"Speichelleckerei liegt wieder in der Luft"

Interview | Herwig Höller
19. Oktober 2012, 17:21
  • Wider die Verklärung des Stalinismus und der Sowjetunion: die große Romanautorin Ljudmila Ulitzkaja.
    foto: annette pohnert/carl hanser verlag

    Wider die Verklärung des Stalinismus und der Sowjetunion: die große Romanautorin Ljudmila Ulitzkaja.

Die russische Schriftstellerin Ljudmila Ulitzkaja ist dieses Jahr Ehrengast der Veranstaltungsreihe "Literatur im Nebel" in Heidenreichstein

STANDARD: Im letzten Jahr haben auch Sie sich politisch engagiert, waren Mitbegründerin einer Plattform zur Wahlbeobachtung. Nichtsdestrotrotz wurden neue represssive Gesetze beschlossen, laufen politisch motivierte Strafprozesse, kommen immer weniger Menschen zu Demos der Opposition. Haben auch Ihre Bemühungen versagt?

Ljudmila Ulitzkaja: Nein, ich hatte keinerlei Illusionen, was die Resultate dieses Protests betrifft. Unsere Zivilgesellschaft ist erst im Entstehen. Und dieser Prozess dauert. Mit sich ausweitenden Bewegungen, die sich für Rechte unterschiedlicher Gruppen engagieren, für jene von Wählern, Steuerzahlern, Soldatenmüttern, betrogenen Anlegern oder Konsumenten, kann sich diese Zivilgesellschaft formen.

STANDARD: Für das Scheitern des Protests gibt es noch einen weiteren Indikator: Lokalwahlen, die am vergangenen Sonntag in vielen Teilen Russlands stattfanden, zeichneten sich durch eine äußerst niedrige Wahlbeteiligung sowie den Sieg der Kremlpartei "Vereintes Russland" aus. Ihre Erklärung?

Ulitzkaja: Die Menschen sind enttäuscht. Gewählt haben vor allem jene, die direkt von der Politik abhängig sind: Beamte und Lehrer, die unter Druck gesetzt wurden. Der Protest, so scheint mir, drückt sich aber direkt in der niedrigen Beteiligung aus. Die Leute wollen an keinem Schwindel teilnehmen.

STANDARD: An dem Wochenende, an dem Sie in Heidenreichstein sind, nämlich am 20. und 21. Oktober, wird ein "Koordinationsrat" der Opposition gewählt, 88.000 "Wähler" haben sich bisher im Internet registriert, 45 Vertreter werden gewählt, Sie sind eine von 200 Kandidaten, die zur Wahl stehen. Was wollen Sie in diesem Gremium machen?

Ulizkaja: Die Opposition in unserem Land ist schwach. Ihr fehlen formale Strukturen. Der Sinn dieses neuen Koordinationsrates besteht darin, dass die Opposition sich mit ihren eigenen Problemen beschäftigt, Positionen deutlich formuliert und stärker wird. Nachwuchspolitiker sollen sich hier profilieren können. Das braucht Zeit, nicht bloß ein oder zwei Monate. In Europa dauerte dieser Prozess Jahrzehnte.

STANDARD: Bedeutet Ihre Teilnahme, dass Sie vorhaben, Berufspolitikerin zu werden?

Ulizkaja: Nein! Ich denke daran, meine Kandidatur zurückzuziehen. In Debatten zu dieser Abstimmung wurde deutlich, dass es viele junge Menschen voller Energie gibt, die sich politisch betätigen möchten. Und in diesem Milieu sollen auch künftige Präsidenten und führende Politiker heranwachsen.

STANDARD: Dieser Tage erschien in Russland ein Band mit autobiografischer Prosa, der Roman "Das grüne Zelt" kam kürzlich in deutscher Übersetzung heraus - er erzählt aus Sicht von Dissidenten über die Geschichte Ihres Landes. In der russischen Kritik war davon die Rede, dass Sie mit diesem Roman der Literatur erneut eine ideologische Funktion zuweisen und der Schriftsteller erneut zu einem "Herrscher über Gedanken" avanciert. Teilen Sie diese Einschätzung?

