An Facebook, Twitter und Co geht gar nichts vorbei

22. Oktober 2012, 17:36
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Wie können soziale Plattformen im Netz ganz allgemein und speziell im Projektmanagement eingesetzt werden?

Soziale Plattformen im Netz machen aus "einfachen" Mitarbeitern eigene Kommunikationsabteilungen. Ein Albtraum für jene Unternehmen, die sich nicht rechtzeitig oder schlecht auf den Kommunikationsfluss und den Informationsaustausch via Facebook, Twitter und Co vorbereitet haben. Die Zahl jener Unternehmen, die die neuen Medien gewinn- und nutzbringend für sich einzusetzen verstehen, scheint dieser Tage noch überschaubar.

Dennoch: Für "trial and error" ist es eigentlich schon zu spät. Vieles an Ressourcen wird aktuell aber noch der Fehlervermeidung gewidmet, zu lange haben zu viele an ein kurzfristiges Phänomen geglaubt, während nach außen hin die "Zukunft der New Media" fest propagiert wurde. Nun, die Zukunft ist jetzt, und solcherart eben auch in der täglichen Realität von Projektmanagerinnen und -managern angekommen.

Bei sozialen Netzwerken handelt es sich letztlich nicht um einen Hype, sondern vielmehr um eine durch die Möglichkeiten der Technologie eröffnete und sich vor allem rasant verbreitende Form der Kommunikation, der sich niemand, wohl auch kein Unternehmen, wird entziehen können. Der diesjährige pma focus 2012 gab sich dementsprechend den Titel "Can media be social? Projektmanagement in Zeiten von Digital Natives und Digital Immigrants". Rund 400 interessiert Teilnehmer, Projektmanagerinnen und Projektmanager waren der Einladung des Projekt Management Austria und dessen Vorstandsvorsitzender Brigitte Schaden ins Austria Center Vienna gefolgt. 19 Aussteller waren vor Ort, 29 Referenten gestalteten das Konferenzprogramm.

Keynoter in diesem Jahr war der ZIB 2-Moderator und "Onliner des Jahres" Armin Wolf, der nicht nur über seinen persönlichen Umgang mit Facebook, Twitter und Co berichtete, sondern vor allem über Reichweiten und Effekte dieser Form der Kommunikation sprach. "Soziale Netzwerke wird es immer geben. Sie werden vielleicht nicht mehr Facebook oder Twitter heißen, aber sie werden weiter bestehen, weil sie nämlich einem sozialen Grundbedürfnis folgen - jenem der Kommunikation."

"Filtern und einordnen"

Auf den Umgang mit und die Nutzung von Social Media komme es an, ähnlich einem Stammtisch: "Sie müssen zuhören können und wollen, und sie müssen etwas zu erzählen haben", sagt er. Während die Generation der Digital Immigrants (über 30 Jahre) mehr oder weniger zweimal täglich - morgens und abends via Zeitung bzw. Fernsehen - Nachrichten konsumeren, tun das die Digital Natives (die unter 30-Jährigen) den gesamten Tag über in kleinen Häppchen und über verschiedenste Kanäle. Aber vor allem gestalten sie diese mit - und das ganz selbstverständlich. So etwa verbreiten sich Kommentare über gute wie schlechte Produkte oder auch Dienstleistungen in Windeseile und haben enorme Effekte auf Unternehmen. Das Phänomen des sogenannten Bürgerjournalismus nehme zu, es gebe immer mehr "Leser-Reporter". Und Twitter sei für ihn, sagt Wolf, mittlerweile zur wichtigsten Nachrichtenquelle geworden.

Als Social-Media-Nutzer aber müsse man die Informationen filtern, sie einordnen, um nicht vom vielzitierten "information overload" überrollt zu werden. (haa, DER STANDARD, 20./21.10.2012)

  • Gute Stimmung beim diesjährigen pma focus: Brigitte Schaden, die Vorstandsvorsitzende von Projekt Management Austria, gemeinsam mit Keynoter und "ZIB 2"-Moderator Armin Wolf.
    foto: standard/fischer

    Gute Stimmung beim diesjährigen pma focus: Brigitte Schaden, die Vorstandsvorsitzende von Projekt Management Austria, gemeinsam mit Keynoter und "ZIB 2"-Moderator Armin Wolf.

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