Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate
vergrößern 500x297Mit Krisen umgehen lernen: (von links) Klaus Liebscher (Fimbag), Cecily Corti (VinziRast), Danielle Spera (Jüdisches Museum), Barbara Heitger (Heitger Consulting) und Karin Bauer (STANDARD).
Unsicherheiten sind alltäglich geworden. Für Organisationen bedeutet das auch, dass Veränderungsprozesse aneinander anschließen und ein permanenter Bestandteil werden, sagte Barbara Heitger, Managing-Partner, Heitger Consulting in ihrer Keynote beim NPO-Kongress am Mittwoch in Wien.
Im Moment herrsche aber in vielen Organisationen eine strukturelle Erschöpfung, weil zu viele Projekte abzuwickeln seien und zu viele Prioritäten gesetzt würden. Angst vor Unsicherheiten zu haben sei jedenfalls der falsche Weg, denn es könnten auch viele Freuden darin stecken, wie sie im anschließenden Podiumsgespräch zugibt.
Mit 49 Jahren hat sie, nach 17-jähriger Partnerschaft in der Beratergruppe Neuwaldegg, ihr eigenes Unternehmen gegründet. Die Freuden, die sie bei diesem Schritt in die Unsicherheit empfunden hat, beschreibt sie mit einem Gewinn an Freiheit und der Möglichkeit, ungeahnte Chancen sehen und erproben zu können.
Und auch wenn ihr ihre Beratererfahrung bei diesem Schritt sicherlich geholfen habe oder ihr zumindest ein Gefühl von Sicherheit gegeben habe, so habe sie rückblickend doch auch viel erst durch die Kunden gelernt.
Ein Grund für die berufliche Veränderung sei gewesen, so Heitger, dass es ihr nicht gelungen sei, aus ihrer Sicht wichtige Innovationen mit den Partnern auch umzusetzen. "Unzufriedenheit und Unsicherheit gehen oft Hand in Hand." Vor der Gründung habe sie sich eine fünfmonatige Auszeit genommen, in der die Geschäftsidee gereift sei.
Negative Reaktionen ihrer Umwelt habe es aber dennoch gegeben, die habe sie überhört und sich auf die Menschen konzentriert, die es ehrlich gemeint und sie unterstützt hätten.
Die Suche nach dem, was sie lebendig macht, hat Cecily Corti getrieben. 2004 gründete sie nach dem Vorbild des VinziDorfs Graz die VinziRast, eine Notschlafstätte für Obdachlose in Wien - ohne jegliche Erfahrung. Viele sahen für dieses Vorhaben kaum Erfolgschancen. "Aber ich fühlte mich kräftig, an ein Scheitern habe ich nie gedacht", sagt sie heute. Mittlerweile ist aus der Notschlafstelle ein ganzes Haus geworden mit mehreren mittelfristigen Wohnplätzen für Obdachlose, die Verantwortung für ihr Leben übernehmen möchten. Daneben hat der Verein VinziRast - CortiHaus eine Wohngemeinschaft für schwer alkoholkranke Personen gegründet. Und mit dem Projekt Mittendrin - derzeit laufen die Renovierungsarbeiten im Gebäude - soll ein Ort entstehen, wo Studierende und Obdachlose gemeinsam leben und voneinander lernen können.
Sie wollte mit Menschen zu tun haben, die von der Gesellschaft gemieden würden und denen sie selbst zuvor nicht nahe gekommen sei. Und sie wollte einen Platz schaffen, wo jeder so akzeptiert werde, wie er ist, wo nichts erwartet, aber ein Minimum an Würde ermöglicht werde. Außer einem fixen Teilzeitmitarbeiter werden die Aufgaben ehrenamtlich erledigt. Als besonders schwierig empfindet sie das Führen dieser Mitarbeiter nicht, "aber ich habe auch keine andere Erfahrung", fügt sie an. Und genau diese Vielfalt sowohl bei den Ehrenamtlichen als auch bei den Gästen mache ihr Freude. "Es ist noch immer ein Übungsort zum Üben des Menschseins - also nichts Besonderes", ergänzt sie bescheiden.
Krisen und Unsicherheiten ganz anderer Art hatte Klaus Liebscher, Mitglied des Vorstandes der Finanzmarktbeteiligung AG (Fimbag) des Bundes, in seiner hochrangigen Bankenkarriere während seiner Zeit im Raiffeisenkonzern, wohl aber auch als Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank zu bewältigen.
"Die größte Krise blieb mir aber erspart. Am 1. September 2008 verabschiedete ich mit von der Nationalbank, zwei Wochen später ist Lehman Brothers pleitegegangen", sagt er. Eine Portion Glück gehört für eine erfolgreiche Karriere nämlich auch dazu, so Liebscher.
