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Brüssel - Der zurückgetretene EU-Gesundheitskommissar John Dalli (64) wirft Kommissionspräsident José Manuel Barroso vor, ihn in einem Gespräch unter vier Augen aus dem Amt gedrängt zu haben. Dalli sagte der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung": "Als ich um Bedenkzeit gebeten und meinen Wunsch vorgetragen habe, juristischen Rat einzuholen, gab er mir 30 Minuten Zeit. Ich fühlte mich lächerlich gemacht und habe ihm gesagt: Ich werde zurücktreten."
Das Anti-Betrugsbehörde der EU (Olaf) hatte in einem Anfang der Woche Barroso übermittelten Bericht dem Malteser vorgeworfen, seine Amtspflichten verletzt zu haben. Dalli soll von Forderungen eines Bekannten nach einem hohen Bestechungsgeld gewusst, darüber aber geschwiegen haben. Sein maltesischer Landsmann habe von der Tabakindustrie Geld verlangt, damit Dalli die geplante EU-Tabakgesetzgebung ändere. Der zurückgetretene Kommissar bestritt, von Geldforderungen an die Tabakindustrie gewusst zu haben. (APA, 19.10.2012)
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Wahrscheinlich wusste John Dalli einfach nicht genau, wieviel man ihm wirklich nachweisen konnte.
Bei nur 30 Minuten Bedenkzeit bekam er es mit der Angst zu tun, und trat zurueck.
Nun hat er wohl den Eindruck gewonnen, dass er sich aus der Situation doch noch irgendwie herauswinden und herausluegen haette koennen, und beklagt sich bitterlich ueber die schlechte Behandlung.
Wenn ich diese doch prompte Reaktion Barrosos mit dem ewigen Dahinlavieren in Oesterreich (bei wesentlich drastischeren Korruptionsfaellen) vergleiche, beginne ich zu verstehen, warum die Oesterreich so EU-"kritisch" sind: Weil Sie sich in ihrer gemuetlichen Freunderlwirtschaft gefaehrdet fuehlen, sollte einmal der eisige Olaf-Wind auch durch die alpenlaendischen Seilschaften pfeifen.
Oesterreich kann von der EU nur lernen.
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