Dubai: Österreichischer Arzt zu lebenslanger Haft verurteilt

  • Der Mediziner Eugen Adelsmayr auf einem Bild vom 24. Februar.
    apa-foto: barbara gindl

    Der Mediziner Eugen Adelsmayr auf einem Bild vom 24. Februar.

Adelsmayr: "Farce" - Mitangeklagter freigesprochen - Berufung aus dem Ausland nicht möglich

Dubai/Linz - Hartes, für den betroffenen österreichischen Arzt Eugen Adelsmayr unverständliches Urteil eines Gerichts in Dubai: Der 53-jährige Anästhesist und Intensivmediziner wurde am Sonntag in einem Mordprozess in Abwesenheit zu lebenslänglicher Haft verurteilt. Sein Mitangeklagter, ein indischer Arzt, wurde freigesprochen. Dies teilte Adelsmayr mit.

Dem Intensivmediziner und seinem Mitangeklagten war vorgeworfen worden, im Jänner 2009 im Rashid-Hospital in Dubai bei einem Patienten mit hoher Querschnittläsion durch Unterlassung der Hilfeleistung sowie Morphin dessen Tod herbeigeführt zu haben. Nach einem Prozess am Dubai Court, der im April 2009 begonnen und in dem die Staatsanwaltschaft von Beginn an die Todesstrafe verlangt hatte, folgte nun, am 20. Verhandlungstermin, der Spruch des Gerichtes.

"Begründbar ist es nicht"

Adelsmayr (53) war nach einem diplomatischen Tauziehen zunächst ab September 2011 zeitweise aus Dubai ausgereist, seit Ende Dezember vergangenen Jahres lebt er wieder dauerhaft in Österreich. Heute, Sonntag, kommentierte der gebürtige Oberösterreicher, der mittlerweile an eine Salzburger Privatklinik arbeitet, den Gerichtsspruch so: "Das Urteil ist natürlich eine sehr schwere Belastung, so eine Farce. Begründbar ist es nicht. Es fällt mir schwer, das Urteil vernünftig zu kommentieren."

Das Gericht sei ausschließlich einem nachweislich gefälschten Gutachten gefolgt, hätte entlastende Gutachten nicht berücksichtigt. Im Endeffekt bedeute das Urteil, so der Arzt: "Man hat den Ausführenden freigesprochen und mich als Anstifter zu lebenslänglich verurteilt. (...) Dabei war ich nachweislich ab zwei Tage vor dem Tod des Patienten gar nicht mehr im Dienst in dem Spital." Das Gericht in Dubai hätte offenbar seinen indischen Kollegen "elegant aus dem Spiel" genommen, die Verfahren entkoppelt.

Frist von 14 Tagen

Das Ergreifen von Rechtsmitteln aus dem Ausland ist für Adelsmayr nicht möglich. Der Arzt: "Die Staatsanwaltschaft in Dubai kann noch gegen das Urteil berufen." Dafür gebe es nun eine Frist von 14 Tagen. Dies kann laut dem Österreicher leicht der Fall sein, da die Staatsanwaltschaft in Dubai bei Urteilen unter der möglichen Höchststrafe oft berufe.

Während des langen Prozesses, zum Teil in Dubai unter dem Damoklesschwert einer möglichen Todesstrafe, hatte der österreichische Arzt auch eine persönliche Tragödie erlebt. Im Jänner dieses Jahres starb seine Frau an einem Krebsleiden. Adelsmayr hat über seine Erlebnisse auch ein Buch geschrieben: "Von einem, der auszog". Der Arzt am Sonntag: "Dieses Buch ist eine nicht zu unterschätzende Waffe." Für die nächsten Ausgaben werde er, Adelsmayr, noch zusätzliches Material zu der Affäre hinzufügen. Auch eine Übersetzung sei geplant. (APA, 21.10.2012)

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Leider scheint die Manipulation des Berichts bei Gericht nicht thematisiert worden zu sein. So die Reaktion der Reporterin vom National.