Ulizkaja: Ich möchte hoffen, dass dieses Buch zumindest dazu führt, dass über gesellschaftliche Entwicklungen der 1960er und 1970er nachgedacht wird. Mir fehlt derzeit jedes Verständnis dafür, dass Spitzenpolitiker versuchen, Stalin zu rehabilitieren. Dieser Tage wurde berichtet, dass eine Umbenennung von Wolgograd in Stalingrad diskutiert wird. Ich erachte jene Stalinisierung, die von der Staatsspitze vertreten wird, als gefährlich für Russlands Zukunft.

STANDARD: 20 Jahre nach dem Zerfall der Sowjetunion sehen Sie noch immer die Notwendigkeit, Geschichten aus dissidenter Sichtweise zu erzählen. Hat die Literatur der Perestrojka-Zeit nicht überzeugend genug über die Sowjetunion aufgeklärt? Zu einer Immunisierung vor autoritären Tendenzen ist es nicht gekommen: 2000 hat eine Mehrheit für den KGB-Major Wladimir Putin gestimmt. Seine Dienststelle hatte zehn bis 15 Jahre davor noch Dissidenten verfolgt.

Ulizkaja: Sie nennen ja selbst den Grund, warum mich diese Thematik beschäftigt. Diese ziemlich traurige Entwicklung zeugt in erster Linie davon, wie wenig Literatur bewirken kann. Solschenizyns "Der Archipel Gulag" kam 1991 in Russland in einer riesigen Auflage heraus. Doch auch diese vernichtenden schriftstellerischen Worte hielten eine sehr große Zahl von Menschen nicht davon ab, einen Mitarbeiter des Geheimdienstes zum Staatschef zu küren. Wenn ein so wichtiges Buch nicht immunisieren konnte, was kann dann ich tun? Versuchen, wirklich nur versuchen, von der eigenen Sichtweise zu erzählen.

STANDARD: "Das grüne Zelt" kam im größten russischen Verlag heraus. Gleichzeitig handelt es sich um engagierte Prosa einer politisch deutlich positionierten Schriftstellerin. Hat man Ihrem Verleger noch nicht "empfohlen", sich andere Autoren zu suchen? Glauben die Mächtigem in Ihrem Lande nicht an jene Kraft der Literatur, von der "Das grüne Zelt" letztendlich handelt?

Ulizkaja: Offen gesagt warte ich schon darauf, dass Verleger meine Bücher nicht mehr veröffentlichen wollen. "Markt" ist aber heute in unserem Land noch stärker als "Ideologie". Derselbe Verlag publiziert neben meinen Büchern auch eines, in dem nicht nur Stalin, sondern auch andere Henker wie Berija bejubelt werden. Reputationsfragen interessieren Verleger nicht, es geht um den Gewinn: Solange Stalinismus gefragt ist, werden solche Bücher auch gedruckt werden. In manchen Buchhandlungen lässt sich selbst "Mein Kampf" finden!

Aber Zensur ist ein diffiziles Thema. Denn dann würden Orwell und Solschenyzin wieder verboten - nicht aber Hitler oder Stalin. Und Sie haben recht: Die politischen Eliten glauben nicht an die Kraft des Wortes. Das bedeutet aber keineswegs, dass man schweigen muss und all die unschönen Dinge, die sich ereignen, akzeptieren soll.

STANDARD: Russische Intellektuelle suchen derzeit gerne nach historischen Parallelen zu Putins repressivem Russland. Insbesondere jenes Kapitel in "Das grüne Zelt", das von der Aburteilung eines Dissidenten handelt, erinnert sehr an die aktuelle Geschichte mit Pussy Riot. Haben Sie über diese Parallelen nachgedacht, als Sie Ihr Buch schrieben?

