Tipsarevic gescheitert, Zemlja im Endspiel gegen Del Potro

20. Oktober 2012, 19:08
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Argentinier wie im Vorjahr im Finale, slowenischer Qualifikant überrascht gegen Nummer zwei. Knowle im Doppelfinale

Wien -  Nichts wurde aus dem Finale der beiden Top-Ten-Spieler in Wien: Nach dem Sieg des topgesetzten Juan Martin Del Potro hat am Samstag die Nummer zwei des Turniers sensationell verloren. Janko Tipsarevic, die Nummer 9 der Weltrangliste, musste sich völlig überraschend dem slowenischen Qualifikanten Grega Zemlja nach 2:34 Stunden mit 6:3,6:7(5),2:6 geschlagen geben.

Del Potro könnte am Sonntag in der Stadthalle das erste Dutzend an ATP-Turniersiegen voll machen. Der 24-jährige Argentinier beendete mit einem 7:6(4),7:6(5) nach 110 Minuten den Lauf des überraschend bis ins Halbfinale vorgedrungenen Luxemburger Gilles Muller.B eide Spieler brachten ihre Service-Games in beiden Sätzen durch. 

Mit seinem 17. Ass beim vierten Matchball fixierte Del Potro dann sein 17. Finale auf der Tour. "Es ist das zweite Finale in Folge hier für mich, das macht mich sehr glücklich. Ich werde nach meiner einmonatigen Pause wegen des Handgelenks immer besser", freute er sich."

Tipsarevic "down"

Eine große Enttäuschung setzte es für Janko Tipsarevic. Zu Beginn sah alles nach einer klaren Angelegenheit für den Favoriten aus: Der Serbe führte mit 6:3,2:0 und hatte zwei Breakbälle zum 3:0. "Ich war in diesen Momenten zu passiv, ich habe nicht bis zum Ende der Punkte konzentriert durchgespielt", sagte Tipsarevic. Dabei hätte er das Match zu diesem Zeitpunkt völlig unter Kontrolle gehabt. "Er war da eigentlich 'down'."

Tipsarevic musste sich dann im dritten Satz an der rechten Schulter behandeln lassen. "Ich hoffe, es ist nichts Ernstes. Diese Verletzung hat mich fast zwei Jahre lang beschäftigt, aber in den letzten eineinhalb Jahren habe ich sie so gut wie nie gespürt." In der Mitte des zweiten Satzes habe er aber plötzlich Probleme mit dem zweiten Aufschlag gehabt. "Aber ich glaube nicht, dass das der Hauptgrund ist, warum ich verloren habe", meinte der Weltranglisten-Neunte. Der 28-Jährige wollte nach Valencia fliegen und "versuchen, dort zu spielen".

Während bei Tipsarevic die Enttäuschung sehr groß war, freute sich der Überraschungsfinalist. Der Weltranglisten-70., der zum Zeitpunkt seiner Nennung noch weiter hinten klassiert war und deshalb in die Qualifikation musste, strahlte vor Freude. Er hatte sich hier nicht nur erstmals für ein Viertelfinale qualifiziert: Mit dem Einzug ins Finale ist er der erste slowenische Spieler in einem ATP-Tour-Endspiel überhaupt. In ein Halbfinale hatte es vor ihm nur Luka Gregorc (2008 in New Haven) geschafft.

Knowle im Finale

Für ein Highlight aus österreichischer Sicht sorgte Julian Knowle. Der Vorarlberger hat sich mit Doppelpartner Filip Polasek am späten Samstagabend für das Doppel-Endspiel qualifiziert. Die als Nummer zwei gesetzte österreichisch-slowakische Paarung setzte sich gegen Jamie Murray/Andre Sa (GBR/BRA) mit 7:6(3),7:6(2) durch. Für Knowle, der heuer mit Frantisek Cermak erstmals Kitzbühel gewonnen hat, ist es das insgesamt dritte Wien-Finale. 2006 und 2009 verlor er allerdings jeweils an der Seite von Jürgen Melzer.

Das Duo trifft nun allerdings nicht auf die topgesetzten Österreicher Melzer/Alex Peya. Die beiden ÖTV-Davis-Cup-Spieler verpassten den Einzug ins Endspiel gegen die wenig bekannten Deutschen Andre Begemann/Martin Emmrich. Nach 80 Minuten mussten sie sich mit 6:4,3:6,8:10 beugen. "Wir haben sehr gut begonnen, haben es dann aber verabsäumt, den ersten Satz glatter zu gewinnen. Sie haben sehr genau aufgeschlagen. Ich habe sicher nicht so gut retourniert wie sonst", meinte Melzer. (APA/red, 20.10.2012)

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    Janko Tipsarevic muss im Halbfinale die Segel streichen.

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