Wie kann ein Bericht, der erfolgreich angefochten wird, als Grundlage für eine Anklage dienen? Wie konnte der Report ohne in beglaubigt übersetzter Form vorzuliegen vom Gericht akzeptiert worden sein? Wie wurde die mangelnde Aktivlegitimation zur Eröffnung der Anklage geregelt?

Zuviele Fragen um eine Verurteilung unkommentiert zu lassen!

Es scheinen die Manipulation des Berichts bei Gericht nicht thematisiert gewesen zu sein

Das ist ein Irrtum

Adels. Anwältin disputierte hart - mit dem Richter über selbiges Thema

Ich beziehe mich auf die Gerichtsreporterin vom National, die bei den Verhandlungen mitgeschrieben hat. Sie wusste bis zu meinem Anruf nichts von einem manipulierten Report.

Das ist aber nicht Salam al amir, die die Berichte zeichnet? Wusste nicht, daß das eine Frau ist. Aber-> diesre Berichterstatter/(in) wusste sehr wohl von den Vorgängen, hab ja ich nahezu alle Information von Ihr/Ihm.. Zumindest über den Vorwurf der Verteidigung müßte sie wissen, aber vielleicht lege ich ihr Aussagen Adels. in die Füße.. da muß ich alles noch mal nachlesen..

Sie war höchst erstaunt, denn sie hat den Bericht aufgrund der Mitschriften aus den Verhandlungen erstellt. Der Artikel im National erwähnt den manipulierten Report nicht.

Sie hat zugestimmt, dass ein nicht beglaubigt übersetzter Schriftsatz niemals bei Gericht hätte zugelassen werden dürfen. Ich hoffe ihre Neugier ausreichend geweckt zu haben, dass sie erneut recherchiert.

Soweit ich das beurteilen kann, wurde der Report der Dubai Health Authorities bei den Higher Authorities erfolgreich angefochten und ist daher rechtlich nicht mehr bindend sondern der Report aus der zweiten Instanz, der Dr. Adelsmayr von allen Vorwürfen freispricht. Wie konnte die Staatsanwaltschaft die Anklage darauf gründen?

Sie erwähnte daß Adels. den Bericht als gefälscht erachtete, zumindest zweimal (mag sein daß sie die Reichweite des von gehörten und niedergeschriebenen nicht verstand)
"The doctor says the DHA report was incorrectly translated into Arabic. “Today’s judment is based on that report,” he said."
und
oct. 21
http://www.thenational.ae/news/uae-... cy-killing

"Last night he protested his innocence, and said the verdict was based on an incorrect translation of a medical report into the case, which cleared him. “The verdict was shocking and not understandable,” he told The National"

natuerlich!! haha

in diesem Land ist es immer gut wenn Frauen richtig hart disputieren HAHAHA
so wie man Frauen entsendet um bei Gericht aufzutreten und die dann nicht mal richtig gekleidet sind HAHA
Na Allah sei Dank dass wir nicht den deutschen Aussenminister mit seinem Ehemann gleich hingeschickt haben

sie können auch zu Hause lachen, man hört sie nicht. Es ist vielleicht doch besser, sie beschränken sich auf Mitteilungen, dann fällt die Kommunikation leichter.

Für sie: Adels. war mit der Bestellung der Dame sehr zufrieden, sie ersetzte ihren faulen Vorgänger. Einen Mann

lei

sie ersetzte mehrere

Kawadri, den verteufelten Shamsi.....

und weil alle so gut sind hat er jetzt dieses Urteil
Ich waere auch zufrieden mit dem Urteil

Sie haben recht, es ist eigentlich nur zum weinen!Eine hart disputierende Anwaeltin in einem Land in dem Frauen wertvoll sind. Frau Ellison-Kramer wird von Oesterreich auf eine heikle diplomatische Mission geschickt in der es ja nur um ein Menschenleben geht in ein Land indem Frauen wie schon gesagt besonders wertvoll sind (das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen)die nichts von Kleiderordnung weiss und sich dementsprechend nach einigem Aerger eine Abaya ueberziehen muss. Na soll ich da ueber das oesterreichische Fingerspitzengefuehl in Sachen Diplomatie nicht lachen???

liebe Frau. redens kan Unsinn, falls Sie sich näher mit dem Thema auseinandersetzen wollen, stellt der standard ausreichen weitergehende Lektüre zur Verfügung

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Auch war Kawadri in einen Vermittlungsservice für medizinisches Personal involviert, wobei 2009 keine Lizenzen mehr vergeben wurden. Auch hier ist die erste Anlaufstelle die Dubai Health Authorities, um die Zulassung zu erhalten.

