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Für die Zukunft der nachhaltigen Stromerzeugung sind wir alle selbst verantwortlich

22. Oktober 2012, 09:36
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Eine klimafreundliche und sichere heimische Stromerzeugung ist die Basis für unseren heutigen und auch zukünftigen Wohlstand.

Diesen Slogan würde sicher jeder ohne Vorbehalt so unterschreiben. Dass es aber an uns selber liegt, dieses Ziel nicht nur vorzugeben, sondern auch zu erreichen, das wollen einige schon nicht mehr hören. Fest steht, dass wir selbst für unsere Stromerzeugung (mit)verantwortlich sind.

Wenn wir in Österreich eine CO2-neutrale Erzeugung haben wollen, müssen wir – neben der Effizienzsteigerung – massiv auf unsere heimische Wasserkraft setzen. Gerade weil wir in der glücklichen Lage sind, über ausreichend Wasser und die notwendige Topografie zu verfügen, können wir die Wasserkraft als Baustein für die Zukunft unserer Kinder nutzen. Wir haben heute die Hebel in der Hand, um mit der sorgfältigen Forcierung der Wasserkraft unsere kommenden Jahrzehnte positiv zu gestalten. „Wir sollten dies tun“, so Karl Heinz Gruber, Vorstand der Verbund Hydro Power AG und Vorsitzender des Lenkungsausschusses Erzeugung von Oesterreichs Energie.

Der Stromverbrauch steigt trotz des schwächeren Wirtschaftswachstums in Österreich weiter konstant, ist die Spitzenposition die Österreich in der Erzeugung durch Wasserkraft einnimmt gefährdet?
Karl Heinz Gruber: Wir haben heute – dank unseres besonderen Wasservorkommens und der herausragenden Topografie – mit einem Anteil von rund 60 Prozent Wasserkraft an der Stromerzeugung einen wirklichen Spitzenplatz in Europa: Darum beneiden uns viele Länder in Europa. Dieser hohe Wert führt aber dazu, dass einige Meinungsbildner keinen Handlungsbedarf sehen, weil wir ohnehin schon so gut sind. Diese Tendenz ist gefährlich. Aufgrund zum Teil überbordender und konterkarierender Umweltauflagen ist für die zukünftige Entwicklung des Wasserkraftanteils besondere Vorsicht geboten. Schon eine unverhältnismäßige Auslegung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie in Verbindung mit den immer schärfer werdenden Nutzungsbeschränkungen könnten laut unseren Berechnungen zur einer Mindererzeugung von bis zu zwei Mrd. kWh führen. Diese Menge entspräche nicht nur der Vernichtung der zweifachen heimischen Jahreserzeugung des Donaukraftwerks Freudenau, sie würde auch das Energie- und Klimaziel der Österreichischen Bundesregierung mit einem Zuwachs an Wasserkraft in der Größenordnung von vier Mrd. Kilowattstunden in den kommenden Jahren zuwiderlaufen.

Somit würde auch das heimische CO-Ziel in weite Ferne geschoben werden. Wie sehen sie die aktuelle Diskussion zu Lenkungsmaßnahmen des CO-Ausstoßes?
Karl Heinz Gruber: Bei dieser Frage gilt es voranzustellen, dass wir es in der Stromwirtschaft mit einem eng verzahnten Gesamtsystem mit Fragen der Effizienzsteigerung, des Erzeugungsmix, der CO2-Zielvorgaben und den Bedürfnissen der Stromkunden zu tun haben. Wenn wir also an einem der Rädchen drehen wollen – zum Beispiel bei der Vorgabe von Zertifikatspreisen – dann dürfen wir die Auswirkungen auf die anderen Bereiche und Zielvorgaben nicht außer Acht lassen. Für die CO2-Zielerreichung werden aktuell verschiedene Modelle diskutiert, etwa die künstliche Reduktion der Ausgabe von CO2-Zertifikaten. Für die Stromerzeugung durch Wasserkraft könnte dies zwar positive Preissignale haben, es stellt sich hier aber für sämtliche Industriezweige mit europäischen Produktionsstandorten die Frage der Aufrechterhaltung einer zukünftig globalen Wettbewerbsfähigkeit. Wir warnen daher davor, die Funktionsweise eines momentan nur EU-weiten Emissionshandels ohne die genaue Beurteilung seiner möglichen Auswirkungen auf die europäische Wirtschaft und Industrie zu beeinflussen. Wir plädieren daher bis auf Weiteres auf die freien Regeln des Marktes.

