Haas überraschend ausgeschieden

  • Tommy Haas ist in Wien gescheitert.
    foto: dapd/zak

    Tommy Haas ist in Wien gescheitert.

Deutsche hat gegen den Slowenen Grega Zemlja das Nachsehen - Del Potro souverän, Tipsarevic ebenfalls im Halbfinale

Wien - Der programmierte Halbfinal-Schlager beim Erste Bank Open in Wien zwischen Janko Tipsarevic und Tommy Haas findet nicht statt. Während der als Nummer zwei gesetzte Serbe gegen den Slowenen Aljaz Bedene bei 6:2,4:2 von dessen Aufgabe profitierte, ist der 34-jährige Deutsche völlig überraschend ausgeschieden. Haas musste sich Bedenes Landsmann Grega Zemlja nach 1:52 Stunden mit 4:6,6:4,2:6 beugen.

Bereits zuvor hatte der topgesetzte Juan Martin Del Potro Thiem-Bezwinger Marinko Matosevic (AUS) nur vier Games überlassen. Del Potro ist gegen Melzer-Bezwinger Gilles Muller am Samstag klarer Favorit auf eine neuerliche Final-Teilnahme wie im Vorjahr. Der Luxemburger hatte sich im ersten Viertelfinale des Tages gegen den Italiener Paolo Lorenzi (ITA) mit 6:3,6:4 durchgesetzt. Zemlja trifft nun auf Tipsarevic.

Zemlja, der wie Andreas Haider-Maurer und Bedene vom österreicherischen Trainer-Duo Roland Berger und Werner Eschauer betreut wird, sorgte für die Überraschung des Tages. Der Weltranglisten-70. war in der Qualifikation topgesetzt und hat nun schon fünf Siege en suite in der Tasche.

Über den Erwartungen

"Ich habe nicht einmal erwartet, dass ich in der ersten Runde gewinne", sagte Zemlja in Erinnerung an seinen Erstrundensieg über den als Nummer 8 gesetzten Xavier Malisse (BEL). "Ich habe gut gespielt. Im dritten Satz habe ich beim 2:2 bemerkt, dass seine Vorhand ein wenig unsicherer geworden ist. Dann habe ich mehr auf diese Seite gespielt und das hat funktioniert", sagte der 26-Jährige.

Gegen Tipsarevic ist Zemlja erneut krasser Außenseiter. Der Serbe hat die bisher einzige Begegnung heuer gegen den Slowenen in der dritten US-Open-Runde glatt in drei Sätzen gewonnen.

Überraschend Koffer packen hieß es hingegen für Tommy Haas. Der Deutsche wird seit heuer vom Österreicher Edwin Weindorfer gemanagt. "Es war leider Gottes nicht sein bestes Spiel. Ich glaube, er war geistig schon ein bisschen zu sehr im Semifinale. Heute haben ihm bei jedem Grundschlag 20 km/h gefehlt", analysierte Weindorfer. Und Haas selbst? "Ich bin enttäuscht. Im ersten Moment muss man auch meinem Gegner gratulieren. Es ist immer schwierig, wenn man einen kaum kennt. Ich habe nicht gut angefangen im ersten Satz, war dann im zweiten recht zufrieden."

Allerdings hatte Haas eine 4:1-Führung vergeben, ehe er den Satzgleichstand geschafft hatte. Im dritten hielt Haas nur bis zum 2:2 mit, ehe Zemlja Kurs auf die Überraschung nahm. "Das war so ein Spiel, wo man sich den Sieg erarbeiten muss, dafür war ich heute nicht gut genug." Für Haas geht sein sensationelles Comeback-Jahr in Valencia und Paris zu Ende. Für Wien 2013 kündigte sich Haas mehr oder weniger wieder an. "Ich hoffe es sehr, wenn ich gesund bleibe und alles gut läuft, werde ich auf jeden Fall hier sein." (APA, 19.10.2012)

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