Zudem hat sich Kawadri sehr negativ über seinen "Mandanten" Dr. Adelsmayr geäußert und hat ihn schuldig befunden, obwohl die Gutachten das Gegenteil beweisen. Er hat sich auch einem Journalisten gegenüber negativ über die gestattete Ausreise geäußert. Warum dieser Meinungsumschwung?

Ich sehe daher die diplomatischen Bemühungen eher als Schadensbegrenzung denn als diplomatische Meisterleistung.

Sg. Fr., ich würde gerne Nachweise zu den Äußerungen Kawadris lesen, falls sie online abrufbar sind

unter www.saubere-haende.org

es gibt fuer alle Behauptungen eidesstattliche Erklaerungen und amtliche Nachweise, Audiobeweise, E-Mails, Schriftverkehr, Gerichtsakten und eine mehr als umfangreiche Opfer/Zeugenliste, die das eigentliche unfassbare Ausmass zeigt

ich fragte zu den Äußerungen zur angesprochenen Situation

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Bei der Bestellung Kawadris durch Dr. Adelsmayr wurde auch sofort Konsul Dedic eingebunden, der also unmittelbar von der anwaltschaftlichen Vertetung Kawadris in einem Mordverfahren informiert war und nicht aufklärte, obwohl er berechtigte Zweifel an der anwaltschaftlichen Zulassung hätte haben sollen.

Kawadri unterhält gute Beziehungen zu Ärzten im Rashid Hospital, da er für den Deutschen ein Attest besorgen wollte. Da stellt sich die Frage, wie freundschaftlich waren und sind die Beziehungen Kawadris zu jenen Ärzten, die Dr. Adelsmayr belasten? Kawadri hat auch Dokumente der Dubai Health Authority übersetzt, wenngleich auch ohne entsprechende Lizensierung.

liebe Frau, das mag alles sein.
Die erlittenen Fehler des Dubaier Urteils sind offensichtlich, auch ohne die Bezüge zu genannten Personen

Sie scheinen dem Gedankengang der Dame nicht folgen zu können. Die genannten Personen sind kausal für den negativen Ausgang des Verfahrens bei den Health Authorities, das in der Folge die Grundlage für die Mordanklage bildete.

Ich habe aus Interesse die Webseite www.saubere-haende.org besucht. Die Dame hat übrigens ziemlich erfolgreich Beweise zusammengetragen, die findige Juristen in Österreich wie auch in Deutschland zur Geltendmachung einer Amtshaftung verwenden könnten.

Ich folgte sehr wohl und meine dennoch, benannte Personen nicht im kausalen Zusammenhang mit der investigativen story zu sehen. Dafür zeichnete nicht die DHA sondern der Krankenhausbetreiber, die DHA (Health Authority) sprach Adels. eher frei

Ich denke, es war auch nicht die "Health authority" (DHA) Dubais, die ein negatives Zertifikat ausstellte, sondern der Krankenhausbetreiber.

Ich folge dem GFedankengang der Dame sehr. Es ist auch interessant von diesem Aspekt zu hören.
Aber es ist doch ein Nebenschauplatz verglichen zum - Thema des Verfahrens: Adelsmayer

Kausal sind die Ausführungen - eben nicht mit der Chause Adels. zu sehen, da das Verfahren bei Eintritt jener Kanzlei längst in Gang war und Adels. selbst die Proponenten der Gegenseite aufzeigte.
Und den ersten ( männlichen ) Anwalt austauschte (gegen eine Frau).
Wo wollen´s denn eine Amtshaftung beantragen. Wohl nicht in Dubai.

