Wärmeisolierung für 81 US-Satelliten aus Wien

US-Unternehmen baut globales Handy-Kommunikationssystem auf

Wien - Einen Großauftrag hat die Wiener Firma RUAG Space GmbH an Land gezogen. Das US-Unternehmen Iridium Communicatios Inc. baut ein globales Handy-Kommunikationssystem auf und hat Thales Alenia Space aus Frankreich mit dem Bau von 81 Satelliten beauftragt. RUAG Space liefert die Wärmeisolierung dafür, teilte das Infrastrukturministerium am Freitag mit.

RUAG Space ist nach eigenen Angaben europäischer Marktführer auf diesem Gebiet. Mehr als 80 Prozent aller europäischen Weltraumprojekte verwenden die in Wien entwickelten und am Standort Berndorf (NÖ) gefertigten Isolierfolien. Satelliten und Raumsonden müssen den unwirtlichen Temperaturen im Weltall zwischen minus 200 und plus 200 Grad standhalten und werden deshalb mit Folien gedämmt.

Erster Satellitenstart 2015

"Dieser Großauftrag ist das Ergebnis unseres Know-Hows und der Förderungen seitens des Bundes", so Geschäftsführer Max Kowatsch. Das Infrastrukturministerium hat die Forschungstätigkeit von RUAG Space seit 2005 mit etwa 5,4 Millionen Euro im Rahmen des österreichischen Weltraumprogramms ASAP gefördert.

Mit der Produktion für den neuen Auftrag - nach Unternehmensangaben im Wert von mehreren Millionen Euro - soll sofort begonnen werden, der erste Satellit soll bereits 2015 starten. 66 Satelliten und sechs Ersatzsatelliten sollen in 780 Kilometer Höhe die Erde umkreisen, weitere neun Satelliten als Ersatz vorerst am Boden bleiben.

RUAG Space liefert seine Folien nicht nur für Weltraum-Missionen, sondern auch für erdgebundene Anwendungen. So kommt in rund 70 Prozent aller weltweit verwendeten Computertomographen die Isolationstechnologie des Unternehmens zum Einsatz. Dort ist Isolierung für die auf minus 270 Grad gekühlten supraleitenden Magneten notwendig. Für die Belieferung von rund 2.000 Tomographen pro Jahr hat das Unternehmen in eine automatische Fertigungsanlage investiert, die auch für die Thermalisolierung für die 81 Satelliten zum Einsatz kommen soll. (APA/red, derStandard.at, 19. 10. 2012)

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