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Am Freitag hatte das Stück "Assassinate Assange" im Theater Brut Premiere, doch schon vorab gehen die Wogen hoch. Nachdem in den letzten Wochen bereits zahlreiche Drohbriefe die Autorin Angela Richter und das Brut erreicht haben, wurde am Donnerstag die Außenwand des Theaters mit dem Slogan "Keine Bühne für Vergewaltiger" beschmiert.
Julian Assange und die von ihm vertretene Organisation "Wikileaks" erregen nach wie vor die Gesellschaft. Wie sich das Stück mit diesen Dynamiken auseinandersetzt, erzählte Angela Richter im Interview mit Tatjana Rauth. (Tatjana Rauth und Maria von Usslar, derStandard.at, 19.10.2012)
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Angela Richter zeigt ihr umstrittenes Stück "Assassinate Assange" im Wiener Brut-Theater
für Julien Assange nicht die Unschuldsvermutung?
Warum wird er vorverurteilt?
Warum er sich keinem Verfahren stellt, verstehe ich zwar nicht... und was ist mit dem Grundsatz "in dubio pro reo" und zweiterseits "audiatur et altera pars"?
Die schwedischen Behörden wollten ihn ja einvernehmen - und er hat sich vertschüsst. Wegen bestimmter Befürchtungen, über deren Berechtigung man trefflich streiten kann.
Dass eine Staatsanwaltschaft sich aber von einem Beschuldigten nicht vorschreiben lassen will, unter welchen Bedingungen er gnädigerweise bereit wäre, mit ihr zu sprechen sollte allerdings schon allgemein nachvollziehbar sein.
Unwiserlegbare Gründe für eine Sonderbehandlung - Behinderung, Krankheit, etc. - liegen ja offenkundig nicht vor.
Die Befragung von Verdächtigen im Ausland ist keinesfalls eine Sonderbehandlung, sondern eher der Normalfall.
http://www.government.se/sb/d/2710/a/15268
Ein Sonderfall ist vielmehr, dass ein Europäischer Haftbefehl für einen Verdächtigen ausgestellt wird. Die absolute Ausnahme ist, dass ein Staat droht die Botschaft eines fremden Landes zu stürmen um einen Verdächtigen auszuliefern.
Das Interview ist nicht mehr als Selbstdarstellung. Kritische Fragen = Mangelware. Warum verschweigt ihr hier die Kritik, die es an Richters Stück und ihren Aussagen in den Medien gibt?
http://thewi.at/content/z... E2%80%9Ebr
http://diestandard.at/135025862... pe-Culture
http://fm4.orf.at/stories/1706557/
http://h4.x0.rs/against/rapeculture
Haben Sie das Stück schon gesehen? Es setzt sich sehr wohl kritisch mit Assange auseinander, beleuchtet aber auch die recht merkwürdigen Vorgänge um die Vorwürfe gegen ihn (ohne Wertung, und ohne Partei zu ergreifen). So etwa, dass die Frauen ihn offenbar gar nicht anzeigen wollten, sondern sich lediglich erkundigten, ob man ihn rechtlich zum HIV-Test zwingen könne. Die Vorwürfe nach schwedischem Recht (bis heute keine Anklage!) kamen erst viel später durch einen offenkundig politisch motivierten Staatsanwalt zustande, und der Verdacht, dass hinter dem Auslieferungsantrag "für eine Befragung" ganz andere Motive stecken, liegt ziemlich auf der Hand. Er ist im Kontext dessen zu sehen, dass Assange mittlerweile 'Staatsfeind' der USA war.
dann sollte man auch thematisieren, dass es eine probate, kybernetische methode ist, oppositionelle strömungen unterschiedlicher "fakultät" durch anschieben bei fragwürdigen zwischenfällen gegen einander zu wenden, und damit zu beschäftigen und loszuwerden.
ein theaterstück von einem occupy-nahen künstler der was zu berichten hätte, kommt da nicht rein.
diese szene ist ein theater im theater.
praktisch alles was hier läuft, ist kunst in einer gummizelle des biedermeier. sonst tät sich ein bisserl mehr als kleine empörung im elfenbeinturm.
kunst, die 300.000 auf die strasse bringt, ist nicht zulässig. das darf man nur in schurkenstaaten.