3/6

Kawadri wurde als Vertrauensanwalt und Rechtsanwalt der österreichischen Botschaft empfohlen und bestellt und seine Dienste für die Republik stets hoch gelobt. Trotz unserer Beschwerden wurde Kawadri nicht auf seine Zulassung überprüft.

Ich habe im Frühjahr 2009 bereits festgestellt, dass Kawadri kein Anwalt oder Legal Consultant ist und habe dies beim dt. Konsulat wie auch auf der ÖB mündlich angezeigt.

Dr. Adelsmayr bekam die Empfehlung durch einen Deutschen, der von Kawadri "vertreten" wurde. Konsul Dedic war mehrmalig mit Kawadri im Büro dieses Deutschen, der durch das gemeinsame Auftreten unseres Konsuls mit dem "Vertrauensanwalt" Kawadri überzeugt war, dass Kawadri ein Rechtsanwalt sein musste.

2/6

Wie im Buch nachzulesen ist, hat das unprofessionelle Auftreten des Herrn Kawadri dem Fall nachhaltig geschadet. Wie es scheint hat Dr. Adelsmayr Kawadri das "Mandat" in der Folge entzogen.

Was aber Kawadri so gefährlich macht, ist der mögliche Parteiverrat, den wir in vielen Fällen dokumentiert haben. Des Weiteren halten wir zahlreiche Fehlübersetzungen Kawadris in Evidenz. Die Gerichte in den VAE erkennen nur Schriftstücke auf Arabisch an, wobei der Inhalt der arabischen Übersetzung, der vom dt Text erheblich abweichen kann, zählt.

Wie konnte aber Kawadri das Vertrauen der Opfer gewinnen? Er hat Bestellungsurkunden verschiedener Vertretungsbehörden gefälscht, wobei bis heute keine Strafanzeige gegen ihn eröffnet wurde.

1/6

Ich bin die Hauptbeschwerdeführerin im Skandal um die österreichische Botschaft in Abu Dhabi rund um die Bestellung des Sanitärhändlers Kawadri als Vertrauens-und Rechtsanwalt der Botschaft.

Ich arbeite ehrenamtlich für den HDA, eine NGO mit Sitz in D. Zu unserem Entsetzen wurde Dr. Adelsmayr ebenfalls vom Sanitärhändler anwaltschaftlich vertreten. Wir veranlassten, dass die "Anwaltsvollmacht", in Wahrheit eine Generalvollmacht, sofort von Dr. Adelsmayr widerrufen wurde. Wir haben die Anwälte wie auch Dr. Adelsmayr angewiesen, dass sämtliche Dokumente bei den Dubai Health Authorities überprüft werden müssen, da es immer wieder zu groben Unregelmäßigkeiten bei Verfahren gekommen ist.

So wurde der manipulierte Bericht entdeckt!

Als Konsequenz dieses Urteils

sollte man in Zukunft von einem Urlaub in Dubai Abstand nehmen. Wenn Dubai als Urlaubsziel boykottiert wird, dann tut dies den Scheichs am meisten weh, da sie ihre ganze Zukunft vom Tourismus abhängig machen. Dann würden sie wohl auch gewillt sein ihr Justizsystem an zivilisierte Standrads anzupassen,

Auch ohne dieses Urteil meide ich dieses Land.

Mir reicht schon der Größenwahn, der dort grassiert. Alles muss noch größer, noch verrückter sein. Umwelt ist wurscht, obwohl Geld genug da gewesen wäre um auch auf diese zu achten. 800 Meter Türme, Golfrasen in Wüste, künstliche Landzungen, die regelmäßig nachgeschüttet werden müssen, Anreize für Steuerflucht von Unternehmen aus der ganzen Welt, bewässerte Alle auf Autobahn durch Wüste, undundund
Diesen Wahnsinn möchte ich mit keinem touristischen Cent unterstützen.

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