Ulizkaja: Nein. Den Prozess gegen Pussy Riot konnte ich unmöglich vorhersehen, auch wenn sich die Tendenzen erkennen lassen. Und diese gefallen mir gar nicht. Es gibt eine Parallele, so würde ich meinen, was die Atmosphäre betrifft: Übertriebenes Pathos, Lüge, Speichelleckerei - all das liegt wieder in der Luft.

STANDARD: Im "Zelt" gibt es ein kleines österreichisches Moment: Sie erwähnen Wien mehrmals als jene Stadt, über die sowjetische Juden ins Ausland emigrierten. Weshalb gibt es keine detaillierten Wien-Episoden?

Ulizkaja: Ich weiß natürlich sehr viel über diese Bewegung Richtung Westen, über Details der Emigration. Aber ich musste wohl 30 Prozent des Romantextes kürzen. In gewissem Sinn bin ich Minimalistin: Ich schreibe lieber Erzählungen als Romane. Jedes Mal, wenn ich mir einen neuen Roman ausdenke, setze ich mir deutliche Grenzen. Die Menschen haben immer weniger Zeit. Ich komprimiere daher maximal.

STANDARD: Sie kommen dieser Tage als Ehrengast von "Literatur im Nebel" in das idyllische Heidenreichstein. Wie fühlt sich dieser Kontrast zu Russland an?

Ulizkaja: Ich bin glücklich über diese Möglichkeit, aus meinem furchtbar engen Zeitkorsett, in dem ich seit einigen Jahren lebe, auszubrechen. Heute habe ich darüber nachgedacht, wie idiotisch das ist: Ich fahre zwar nach Österreich, werde es aber nicht schaffen, ein paar Tage in Wiens wunderbaren Museen zu verbringen. Ich sage mir selbst: Ich gehe in Pension, und dann ... (Herwig Höller, DER STANDARD, Langfassung, 20./21.10.2012)

Ljudmila Ulitzkaja (69) lebt und arbeitet in Moskau. Sie schreibt Romane, Novellen und Theaterstücke. Internationalen Durchbruch erlebte sie 1992 mit ihrem Erzählband "Sonetschka". Es folgten u. a. "Ein fröhliches Begräbnis" (1998), "Die Lügen der Frauen" (2003); "Ergebendst, Euer Schurik" (2004); "Daniel Stein" (2006); "Das grüne Zelt" (2012). Ihre Prosa ist oft im russischen Künstler- und Akademikermilieu angesiedelt.

"Literatur im Nebel". 19./20.10., ab 17 Uhr lesen in der Margithalle in Heidenreichstein, NÖ, Schauspieler und Schriftstellerkollegen aus Ljudmila Ulitzkajas Werk. www.literaturimnebel.at

Zum Weiterlesen
Der dunkelgraue Paradiesgarten

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naja ich bin selbst kreativ gewesen....mal schauen was sie daraus machen...will auch author sein....;-)
aber ich bin nur ein Diener...des Herrn

kritik an der berichterstattung des mediums in sachen "russland " ist offenbar neurdings verboten. so wie in russland.

ach übrigens: george bush senior war auch cia chef, bevor er zum präsidenten gewählt wurde.

Aber den ...

... lobt ja wohl auch keiner - seiner Verdienste an der Menschheit wegen?

bush vs. putin

pest vs. cholera, wie pilz sagte. aber trotzdem: bush wurde immerhin (räusper) gewählt, wir wissen wie, aber wenigstens pseudodemokratisch. putin wurde ernannt, wenn ich mich an 1999 gut erinnere.

übrigens großartiges interview, kluge fragestellungen und interessante antworten.

Wie CHILE zeigte,

sind für die USA auch demokratisch gewählte Organe völlig uninteressant, wenn sie nicht zu den Helfershelfern der USA gehören. Stattdessen wurde der schwerstkriminelle General Pinochet von den USA an die Macht gebracht.