Für ein paar periphere Grüppchen gilt: Solange Assange nicht seine Unschuld bewiesen hat, ist er schuldig. Nicht zuletzt, weil er ein Mann ist. Seine Anklägerinnen sind Frauen, und die sind prinzipiell unschuldig, brav, lieb und tun nie etwas Böses. Allerdings nur solange sich eine Frau nicht für einen Mann einsetzt. Dann ist sie nicht mehr frauensolidarisch, sondern eine Verräterin und muss bekämpft werden.
Dabei wird auch so getan, als wäre es bereits klar, dass überhaupt ein Verbrechen stattgefunden hat. Nicht einmal das ist nämlich noch überhaupt erwiesen, ebensowenig wie Assanges Schuld.
Deshalb ist das Geplärr einiger Mini-Vorverurteilungs-Kommandos, die sich und ihre wirren Ideen propagieren machen wollen, komplett irrelevant.
Wegen dieser Ihrer Geisteshaltung, die hierzulande weit verbreitet ist, veranlasste Thomas Bernhard in Österreich ein Aufführungs und Publikationsverbot.
Danke an Angela Richter für ihren Versuch, das (Medien-)Bild Assange's mit authentischen Einblicken zurechtzurücken. An seiner Person sieht man, wie schwer es ist die Deutungshoheit über sich/seine Arbeit zu bewahren, wenn man sich mit Macht & Medien anlegt. Assange's Verdienst ist es ja auch, diese Deutungshoheit der Mächtigen (zu sehen an der Behandlung des "Verbrechers" Bradley Manning) in Frage zu stellen und die freie Meinung wieder zurückzugewinnen. Auch die Medien/Unternehmen (Amazon...) sahen da nicht gut aus, es wurde offensichtlich, dass sie nicht (politisch) unabhängig agieren.
schauen sie, ich habe nichts gegen assange und wikileaks. ich finde das eine ganz tolle idee und eine geniale plattform. mein bild und meine meinung dazu (deutungshoheit wenn sie es so geschwollen ausdrücken möchten) bilde ich mir schon selbst aus unterschiedlichsten quellen. zb. auch aus dem spiegel, für den ja frau richter auch eine story geschrieben hat.
wie oberflächlich die leute informiert sind, sieht man bereits an ihren flachen erkenntnissen. ein bühnenstück bringt da leider auch keine verbesserung, im gegenteil. assange muss sich immer wieder der gefahr aussetzen, mit erneuten zb. vergewaltigungsvorwürfen konfrontiert zu werden.
...ihre Überschrift haben die beiden Journalistinnen, die für diesen Beitrag verantwortlich sind, offensichtlich zu ernst genommen:
"In dem heute, um 16:50 publizierten Artikel wird zudem behauptet, dass das Stück "Donnerstag in Wien Premiere hatte". Tatsächlich hat es heute Premiere. In etwas weniger als einer Stunde." (Zitat von http://www.facebook.com/pages/Bas... 600128248)
Die beiden hätten vor ihrem Interview zumindest den sehr differenzierten Beitrag unter http://diestandard.at/135025862... pe-Culture lesen sollen. Dann wäre es für mich nicht so eine Zeitverschwendung gewesen, 14 Minuten voller platter Theater-Stehsätze anzuhören.
Den Donnerstag/Freitag-Fehler hat die Redaktion mittlerweile ausgebessert. Jetzt wäre noch das mit den behaupteten "Drohbriefen" zu klären. Was ist damit gemeint? Etwa der offene Brief der Basisgruppe Theaterwissenschaft an die Brut-Intendanten? http://thewi.at/content/z... E2%80%9Ebr
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