Immofinanz spitzt auf deutsche Portfolios

19. Oktober 2012, 17:39
  • Immofinanz will im Rennen um große deutsche Portfolios mitmischen, die Gelegenheit dazu ist günstig.
    foto: reuters/bader

    Immofinanz will im Rennen um große deutsche Portfolios mitmischen, die Gelegenheit dazu ist günstig.

Konzern will bei Wohnimmobilien in Deutschland wachsen und das über einen Buwog-Börsengang oder -Verkauf finanzieren

Die Immofinanz interessiert sich für die in Deutschland anstehenden milliardenschweren Wohnungsverkäufe. "Die Immofinanz plant (...) zukünftig im Segment Wohnimmobilien in Deutschland zu wachsen - sowohl durch Eigendevelopments als auch durch Zukäufe", erklärte der Vorstandschef des börsenotierten österreichischen Konzerns, Eduard Zehetner in einer schriftlichen Stellungnahme am Freitag. "Das können wir uns alleine vorstellen, aber auch mit Co-Investoren. Wir prüfen daher auch größere Portfolios, die in Deutschland auf den Markt kommen."

An Gelegenheiten mangelt es nicht - in Deutschland stehen mehrere große Immobilienverkäufe an. Bis zum Jahresende sollen die bundeseigene Wohnungsgesellschaft TLG mit 12.000 Wohnungen und die Gagfah-Tochter Woba mit 38.000 Wohnungen in Dresden verkauft werden. Zudem beginnt die BayernLB den Verkauf ihrer Wohnungstochter GBW mit 32.000 Einheiten in Süddeutschland (derStandard.at berichtete).

Vor allem an der GBW zeigt Zehetner großes Interesse. "Wir werden uns die Unterlagen besorgen", sagte er am Freitag am Rande der "Gewinn-Messe" in Wien. An der Woba sei er hingegen nicht interessiert.

Buwog-Börsegang oder -Verkauf möglich

Geplant hat Immofinanz das Wachstum über die Wohnimmobilien-Tochter Buwog, für die das Unternehmen in einigen Jahren einen Börsengang, einen Verkauf oder eine Abspaltung ins Auge fasst. Zuvor will Zehetner für die Buwog aber mehr deutsche Wohnungen mit hohen Renditen kaufen, um sie für Investoren attraktiv zu machen. Deutsche Wohnimmobilien sind wegen ihrer stabilen hohen Renditen derzeit sehr gefragt. Die Buwog hat ihre Wohnungen vor allem im Großraum Wien.

Billig dürften mögliche Zukäufe in Deutschland aber nicht werden: Die Woba steht etwa mit 1,8 Milliarden Euro in den Büchern der Gagfah. Die GBW-Immobilien könnten Insidern zufolge rund zwei Milliarden Euro kosten. Per Ende Juli verfügte Immofinanz über liquide Mittel von knapp 1,1 Milliarden Euro - inklusive Geldmarktfonds und verfügbaren Kreditlinien.  (Reuters/red, derStandard.at, 19.10.2012)

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