Usw. usw. usw. Noch ein paar Seiten gefällig?

IRAN bzw. PERSIEN:

Da wurde von den USA & GBR der kriminelle Schah an die Macht geputscht. Welche demokratische Partei sollen die USA & Friends in Persien unterstützt haben? Es folgten Waffenlieferungen durch USA & Israel an den Steinzeitislamisten Ajatollah Khomeini. Siehe Iran-Contra-Affäre (unter dem Repuplikaner Reagan).

ISRAEL: Wann soll die Regierung der Palästinenser gewählt worden sein? Die schon lange an der Macht befindliche Regierung wurde doch von den USA und Israel an die Macht geputscht. Forderung nach demokratischer Wahl durch das Volk: Fehlanzeige! Auch die Amstzeit des von der westlichen Welt hofierten Präsidenten Abbas ist schon jahrelang abgelaufen. Forderung nach Neuwahl. Braucht man lt. USA & Israel anscheinend nicht.

Ja, ja, die USA & Friends bringen der Welt Demokratie und Rechtsstaatlichkeit.

Z.B. AFGHANISTAN: Dort haben sie einen von den USA mitgebrachten Präsidenten implantiert, der sich als einer der größten Wahlbetrüger der Gegenwart herausstellte. Und unter dem frauenfeindlichste Gesetze beschlossen wurden. Dass die USA & Friends außerdem mit einem der größten Verbrecher Afghanistans, General Dostum, zusammenarbeiten und ihn vor Strafverfolgung durch Gerichte schützen, darf auch erwähnt werden. Auch dass unter der US & Friends-Besatzung Afghanistan zum größten Rauschgiftland der Erde wurde.

Oder IRAK: Auch da haben die USA & Friends nach dem mit größten Lügen herbeigeführten Krieg gleich einen Präsidenten, nämlich Allawi, mitgebracht. Dem ebenfalls Wahlbetrug und persönliche schwere Kriminalität vorgeworfen wird.

Wo war diese Dame in der Zeit vor Putin? In Rußland anscheinend nicht.

Als sich die vom Westen hofierten russischen Präsidenten, der hilflose Teddybär Gorbatschow und der Hochleistungstrinker Jelzin, mit voller Kraft bemühten, Russland in den Untergang zu führen? Und Russland an allen Enden und Ecken ausgeplündert wurde? Wobei riesige Mengen an Vermögen auch auf kriminelle Weise ins westliche(!) Ausland geschafft wurden.

Wo war diese Ignorantin, als die Staatsgewalt und Verwaltung in ganz Russland zusammenbrachen? Als viele Menschen Selbstmord machten, weil ihre Gehälter ausblieben? Und kein Russe wusste, ob es überhaupt noch ein Morgen geben wird?

Also, in Rußland vor Putin war diese Dame anscheinend wirklich nicht. Jedenfalls scheint sie über diese für Rußland schreckliche Zeit ahnungslos zu sein.

Selbst Ignorant

Erstens, warum gleich so gehässig (vielleicht Antisemit?), zweitens, warum nicht zuerst informieren? Über diese, die wohl wichtigste lebende russische Schriftstellerin, gibt es selbst im Internet genügend verlässliche Infos, uns seien es nur die Seiten der russ. oder dt. Wikipedia. Dort hätten Sie erfahren können, dass Ulitzkaja nie im Ausland lebte, in den Jahren der Stagnation wegen sowjetkritischer Tätigkeit (Samizdat usw.) seit 1970 arbeitslos war, und seitdem unermüdlich an der Aufklärung der russischen Lesepopulation arbeitet. Sie, eine der gebildetsten Schriftstellerinnen Russlands, als Ignorantin und "ahnungslos" zu bezeichnen, ist schon ein starkes Stück und sollte im Standard mit vielen, vielen roten Stricherln geahndet werden.

