Präsident Traore mahnt zur Eile bei Militärintervention in Mali

19. Oktober 2012, 19:25
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Gipfel in Bamako bereitet Einsatz gegen Islamisten im Norden vor

Bamako - Malis Übergangspräsident Dioncounda Traore hat zum Auftakt eines Vorbereitungstreffens für eine Militärintervention im Norden des Landes zur Eile gemahnt. Bei der geplanten Rückeroberung der von radikalislamischen Milizen besetzten Gebiete dürfe "keine Sekunde" verloren werden, sagte Traore am Freitag in der Hauptstadt Bamako. Das Treffen dient der Vorbereitung der von den Vereinten Nationen mandatierten Intervention.

Traore bedankte sich bei der Vorsitzenden der Afrikanischen Union (AU), Nkosazana Dlamini-Zuma, bei UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon, sowie bei Frankreichs Präsidenten Francois Hollande. Dank ihrer Unterstützung habe sich Mali "nie allein gefühlt". Die Behörden Malis würden mit den internationalen Partnern vollständig zusammenarbeiten, versprach Traore.

Sondergesandter Prodi

Dlamini-Zuma und Bans Stellvertreter Jan Eliasson kündigten in ihren Ansprachen jeweils die Eröffnung permanenter Büros ihrer Organisationen in Bamako an, um die Zusammenarbeit zu koordinieren. An dem Treffen nahm auch der ehemalige italienische Ministerpräsident Romano Prodi teil, der von Ban zum Sondergesandten für die Sahelzone ernannt worden war.

Am Freitag vergangener Woche hatte der UN-Sicherheitsrat auf Bitten Malis einstimmig einen Militäreinsatz in dem westafrikanischen Land gebilligt. Die Mitgliedsstaaten der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS) sollen demnach rund 3000 Soldaten für den Einsatz stellen, der von der UNO unterstützt werden soll. Die westlichen Staaten sollen logistische Hilfen beisteuern.

In Mali hatte Ende März eine Gruppe Soldaten den langjährigen Präsidenten Amadou Toumani Touré entmachtet. Aufgrund des dadurch entstandenen Machtvakuums gelang es Tuareg-Rebellen und mit ihnen verbündeten Islamisten, innerhalb weniger Tage weite Teile des Nordens unter ihre Kontrolle zu bringen. Die Milizen vertrieben die Tuareg und führten eine brutale Herrschaft nach dem islamischen Recht der Scharia ein. Zudem zerstörten sie zahlreiche Kulturdenkmäler in und um Timbuktu. (APA, 19.10.2012)

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