Retrospektiv sind ihm zwei große berufliche Krisensituationen in Erinnerung. Zum einen Ende der 60er-Jahre - er arbeitete damals in einer Leitungsfunktion im Wertpapierbereich in der Raiffeisenzentralbank - verlor der Dow Jones innerhalb weniger Tage beinahe die Hälfte an Wert. " Da galt es vor allem die jungen Mitarbeiter zu beruhigen und die Nerven zu bewahren", sagt Liebscher. Und Ende der 80er-Jahre hat er die Unternehmensleitung übernommen und einen Gewinnrückgang von 50 Prozent im ersten Jahr hinnehmen müssen. Das habe schon an ihm genagt, wie er zugibt. Schlussendlich erholte sich das Unternehmen wieder, weil nicht nur die Aufwände reduziert, sondern auch an einer neuen Strategie gearbeitet wurde. Das Ergebnis ist als Raiffeisen Bank International bekannt. Weitere Downs habe er seither nicht erlebt, "aber vielleicht hab ich sie auch einfach nicht bemerkt, weil ich nie den Mut verloren habe", fügt er an.
Die Kritik an der Fimbag, dass sie zu wenig Mitspracherecht hätte, kann er nicht nachvollziehen. Die Finanzmarktbeteiligung verwalte die staatlichen Anteile der Banken und habe keinen direkten Einfluss auf die Bankenstrategie, aber seit 2008 habe in den Banken ein riesiges Umdenken hin zu einer Redimensionierung stattgefunden.
Eine allgemeine Empfehlung, wie man mit Unsicherheiten und Krisen am besten umgeht, kann Liebscher nicht geben. Nur so viel: Optimismus hilft. Und das sei eigentlich gar nicht so schwierig. Zum Beispiel schon beim Aufstehen an etwas denken, auf das man sich freut. "Und es gibt immer etwas, auf das man sich freuen kann."
Selbst bei Pflichtterminen, die einen wenig interessierten, könne man sich noch immer auf die Eigenheiten des Gegenübers konzentrieren, so Liebscher weiter. Entspannt bleiben, lautet ein weiterer Rat von ihm. Und zuhören können, denn das sei ein Zeichen von Wertschätzung und Respekt.
Vom vielzitierten Wertewandel hält er jedoch wenig. Denn eine ethische Grundhaltung sei in jedem Beruf ein absoluter Wert, daran ändere sich nichts. Und die Gier nach Rendite sei ein Unwert, so Liebscher.
Als sehr stimmig für ihr Leben empfand Danielle Spera, die Direktion des Jüdischen Museums zu übernehmen. "Das Judentum ist meine Identität und das Jüdische Museum ein wunderbares Haus mit viel Potenzial", sagt die ehemalige ZIB-Moderatorin, die auch durch diese Arbeit eine dickere Haut bekommen habe, wie sie zugibt. "Denn es gibt Tage, an denen man nicht gut drauf ist, und trotzdem ging um halb acht die Sendung los. Und bei großen Krisen wie 9/11 ist es oft auch ein Sprung ins kalte Wasser", sagt sie. Als ORF-Mitarbeiterin war sie es gewohnt, im Team zu arbeiten, und das versuche sie im Jüdischen Museum auch zu praktizieren, "wobei es anfangs schon schwierig war, ein zusammengewachsenes Team als von außen Kommende zu führen", fügt Spera an.
Mittlerweile habe sich aber alles gut gefügt, und der Weg nach vorn werde gemeinsam gegangen.
Auch sie habe nie daran gedacht zu scheitern. Doch schon kurz nach ihrer Bestellung habe sie die größte Herausforderung ihres Lebens bewältigen müssen. Im Zuge umfassen-der Modernisierungsarbeiten im Museum mussten auch die Hologramme mit diversen Porträts und Objekten abmontiert werden. Der Abbau ließ sich aber nicht so einfach bewerkstelligen. Unter Zeitdruck stimmte Spera zu, die im Boden verankerten Sicherheitsgläser mit den Hologrammfolien auszuhebeln. Das misslang.
Sie ist dennoch überzeugt, damals richtig entschieden zu haben. " Natürlich wollte ich nicht, dass das Glas bricht, aber was einige Medien daraus gemacht haben, war alles andere als fein." Es sei jedenfalls ziemlich viel auf einmal gewesen, ergänzt sie. Aber nicht nur daraus habe sie gelernt, Herausforderungen anzunehmen und sich nicht entmutigen zu lassen.