Und was genau soll das mit meiner Situationsbeschreibung

bezüglich der Zustände in Rußland vor Putin zu tun haben?

Und sollte man von wichtigen Schriftstellern nicht auch erwarten, dass sie zu diesen schrecklichen Zeiten kritisch Stellung nehmen?

Und auch die Verwicklungen des Westens in die Plünderungen in Rußland und in die Stellvertreterkriege gegen Rußland erwähnen. Z.B. in die Tschetschenenkriege, wo die kriminellen Banden Kindergärten, Schulen, Krankenhäuser, Wohnhäuser, Theater überfallen haben? Wobei man da nicht Vermutungen oder Gräuelpropaganda verwenden muß, wie das der Westen ununterbrochen macht. Das ist erwiesen.

Der Westen steckte ja auch hinter dem Krieg in Georgien!

Und ist Rußland der NATO auf die Pelle gerückt. Oder die NATO Rußland? Wer stellt Raketen auf?

die kritik des vorposters hat richtigerweise damit zu tun, dass sie derart gehässig und aggressiv fragen, wo "die dame" vor putin war? immer schon ein kritischer geist, aber dazu müssten sie halt, gott bewahre, ihre bücher gelesen haben. und ihre vorurteile über bord werfen.

Wieso muß ich Bücher gelesen haben,

um feststellen zu können, dass Ulitzkaja die schreckliche Zeit vor Putin (mit anarchieähnlichen Zuständen) nicht in der Öffentlichkeit kritisiert hat? Wo Sie doch besten Zugang zu westlichen Medien zu haben scheint.

Wie übrigens auch Kasparow, der als privilegierter Bürger der Sowjetunion besser als fast alle Bürger dieses Landes gelebt hat: kostenlose Auslandsreisen, Hotelaufenthalte, beste Trainer, sicheres gutes Einkommen, Einkaufsmöglichkeiten, von denen die meisten anderen Bürger ausgeschlossen waren.

Wovon andere westliche Schachspieler höchstens träumen können. Übrigens auch Ex-Weltmeister Bobby Fischer. Aber Kasparow hat in der Zeit vor Putin auch kaum in Rußland gelebt. Besitzt sündteure Wohnung in New York! Wie das denn?

Gegenfrage

Und warum muss die arme Ulitzkaja dazu unbedingt Stellung nehmen? Sie weiß ja vermutlich nicht, dass da in Österreich ein gewisser F.T. an Verfolgungswahn leidet und überall die bösen Amis und die Nato sieht, wo es einfachere Analysen auch tun...

Ja, ja, nur der F.T. leidet an Verfolgungswahn...

...bezüglich Verbrechen der USA, NATO & Friends.

Sie müssen ja die Foren in den Zeitungen wirklich immer ganz gewissenhaft NICHT(!!!) gelesen haben!

In welchen Zeitungen werden die USA, GBR, Israel u. NATO nicht in den Foren kritisiert? Zählen Sie doch auf. Machen Sie mich bitte fertig!

Der Kreis schließt sich: Antrag auf Ende der Debatte mit F.T.

Seins ma net bes, aber ich hole mir meine Infos nicht aus Kronenzeitung und Foren, sondern durch Auslandsreisen, Quellenstudium, Gespräche mit Betroffenen (z.B. in Russland, Israel, den USA - da waren Sie ja sicher auch schon öfters), und versuche, nicht auf einem Auge blind zu sein. Bzw. auf beiden, was ja auch vorkommen soll.
Ich glaube, wir sollten an diesem Punkt die Diskussion abbrechen. Ausgegangen sind wir ja von Ulitzkaja, die gegen Blindheit seit 40 Jahren anschreibt, wofür ihr ein großes Dankeschön gebührt.

Welcher Kreis schließt sich?

Vielleicht der Kreis, dass Sie auf keinen einzigen Punkt konkreten eingehen wollen?

