Chelsea bedeutet Ärger für Villas-Boas

20. Oktober 2012, 17:06
52 Postings

Tabellenführer bezwang in einem hochklassigen Derby Tottenham und seinen Ex-Trainer 4:2 - United und City bleiben dran - Arsenal verliert in Norwich

London -  Der FC Chelsea hat das Londoner Derby bei Tottenham Hotspur gewonnen und seine Tabellenführung in der englischen Premier-League ausgebaut. Der Champions-League-Sieger entschied das hochklassige Duell an der White Hart Lane mit 4:2 (1:0) für sich und landete am achten Spieltag den siebten Saisonsieg und bleibt damit Tabellenführer. Tottenham verpasste durch die erste Heimniederlage den Anschluss an die Spitzengruppe.

Gary Cahill (17.) mit einem Volley, der überragende Juan Mata (66. und 69.) und der eingewechselte Daniel Sturridge (90.) sorgten für den am Ende verdienten Sieg des FC Chelsea, der Tottenham war nach der Pause durch William Gallas (47.) und Jermain Defoe (54.) zwischenzeitlich mit 2:1 in Führung gegangen. Mata sorgte jedoch für den erneuten Umschwung: Der Spielmacher traf erst nach Fehler von Gallas, dann nach genialem Pass von Eden Hazard.

Die Blues bringen Andre Villas-Boas also weiter nur Ärger, der 34-Jährige war bekanntlich im Frühjahr nach neun Monaten im Amt bei Chelsea unsanft abserviert worden und durch Roberto di Matteo ersetzt worden. Bei Spurs ist der als Wunderkind gehandelte Portugiese nun dabei, seinen Ruf möglichst wiederherzustellen.

"Seit einer Weile ungeschlagen gegen den Tabellenführer zu Hause zu spielen kommt uns gelegen. Das ist eine gute Möglichkeit, der Spitze näher zu rücken", hatte Villas-Boas vor dem Anpfiff gemeint. "Wir spielen derzeit wirklich gut. Das ist ein guter Moment, um auf sie zu treffen." Stattessen kann sich Chelsea nun über den ersten Liga-Sieg bei Tottenham seit 2007 freuen, der noch dazu ohne den gesperrten Kapitän John Terry errungen wurde. Mit Ausnahme des nationalen und des europäischen Supercups haben die Blues in dieser Saison weitherhin noch kein Pflichtspiel verloren.

Rooney im Mittelpunkt

Die Großclubs aus Manchester sind Chelsea auf den Fersen geblieben. Während sich Manchester United gegen Stoke City nach Rückstand noch sicher mit 4:2 (2:1) durchsetzte, musste Meister Manchester City beim 2:1 (0:0) bei West Bromwich Albion bis in die Nachspielzeit zittern. Matchwinner für die numerisch unterlegenen "Citizens" war der eingewechselte Edin Dzeko mit einem späten Doppelpack (80., 92.). United und City liegen damit weiterhin vier Punkte hinter Chelsea.

Bei United avancierte Stürmerstar Wayne Rooney zehn Jahre nach seinem Ligadebüt vom Unglücksraben zum Helden. Erst traf der 26-Jährige mit einem Kopfball ins eigene Tor (11.), dann aber auch noch zweimal ins richtige (27., 65.). Die weiteren Treffer erzielten seine Sturmkollegen Robin van Persie (44.) und Danny Welbeck (46.). Für Rooney war es der zehnte Jahrestag seines legendären Tores für Everton gegen Arsenal, mit dem als 16-Jähriger sein Stern aufgegangen war.

Dzeko im Mittelpunkt

Noch viel schwerer als der Rekordmeister tat sich der Titelverteidiger. City geriet in Birmingham nach einer frühen Roten Karte gegen James Milner (23.) in Bedrängnis. Shane Long brachte West Brom in Führung (67.), Dzeko verhinderte die erste Liganiederlage aber noch im Alleingang. Der Bosnier, bei City auch in der Jokerrolle der Mann für die wichtigen Tore, traf erst per Kopf nach einem Freistoß, dann schloss er einen Konter ab. City ist damit als einziges Team neben Chelsea noch ungeschlagen.

Liverpool gelang mit einem 1:0 gegen Reading der erste Ligaheimsieg der Saison. Youngster Raheem Sterling nahm mit seinem Goldtor in der 29. Minute ein wenig Druck von Trainer Brendan Rodgers. Der 18-fache Meister ist aber weiterhin in der unteren Tabellenhälfte zu finden.

Eine eine überraschende Niederlage setzte es für den FC Arsenla in Norwich. Die Londoner verloren erstmals seit 1984 im Osten Englands gegen die "Canaries". Die "Gunners" mussten sich dem bis vor dem Match sieglosen Aufsteiger durch einen Treffer von Grant Holt (20.) mit 0:1 geschlagen geben und liegen damit nach acht Runden nur an der neunten Stelle. (red/APA, 20.10.2012)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Juan Mata versetzte seinem Ex-Boss zwei Stiche ins Herz.

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Wayne Rooney musste sein Visier erst einstellen.

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Dzeko jubelt spät, dafür doppelt.

Share if you care.