Vanek nach weiterer Pleite selbstkritisch

20. Oktober 2012, 12:36
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"Noch Sommereishockey dabei" - Familie fehlt dem NHL-Stürmer - Kritik wegen "lockout"-Taktik an NHL

Wien - Für Thomas Vanek und die Graz 99ers war das Gastspiel bei den Vienna Capitals ein bitterer Freitagabend. Die Wiener siegten vor über 7.000 Zuschauern hochverdient mit 4:1 und schlossen in der Tabelle der Erste Bank Eishockey Liga nach Punkten zum Tabellenführer VSV (4:8 in Znojmo) auf. Vanek und seinen Kollegen gelang nicht viel, nach der vierten Niederlage in Serie gab sich der NHL-Stürmerstar selbstkritisch.

Die Grazer kamen im ersten Drittel (0:3) überhaupt nicht ins Spiel und schafften es nur ganz selten, Vanek einzusetzen. "Wir haben in den ersten 20 Minuten das Match verloren. Wir haben dumme Strafen genommen, sie haben 3:0 geführt und gegen so eine Mannschaft ist es dann schwer durchzukommen", erklärte Vanek im Gespräch mit der APA - Austria Presse Agentur.

Von sich selbst erwartet der 28-jährige Steirer auch mehr. "Ich muss mehr schießen. Ich bin zweimal vor dem Tor gestanden, wollte schießen und habe gepasst. Da ist noch Sommereishockey dabei. Das ist die Spielpraxis, deshalb haben wir drüben auch sieben, acht Vorbereitungsspiele", so Vanek, der sein fünftes Spiel im 99ers-Dress absolvierte, seit seinem Debüt aber weder über ein Tor noch über einen Sieg jubeln konnte. Mit Ausnahme der Innsbruck-Partie hat die Linie um den Stürmer der Buffalo Sabres aber stets Scorerpunkte gesammelt.

Das perfekte Spiel

Auch Co-Trainer Herbert Hohenberger, der anstelle des erkrankten Cheftrainers Mario Richer an der Bande das Sagen hatte, hofft auf eine Steigerung von Vanek und der ganzen Mannschaft. "Er macht sich derzeit das Leben selber schwer, weil er sehr kompliziert spielt. Er will das perfekte Spiel haben, aber das geht bei uns nicht und das geht in der NHL nicht. An dem muss er momentan arbeiten, dass er einfacher spielt. Er will das Zuckerl mehr haben, aber das geht nicht. Er weiß es eh", analysierte Hohenberger.

Zudem habe Vanek die besondere Aufmerksamkeit seiner Gegenspieler. "Er ist der große Star bei uns. Alle spielen intensiver auf ihn, wer will einem Vanek nicht die Scheibe wegnehmen? So einen Spieler kann man sich nur in der Mannschaft wünschen, er muss aber effektiver werden", erklärte Hohenberger, der das gesamte Team gefordert sieht. "Wenn die vierte Linie die beste Linie ist, sagt das alles. Wir haben teilweise wie eine U17 gespielt. Wir müssen schauen, dass wir wieder auf richtige Bahn kommen."

Das hofft auch sein Stürmerstar. "Es ist natürlich frustrierend, dass wir nicht die Punkte haben. Deswegen bin ich da. Wir müssen gut trainieren und am Sonntag (gegen Dornbirn) zwei Punkte holen", betonte Vanek, der sich in Graz auf dem Eis vor allem mit Sturmpartner Latendresse und auch abseits gut eingelebt hat. Seine Familie (Frau Ashley und seine drei Söhne) fehlen ihm aber sehr. "Ab und zu treffe ich ein paar Freunde oder spiele Golf. Aber es ist schwer, wenn Frau und Kinder nicht da sind. Die Unterstützung ist wichtig", sagte er.

Vanek hat bis 4. November Vertrag in Graz und fliegt dann zurück. Wie es danach weiter geht, ist offen. Im Arbeitsstreit der NHL ist kein Ende des "lockout" in Sicht, Vanek sieht die Liga in der Verantwortung. "Von der Medienseite haben sie es schlau gemacht mit dem Angebot 50:50, aber da steckt noch viel dahinter. Wir haben drei gute Angebote gemacht, sie sind nach fünf Minuten aufgestanden und gegangen. Für uns Spieler sind das keine Verhandlungen", sagte der Stürmer, der sich mittels Konferenzschaltungen der Spielergewerkschaft auf dem Laufenden hält.

Kontakt hat Vanek natürlich auch zu Tyler Myers. Der Verteidiger ist sein Clubkollege bei den Buffalo Sabres und überdauert den "lockout" bei Rekordmeister KAC. "Ich habe mit ihm ein paarmal geredet. Er freut sich auch, dass er wieder Eishockey spielen kann", erzählte Vanek.

Myers debütierte so wie Sam Gagner, Stürmer der Edmonton Oilers, am Freitag auswärts in Szekesfehervar. Trotz 3:1-Führung mussten sich die Kärntner mit 3:4 nach Penaltyschießen geschlagen geben. Am Sonntag wird das NHL-Duo erstmals den eigenen Fans in der Klagenfurter Stadthalle präsentiert. Der Gast könnte zum Debüt aus Sicht der Rotjacken der richtige sein: Der KAC trifft auf das Schlusslicht Innsbruck, das erst einen Saisonsieg zu Buche stehen hat.

An der Tabellenspitze wird das Fernduell zwischen den punktegleichen Teams aus Wien und Villach fortgesetzt. Die Capitals haben den Tabellenvorletzten Olimpija Ljubljana zu Gast, der VSV empfängt Meister Black Wings Linz. Die Oberösterreicher reisen nach einem 5:3-Auswärtssieg (5:0-Führung nach zwei Dritteln) in Salzburg mit viel Selbstvertrauen an. (APA, 20.10.2012)

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    Thomas Vanek möchte mit seinen 99ers einfacher spielen.

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