Schweizer Projekt für neue ESA-Mission ausgewählt

Satellit "CHEOPS" soll etwa 500 Sterne und ihre Planeten ins Visier nehmen

Bern/Wien - Ein Schweizer Weltraumprojekt unter der Leitung der Universität Bern hat den Zuschlag für die erste sogenannte "S-class"- Mission der Europäischen Weltraumorganisation ESA erhalten. Bereits ab 2017 soll ein Satellit namens "CHEOPS" Planeten außerhalb unseres Sonnensystems erforschen. Auch Österreich, Belgien, Großbritannien, Italien und Schweden sind an dem Projekt beteiligt. Kooperationen mit weiteren Ländern stehen noch offen

Mit den neuen "S-class"-Missionen will das Wissenschaftsprogramm der Europäischen Weltraumorganisation ESA innovative Forschende mit ausgeklügelten Ideen fördern. Es gehe darum, auch mit kleineren Missionen bedeutende Resultate zu liefern (das S in "S-class" steht für "small"). Vor diesem Hintergrund haben die Vertreter der 19 ESA-Mitgliedsländer das unter Schweizer Leitung stehende Weltraumprojekt "CHEOPS" ("CHaracterizing ExOPlanet Satellite") aus 26 Vorschlägen ausgewählt. 

Die Mission

"CHEOPS" ist ein kleiner Satellit, der rund 200 Kilogramm wiegt und ein Teleskop von 30 Zentimeter Durchmesser und eineinhalb Meter Länge trägt. Er soll in eine erdnahe Umlaufbahn geschossen werden, wo er in 800 Kilometer Höhe über der Tag-Nacht-Grenze kreisen wird. Von dort aus wird er über dreieinhalb Jahre etwa 500 helle Sterne beobachten und ihre Planeten charakterisieren.

Den ersten Exoplaneten entdeckten die Astronomen Michel Mayor und Didier Queloz von der Universität Genf im Jahr 1995 um den Stern "51 Pegasi". Seither kamen immer kleinere und schwieriger zu entdeckende Planeten hinzu. "CHEOPS" wird die sogenannte Transitmethode anwenden: Sie vermisst präzise den Durchmesser von ausgewählten Exoplaneten. Damit lässt sich zusammen mit der Masse des Himmelskörpers die Dichte des Planeten bestimmen. Diese Dichte wiederum verrät, ob der Planet aus Stein, Eis oder Gas besteht und wie seine Atmosphäre beschaffen ist.

Die "CHEOPS"-Mission gilt als Meilenstein auf dem Weg der Erforschung von Exoplaneten, wie die Universität Bern schreibt. Vielleicht kommen die Forscher damit dem Fernziel näher, eines Tages einen Planeten zu entdecken, der erdähnliche Eigenschaften hat und auf welchem Leben denkbar wäre. (APA/red, derStandard.at, 21. 10. 2012)

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