Umgestaltung Mariahilfer Straße: Programmierter Aufschrei

Kommentar19. Oktober 2012, 19:01
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Auf lange Sicht ist die Einführung der Fußgängerzone für alle ein Gewinn

Die hitzige Debatte um die Parkpickerlausweitung ist noch nicht einmal richtig abgekühlt, da präsentiert Maria Vassilakou bereits die nächste verkehrspolitische Maßnahme. Das ist zumindest mutige Politik, sonst hätte sich Vassilakou jetzt eine Schonphase gegönnt.

Das Konzept der Fußgängerzone kommt gar nicht so nackert daher, wie es die Opposition propagiert: Vassilakou bietet einen ganzen Katalog an Begleitmaßnahmen, von Verhandlungen mit der Wirtschaftskammer bis hin zur Bürgerbefragung über Querungsmöglichkeiten.

Dass drei wichtige Straßenzüge nur mehr mit 30 km/h befahren werden sollen - was übrigens in der täglichen Staurealität schon jetzt der Fall ist -, wird höchstwahrscheinlich für einen Aufschrei bei den Autofahrern sorgen, die sich neben Gratisparkplätzen einer weiteren (vermeintlichen) Freiheit beraubt sehen. Vom Boulevard ganz zu schweigen.

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier, Veränderungen machen ihm erst einmal Angst. Das war auch bei der Einführung der Fußgängerzonen am Graben, der Kärntner Straße, der Favoritenstraße oder in der Meidlinger Hauptstraße nicht anders. Abgesehen vom Aufblühen der ansässigen Geschäfte - wer kann und will sich heute dort noch stauende Autos vorstellen? Vassilakou und die Bezirksvorsteher müssen dem programmierten Widerstand auf jeden Fall standhalten, wenn sie politisch überleben wollen. (Julia Herrnböck, DER STANDARD, 20/21.10.2012)

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