UNO: Mehr als 900.000 Menschen von Kämpfen im Sudan betroffen

19. Oktober 2012, 18:33
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Keine Lebensmittellieferungen in die unruhigen Regionen möglich

Khartum/Juba - Mehr als 900.000 Menschen sind einer UN-Schätzung zufolge von den Kämpfen im Süden des Sudan betroffen. In die Regionen Süd-Kordofan und Blauer Nil hätten wegen der angespannten Lage noch keinerlei Lebensmittelhilfen geliefert werden können, teilte das UN-Büro zur Koordinierung humanitärer Hilfe (OCHA) am Freitag mit. Obwohl es nun schon seit 16 Monaten Verhandlungen gebe, hätten in die von Rebellen kontrollierten Regionen keine Helfer einreisen können.

Alle Bemühungen, Zugang zu von dem Konflikt betroffenen Zivilisten zu bekommen, seien fruchtlos gewesen. Im Februar hatten die UNO, die Afrikanische Union (AU) und die Arabische Liga ein Abkommen ausgearbeitet, das im Juni von der sudanesischen Regierung in Khartum und den Rebellen der Sudanesischen Befreiungsarmee unterzeichnet wurde. Nach Angaben des OCHA hat jedoch bislang keine der beiden Seiten einem konkreten Plan für mögliche Hilfslieferungen oder Erkundungen in dem umkämpften Gebiet zugestimmt.

Die südlichen Gebiete sind immer wieder von Gefechten zwischen dem Sudan und dem abgespaltenen Südsudan betroffen. Ende September hatten sich beide Länder auf ein Sicherheitsabkommen geeinigt, das den Weg für eine entmilitarisierte Zone entlang der umstrittenen Grenze ebnen soll. In einer Pufferzone sollen sich die jeweiligen Truppen zehn Kilometer weit ins Hinterland zurückziehen. Damit soll zudem Rebellen in Süd-Kordofan und Blauer Nil die Unterstützung entzogen werden. (APA, 19.10.2012)

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