Der Gaddafi-Clan - Geflohen, tot oder untergetaucht

Hintergrund21. Oktober 2012, 08:18
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Diktatorensohn Khamis soll nun getötet worden sein

Berlin/Tripolis - Tot, im Exil oder versteckt: Der Clan des Muammar al-Gaddafi ist am Ende. Sohn Khamis, schon im Vorjahr totgesagt, starb angeblich erst jetzt bei Kämpfen in Libyen.

Muammar Gaddafi: Herrschte in Libyen fast 42 Jahre lang als Diktator. Der 69-Jährige wurde vor einem Jahr in seiner Heimatstadt Sirte nach der Gefangennahme erschossen.

Safiya Gaddafi: In Algerien. Gaddafis aus Bosnien-Herzegowina stammende zweite Ehefrau ist mit Kindern ins Nachbarland geflohen.

Mohammed Gaddafi: In Algerien. Der älteste Sohn des Ex-Herrschers stammt aus der Kurzehe mit der Offizierstochter Fatiha. Er leitete das libysche Post- und Fernmeldeunternehmen, besaß zwei Mobilfunkanbieter und führte das Nationale Olympische Komitee.

Hannibal Gaddafi: In Algerien. Er geriet durch sein Luxusleben und Gewalttaten in die Schlagzeilen. 2005 soll er eine Frau in Paris verprügelt haben. 2007 verhaftete ihn die Justiz in Genf, weil er Hausangestellte misshandelt haben soll.

Aisha Gaddafi: In Algerien. Die Juristin gehörte zu den Rechtsanwälten des später hingerichteten irakischen Diktators Saddam Hussein und leitete zuletzt eine libysche Wohltätigkeitsorganisation.

Al-Saadi Gaddafi: Im Niger. Bis 2003 führte er eine Eliteeinheit im Kampf gegen Islamisten in Libyen, dann ging er als Fußballprofi nach Italien, kam kaum zum Einsatz und musste nach Dopingvorwürfen gehen. Er steht auf der Fahndungsliste von Interpol, Niger verweigerte bisher seine Auslieferung.

Khamis Gaddafi: Wurde schon im August vergangenen Jahres totgesagt. Starb nach neuen Berichten aber offenbar erst jetzt bei Kämpfen um Bani Walid.

Saif Al-Arab Gaddafi: Soll tot sein. Als Student in München fiel er wegen Diskotheken-Schlägereien auf. Nach unbestätigten Angaben eines libyschen Regierungssprechers starb er am 1. Mai durch NATO-Bomben.

Saif Al-Islam Gaddafi: War zunächst untergetaucht, ist seit November 2011 in Libyen in Haft. "Schwert des Islams" - so die Übersetzung des Namens - galt lange als Nachfolger seines Vaters. Wegen Kriegsverbrechen fordert der Chefankläger des Internationalen Strafgerichtshofes seine Auslieferung nach Den Haag. Saif hatte ab den 1990er Jahren teilweise in Österreich gelebt und in Wien studiert. Er unterhielt unter anderem enge Beziehungen zum damaligen Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider und FPÖ-Funktionären.

Mutassim Gaddafi: Verletzt in Sirte gefangen genommen, angeblich von Milizionären erschossen. Mutassim floh nach einem Zerwürfnis mit seinem Vater nach Ägypten, durfte aber zurückkehren und befehligte die Präsidentengarde.

Milad Aubustaia Gaddafi: Verbleib unklar. Muammars adoptierte seinen Neffen. Während eines US-Bombenangriffs auf Tripolis 1986 soll er der Legende nach das Leben des Diktators gerettet haben.

Hana Gaddafi: Schicksal ungeklärt. Die Adoptivtochter soll 1986 im Alter von 15 Monaten durch US-Bomben auf Tripolis getötet worden sein. Kürzlich entdeckten Dokumenten zufolge lebt sie aber, hat eine Ausbildung als Ärztin und lebte zuletzt in Tripolis. (APA, 21.10.2012)

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