Für Heitger liegt ein Schlüssel für den erfolgreichen Umgang mit Unsicherheiten und Krisen auch darin, sich zuzugestehen, dass Innen und Außen nicht immer in der Balance sein müssen. Denn solche Zustände können auch stärken. "Man muss sich aber auch die Zeit nehmen, um sich zu vergewissern, wohin es einen zieht.". Für den Umgang mit Unsicherheiten brauche es die eigene Verantwortung, aber auch die Fähigkeit etwas geschehen lassen können.
Und all jenen, die durch die Unsicherheiten gerade auf der Suche sind, denen rät Cecily Corti: "Der eigenen Sehnsucht auf die Spur kommen, sie ernst nehmen und ihr folgen." (Gudrun Ostermann, DER STANDARD, 20./21.10.2012)
Nur einer von sieben Bewerbern schafft das Aufnahmeverfahren - viele scheitern am Deutschtest, einige an ihren Tattoos
Ein gut und ansprechend gestalteter Arbeitsplatz kann Produktivität und Motivation steigern - Es gibt noch deutlich Luft nach oben
Frauen seien zwar sehr gute Verhandlerinnen, wenn es um Geld für andere geht, sagt Ingrid Kösten von Woman Success - Sobald sie ihre eigene Leistung verkaufen wollen, sind sie zurückhaltend
Bildungsinstitutionen im Spannungsfeld zwischen Autonomie und Abhängigkeit: Jede Entscheidung erfolgt inmitten von Widersprüchen. Zentral dabei: eine Vision von Wert und Würde einer Institution
Entkernt, ausgebrannt, ausgeblutet oder ausgesaugt - unterschiedliche Facetten desselben Phänomens in Personalabteilungen und der Frage, wohin diese Organisationen führen soll
Zuerst muss die Kommunikation nach innen passen, damit man als Unternehmen erfolgreich nach außen treten kann, sagt HR-Director Marion Maurer
Experten disktutieren am 13. Juni in Wien zum Thema Diversity Management
Im Oktober starten erste Demografiemanager
Einem Kosmetikkonzern wie L'Oréal spielt kulturelle Vielfalt in die Hände. Jedem Pflegeritual wird ein Produkt gewidmet, global und kulturell angepasst
In Deutschland arbeiten fünf Prozent der Manager Teilzeit, in Österreich sechs Prozent - Lücke zwischen Wunsch und Realität
Die Arbeiterkammer will Spitzengagen beschränken, das Wirtschaftsforum rückt das Bild "astronomischer Gagen" zurecht
IBM hat in Bratislava ein Social-Media-Recruiting-Center für ganz Europa eingerichtet
Was soll aus den Kindern werden? Keine Manager, sagen fast 70 Prozent der weiblichen Chefs und fast 60 Prozent der männlichen
Zweimal gab es schon Bonusverzicht beim weltgrößten Ziegelhersteller Wienerberger. Nun ist ein nachhaltigeres Vergütungsmodell auf Schiene
Bestimmt von Respekt und dem Wunsch nach Begegnung auf Augenhöhe ist diese Haltung nicht
Philosophie kann nicht unmittelbar praktisch werden, sagen Philosophen. Und dennoch nähern sie sich immer öfter der Wirtschaft an - praktisch beratend
Kein Unternehmen würde sagen, es bemühe sich nicht um Nachhaltigkeit, aber nur 25 Prozent erstellen einen Nachhaltigkeitsbericht
Keiner hat alle Kompetenzen, die komplexe äußere und innere Umfelder verlangen. Aber oft ist auch die Summe der Teamleistungen geringer als die Summe der Einzelleistungen
Kosten- und Effizienzprogramme bei einem Drittel der Firmen ohne nachhaltigen Erfolg
Lernen funktioniert am besten, wenn man es selber auch will. Die Einsicht, dass man dafür gewohnte Settings verlässt, ist nicht neu, aber effizient
Roland Berger Strategy Consultants unterstützt die Europäische Kommission in ihrem Programm "Equality Pays Off"
Der Fokus auf Geschlechterdiversität an der Spitze ist in Unternehmen wohl da, das Thema rumpelt aber in Einzelmaßnahmen dahin. Es fehle das strategische Konzept und bedürfe des Kulturwandels, so Studien
Die Trends in der IT werden die IT-Chefs in "zwei Klassen" spalten, sagen die Berater von Accenture - Digitalisierung nicht delegieren
Raus aus dem Business, rein ins Training und wieder zurück in den Job: In Führungskräfteentwicklung wird sehr oft sehr viel investiert, allerdings: Die Wirksamkeit enttäuscht häufig
Wie kommt man vom Leader zum Leadership? Berater und Professor Phil Mirvis zeichnete mögliche Wege zum Ziel
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.