"Falscher Arzt" beim Roten Kreuz am Dienstag vor Gericht

21. Oktober 2012, 14:33
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34-Jähriger muss sich wegen Urkundenfälschung verantworten: Über 10 Jahre im Roten Kreuz aktiv

Einem "falschen" Mediziner wird am Dienstag in St. Pölten der Prozess gemacht. Der 34-jährige Wiener muss sich wegen Urkundenfälschung verantworten: Er soll sich beim Roten Kreuz und bei einer Bank in der niederösterreichischen Landeshauptstadt als Arzt ausgegeben haben, obwohl er kein akademisches Studium hat, so das Landesgericht. Das Delikt ist mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr bedroht.

Der Fall hatte im März für Schlagzeilen gesorgt. Zu "Doktorwürden" sei der Mann durch ein gefälschtes Diplom der Uni Wien gekommen, berichteten die Bezirksblätter NÖ. Er war über zehn Jahre beim Roten Kreuz aktiv gewesen - und wurde nach Auffliegen der Vorwürfe von allen Diensten freigestellt. Die Polizei war rein zufällig im Zuge einer Eigentumsgeschichte auf den Verdächtigen gestoßen.

Man habe den Mann lange gekannt und sei "völlig entsetzt", hieß es beim Roten Kreuz damals. Er habe als freiwilliger Einsatzfahrer, Rettungs- und Notfallsanitäter gearbeitet, nachdem er entsprechende Ausbildungen bei der Organisation absolviert hatte. Der Mann habe auch von seinem Medizinstudium erzählt und 2010 dann von dessen Abschluss, wobei er ein "echt aussehendes" Diplom vorlegte und angab, in der Chirurgie des Wiener AKH tätig zu sein. Danach sei er auch - ebenfalls unentgeltlich - in der Prüfungskommission gesessen. (APA, 21.10.2012)

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