-Armee als Kampfpilot während des Zweiten Weltkriegs wurde McGovern 1957 Abgeordneter im Repräsentantenhaus und blieb dort bis 1961. Im folgenden Jahr wurde er zum Senator gewählt und blieb 18 Jahre im Amt. Danach war er Gastdozent an mehreren Universitäten und stand der Denkfabrik Middle East Policy Council vor. Von 1998 bis 2001 war McGovern US-Botschafter bei der Welternährungsorganisation (FAO). (APA, 21.10.2012)
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