Hoher Besuch für die "Alte Dame"

Spitzenspiel in Italien zwischen Juventus und Napoli - Buffon verletzt - Titelrivalen mit je 19 von 21 möglichen Punkten an der Spitze

Turin/Neapel - Es ist das neue Spitzenspiel der italienischen Serie A. Titelverteidiger und Tabellenführer Juventus Turin empfängt am Samstag (18.00 Uhr) seinen ersten Verfolger SSC Napoli. In der Liga sind beide Fußball-Traditionsclubs mit 19 von 21 möglichen Punkten noch ungeschlagen. Napoli ist aber das einzige Team, das Juve in diesem Jahr bereits bezwungen hat.

Mit einem 2:0-Sieg im Cupfinale vermiesten die Neapolitaner der "Alten Dame" im Mai den Double-Gewinn - und damit die Krönung einer perfekten Saison. Keine einzige seiner 38 Ligapartien hat der Rekordmeister in der vergangenen Spielzeit verloren. Die bisher letzte Niederlage datiert aus dem Mai 2011, ein 0:1 gegen den FC Parma. 46 Ligaspiele sind seither ins Land gezogen.

Die Länderspielpause kam beiden Teams nicht wirklich gelegen. Napolis Stürmerstar Edinson Cavani kommt direkt aus der Höhenlage von La Paz, wo er mit dem WM-Vierten Uruguay gegen Bolivien mit 1:4 untergegangen war. Bei den Turinern schlägt sich Mittelfeldmann Claudio Marchisio mit einer Schulterverletzung. Startorhüter Gianluigi Buffon muss wegen einer Oberschenkelverltzung absagen

Der 34-Jährige stand am Freitag nicht im "Juve"-Kader, nachdem er wegen Muskelproblemen im linken Oberschenkel schon beim WM-Qualifikationsspiel gegen Dänemark gefehlt hatte. Marco Storari wird nun am Samstag im Tor der Turiner stehen. In Italien gingen sogar Gerüchte um, Buffon habe sich für den Ligaschlager geschont und daher das WM-Quali-Spiel am Dienstag gegen Dänemark (3:1) ausgelassen. "Unser Land ist eines der Verschwörungen", verwies Juve-Sportdirektor Giuseppe Marotta die Vorwürfe ins Reich der Fantasie.

An Buffons Stelle hütete Napolis Morgan de Sanctis das Tor des EM-Zweiten. Das Gefühl, zu verlieren, kennen die Turiner kaum noch. Umso schmerzlicher war das 0:2 im Cupfinale, das Napolis Topstars Cavani mit einem Elfmeter und Marek Hamsik fixierten. Juve revanchierte sich mit einem 4:2 im Supercup in Peking.

Die jüngste Begegnung war von zum Teil wüsten Szenen auf dem Spielfeld überschattet, Napoli verweigerte aus Protest den Auftritt bei der Siegerehrung. "Es hat einige Spannungen gegeben, aber diese Kontroversen sind Teil des Spiels", meinte Juve-Stürmer Fabio Quagliarella. "Wenn man auf das Spielfeld geht, denkt man an nichts anders, als zu gewinnen." Zumindest nicht bei Juventus Turin. (APA/Reuters, 19.10.2012)

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