Justizminister mit Mafiakontakten im Krankenhaus

Tanaka hatte früheren Kontakt zur Jakuza eingestanden - Medien erwarten Rücktritt

Tokio - Der vor nicht einmal drei Wochen ernannte japanische Justizminister Keishu Tanaka muss ins Krankenhaus. Der 74-Jährige habe am Vormittag nicht an einer Kabinettssitzung teilgenommen, sagte Regierungssprecher Osamu Fujimura am Freitag. Später sei der Minister wegen Unwohlseins zu Untersuchungen in eine Klinik eingewiesen worden. In der kommenden Woche solle Tanaka von dort entlassen werden.

Tanaka steht unter Druck, da er nach einem Medienbericht frühere Kontakte mit der Yakuza, der japanischen Mafia, hatte zugeben müssen. Er gab an, damals Ehrengast auf der Hochzeit eines Yakuza-Mitglieds gewesen zu sein, habe von dessen Kontakt zur organisierten Kriminalität aber bis zu der Feier nichts gewusst.

Die Enthüllungen setzen Ministerpräsident Yoshihiko Noda unter Druck, der seine Regierung gerade erst umgebildet hat. Tanaka entschuldigte sich für diese Verbindungen, lehnte einen Rücktritt aber strikt ab. Japanische Medien, die im allgemeinen sehr gut - und oft besser als die Betroffenen - informiert sind, schrieben allerdings unisono von einem bevorstehenden Rücktritt.

Im Gegensatz zur italienischen Mafia oder zu chinesischen Triade-Gangs sind die Yakuza-Banden nicht verboten. Ihre Hauptquartiere sind sogar in Telefonbüchern zu finden. Dennoch sind sie wie andere kriminelle Banden unter anderem in Drogengeschäfte, Glücksspiel und Prostitution verwickelt. Die Behörden gehen immer wieder gegen einen Teil ihrer illegalen Geschäfte vor. (APA, 19.10.2012)

  • Keishu Tanaka, Justizminister
    foto: apa/epa/robichon

    Keishu Tanaka, Justizminister

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