Kommen wir zurück zum Thema Wasserkraft: Welches zukünftige Ziel haben die Unternehmen von Oesterreichs Energie für die Wasserkraft in Österreich?
Karl Heinz Gruber: Wir arbeiten fest dran, die Ziele der Österreichischen Bundesregierung mit einem Zuwachs an Wasserkraft umzusetzen. In fundierten Arbeiten haben wir dargelegt, dass ein maßvoller Ausbau des noch vorhandenen umsetzbaren Wasserkraftpotenzials möglich ist. Wir reden dabei aufgrund von den verschlechterten rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen von einer zusätzlichen Erzeugung von rd. zwei Mrd. Kilowattstunden bis 2020. Auf Basis des aktuellen Umfelds haben die Unternehmen von Oesterreichs Energie Projekte im Ausmaß von über 3,5 Mrd. Kilowattstunden in Planung bzw. Überprüfung, dies entspricht rund dem Viertel des als technisch und ökologisch umsetzbar eingeschätzten Restpotenzials in Österreich (rd. 13 Mrd. Kilowattstunden). Bei Ausbau des gesamten Restpotenzials könnten wir nicht nur den Wasserkraftanteil an der Stromversorgung in Österreich auf 80 Prozent erhöhen, wir würden auch unseren Beitrag zu einer heimischen sauberen und sicheren Versorgung beitragen und wertvolle Wirtschaftsimpulse leisten. Noch ein Hinweis, weil manchmal das Gerücht aufkommt, damit wären alle Flüsse verbaut. Bei der Umsetzung unseres Ausbauprogramms würden vom tatsächlich in Österreich vorhandenen Abflusspotenzial von rd. 90 Mrd.Kilowattstunden im Maximalfall nur rd. 55 Prozent auch wirklich genutzt sein. Anders gesagt: Fast die Hälfte der Wasserkraftpotenzials bliebe von der Elektrizitätswirtschaft unangetastet.

Welche Hürden haben wir, um die Spitzenposition von Prozent Strom aus Wasserkraft bzw. Ihr besagtes Ziel zu erreichen?
Karl Heinz Gruber: Wir benötigen nicht nur den Willen und Worte, sondern auch Taten, und zwar in mehreren Bereichen. Erstens: Die Schaffung eines noch klareren Bekenntnisses zu heimischen Energieinfrastrukturprojekten – besonders zu Wasserkraftwerken – durch einen nationalen Schulterschluss von Gebietskörperschaften, Politik und der E-Wirtschaft. Wir brauchen keine neuen Studien, etwa zu Verbrauchsszenarien und Bedarfsprognosen oder zu möglichen Standorten von neuen Kraftwerken. Wir kennen die Fakten und den Bedarf an zusätzlichen CO2-freien Stromerzeugungskapazitäten. Also handeln wir. Es gibt von Oesterreichs Energie eine Liste von Projekten, die allen Anforderungen an die Ökologie und Technik entsprechen. Die Standorte gingen allesamt aus entsprechenden langfristigen Planungen hervor, wobei die meisten schon von unseren Vorgängern in Bund, Ländern und Gesellschaften als passend auserwählt wurden.Zweitens: Die Schaffung der Akzeptanz für Wasserkraftprojekte. Zwar sind der Öffentlichkeit die Vorteile der Stromerzeugung aus Wasserkraft im Großen und Ganzen bewusst, vor allem dass es sich dabei um eine erneuerbare heimische Energieform handelt. Schon weniger bekannt ist die Mehrzweckfunktionalität, wie etwa der Hochwasserschutz, die Schiff fahrt oder die Schaffung von Natur aus zweiter Hand als neuen Erholungsraum. Diese Fakten sind meist nur jenen bekannt, die bereits ein Kraftwerk in ihrem Umfeld stehen haben. Und die Tatsache, dass wir mit der Errichtung von Wasserkraftwerken in Österreich einzigartige volkswirtschaftliche Impulse setzen können, ist nur wenigen greifbar. Die Besonderheit, dass wir in Österreich die weltweit bekanntesten Anlagenlieferanten und auch Ingenieurkapazitäten haben, bietet uns die einmalige Chance, für jeden eingesetzten Euro in der Wasserkraft, wertvolle Arbeitsplätze zu erhalten und zu schaffen. Allein für unser aktuelles Wasserkraftprogramm von Oesterreichs Energie bedeutet dies Investitionen in der Höhe von 5,6 Mrd. Euro bis 2020. Drittens: Die Beschleunigung der Genehmigungsverfahren durch das Bereitstellen ausreichender personeller Ressourcen in allen Verfahrensabschnitten. Um die gerade angesprochenen und erforderlichen Wasserkraftprojekte auch vernünftig planen und umsetzen zu können, sollte die Dauer der Genehmigungsverfahren auf das gesetzlich vorgesehene Maß von in Summe 15 Monaten für zwei Instanzen beschränkt werden. Dabei meinen wir, dass im Rahmen der bestehenden rechtlichen Rahmenbedingungen alle zweckmäßigen Anstrengungen zur Unterstützung der zuständigen Behörden, wie z. B. temporäre Aufstockung von Behördenexperten oder Verstärkung von länderübergreifenden Kooperationen unternommen werden sollten.

Nach Vorstellung der nationalen bzw. regionalen Hürden dürfen wir Sie noch um ein paar abschließende Worte ersuchen. Was möchten Sie unseren Lesern weitergeben?
Karl Heinz Gruber: Lassen wir im Anschluss des nationalen Schulterschlusses den Bekenntnissen auch Taten folgen. Es ist Zeit, zu handeln, nicht nur für uns, sondern auch für die nächsten Generationen!

  • Artikelbild
    foto: verbund
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