Was übrigens bei so Forumsteilnehmer, wie Sie es sind, sehr häufig der Fall ist.

Was weiß ich, wenn ich Ihre Kommentare lese? Außer dass Sie behaupten, alles besser zu wissen? Und dass alles anders sein soll, als ich schreibe. Haben Sie schon einmal Menschen "auf der Straße" gefragt, was sie von der Zeit vor Putin halten? Von den Freunden des Westen, den hilflosen Gorbatschow und den Hochleistungstrinker Jelzin?

Nein, garantiert nicht! Sonst könnte es Ihr haarsträubendes Unwissen nicht geben.

Welche Quellen, bei denen man Objektivität und nicht Westlastigkeit annehmen könnte,...

...haben Sie denn angeführt?

Haben Sie überhaupt Quellen angeführt, die man ernst nehmen könnte?

Die Situation in Rußland vor Putin sollte jeder halbwegs gebildeter Leser kennen.

Kennt auch jeder, mit dem man spricht. Sie dürften zu den Ausnahmen gehören. Jedenfalls habe ich bei Ihren Kommentaren noch nichts davon gemerkt, dass Ihnen diese Zeit bekannt wäre.

ich habe

in russland vor putin 3 jahre verbracht, 2 davon in finsterer sowjetischer zeit, aber gottseidank mit einem österr. pass.
falls sie zu unserem ausgangsthema ulitzkaja zurück kommen wollen, empfehle ich die lektüre aus der feder eines wahren experten für russ. literatur, erich klein:

http://www.falter.at/web/shop/... 19c264507c

"Keinerlei Illusionen, was die Resultate des Protestes betrifft"

Absolut richtig. Was der Westen nicht versteht, oder nicht verstehen will ist, daß nur ein Bruchteil der russischen Bevölkerung überhaupt demokratiefähig ist. Die ganze Gesellschaft, die russische Mentalität machen ein demokratisches System, wie man es in Europa gewohnt ist, unmöglich. Das hat verschiedene Ursachen, die hauptsächlich historisch begründet sind.
.) RUS hatte keine Aufklärung. Man kam direkt aus dem Mittelalter in die Moderne. (ähnlich wie Länder des Islam)
.)RUS hatte nie eine Bürgerschicht, wie es in Europa seit dem Mittelalter der Fall war. Es gab nur Bauern und Adelige. Somit fehlte der Träger für solche Ideen wie Menschenrechte und Gewaltenteilung.

Um RUS demokratiefähig zu machen wird es 1-2 Generationen brauchen.

Absolut richtig

lieber Petr, und wenn Sie schreiben:
Um RUS demokratiefähig zu machen wird es 1-2 Generationen brauchen.
kann man nur hinzufügen: damit das schneller geht, dazu schreibt die Ulitzkaja.

Die westliche Berichterstattung geht immer nur von den eigenen Wertvorstellungen aus.
Da tut es gut, wenn die Beleuchtung ab und zu einmal (wie in Ihrem Posting) aus einer anderen Richtung kommt.

komisch das die ganzen Exilrussen außerhalb von RUS auch überleben können trotz dieser unterstellten Unmündigkeit....

"überleben" hat nichts mit Demokratiefähigkeit zu tun. Im Überleben sind die Russen Weltmeister.

aha... ja genau und der Österreicher ist demokratiefähiger...

Sie schreiben es gab keine Auflärung und nur Adelige und Bauern... Sie vergessen einen großen und wichtigen Teil der russischen Geschichte und zwar die Revolution unter Lenin... vergessen Sie bitte nicht das die Menschen in RUS auch eine Monarchie zum Sturz brachten und vergessen Sie bitte auch nicht unter welchen körperlichen Anstrengungen dann die Modernisierung durch die Genossen und Genossinen stattfand...

natürlich ist jeder Russe demokratiefähig genauso wie jeder Österreicher oder Franzose

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